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Gewinnmaschine Vatikanbank: Lohnt es sich für den Papst zu arbeiten?

Für eine veritable Überraschung hat jetzt die Vaktikanbank gesorgt, die unter dem blumigen Namen „Institut für Werke der Religion“ (Instituto per le Opere di Religione) firmiert und in der Vergangenheit vor allem mit Skandalen, statt milder Taten für Schlagzeilen sorgte. In 2014 generierte die Bank einen Gewinn von 69,3 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um das Zwanzigfache bedeutet.

Vor allem im Handel klingelte die Kasse – hauptsächlich mit festverzinslichen Wertpapieren. Jedenfalls lag das Handelsergebnis im abgelaufenen Jahr bei 36,7 Mio. Euro; im Vorjahr hatte hier ein Verlust von 16,5 Mio. Euro gestanden. Insgesamt verdoppelten sich die Erträge nahezu von 55,2 auf 104,5 Mio. Euro. Dagegen purzelten die Aufwendungen um 10 Prozent auf 28,9 Mio. Euro. Damit ergibt sich eine Kostenquote von winzigen 28 Prozent. Für jeden Euro Ertrag mussten die Banker des Herrn also keine 28 Cent ausgeben.

Von dem Geldsegen scheint aber bei den Mitarbeitern nicht viel anzukommen. So beschäftigt der Papst gerade einmal 112 Banker, für die die Vatikanbank insgesamt 10,8 Mio. Euro springen ließ. Dies ergibt rein rechnerisch einen Personalaufwand pro Kopf von ansehnlichen 96.400 Euro. Dennoch sollten die Papstbanker nicht vorschnell die Prosecco-Korken knallen lassen. Denn im Personalaufwand sind allein Pensionsaufwendungen über 3 Mio. Euro enthalten. Bei den Bruttogehältern pro Kopf sieht es mit 59.700 Euro deutlich bescheidener aus. Dagegen trugen die Papstbanker pro Kopf zum Gewinn durchschnittlich rund 619.000 Euro bei – ein Wert, von dem fast alle anderen Banken nur träumen können.

Dennoch scheint es den Bankern des Herrn nicht allzu schlecht zu gehen. Von den 115 Beschäftigten in 2013 schieden drei in den Ruhestand aus und drei kündigten. Für sie wurden drei neue Mitarbeiter angeheuert. Die Fluktuation fällt also überschaubar aus.


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