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Deutsche Bank-Co-Chef Jain will zu Hedgefonds Brevan Howard wechseln

Alan Howard dürfte in seinem schmucken Büro in der Genfer Innenstadt nicht schlecht gestaunt haben, als er in der vergangenen Woche seine Post öffnete. Denn der Gründer des Hedgefonds Brevan Howard hat darin ein Schreiben von einem wohlbekannten Absender gefunden: Deutsche Bank Co-Chef Anshu Jain. Dort bewirbt sich der 52jährige Konzernlenker ungeschminkt als neuer Partner des Hedgefonds, wie ein Branchenkenner aus dem Umkreis von Brevan Howard berichtet.

Als Hintergrund führt Jain – dem Insider zufolge – Meinungsverschiedenheiten mit Aufsichtsratschef Paul Achleitner über die künftige Strategie der Bank an. Der Konzern hatte angekündigt, seine Strategie im zweiten Quartal einer gründlichen Revision zu unterziehen.

Dem Insider zufolge sei es dabei zu einem Zerwürfnis zwischen Jain und Achleitner gekommen. Während sich Jain für den Verkauf des gesamten Privatkundengeschäfts ausgesprochen habe, wollte Achleitner daran festhalten. Stattdessen solle das Fixed Income-Geschäft auf ein Minimum zusammengestutzt werden. Da Jain das umfangreiche Geschäft mit festverzinslichen Anleihen aufgebaut hat, betrachte er Achleitners Forderung als einen persönlichen Angriff.

Da Achleitner die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder – inklusive der Vertreter des Betriebsrats – auf seiner Seite weiß, sähe Jain keine Zukunft mehr bei der Bank.

Ein Bankenanalyst aus Frankfurt, der aufgrund der Brisanz des Themas nicht genannt werden möchte, verwundert dieser Schritt nicht. „Die Strategie 2015+, mit der das Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Bank restrukturieren wollte, ist gescheitert“, sagte der Analyst. „Während die Kostenquote bei immensen 87 Prozent liegt, müssen sich die Aktionäre mit einer Eigenkapitalrendite von 2,7 Prozent begnügen. Das sind andere Banken schon deutlich weiter.“

Die UBS habe mit ihrem Rückzug aus dem Fixed Income-Geschäft vorgemacht, wohin die Reise gehe. „Weniger Investment Banking, mehr Corporate Banking, Transaction Banking, Asset und Wealth Management und Filialgeschäft – darin liegt die Zukunft der Deutschen Bank“, sagte der Experte. Allenfalls die Trennung von der Postbank erscheine vor diesem Hintergrund als sinnvoll.

Unterdessen wies die Deutsche Bank die angebliche Bewerbung Jains bei Brevan Howard als „Stuss“ zurück. Der Hedgefonds Brevan Howard wiederum ist für seine Zurückhaltung gegenüber den Medien berüchtigt. Für eFinancialCareers.ch machte Alan Howard jedoch eine seltene Ausnahme. Sein Kommentar lautete nur: „Ich kommentiere grundsätzlich keine Aprilscherze.“


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