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Wer bietet das lukrativere Vergütungspaket: Deutsche Bank, UBS oder Credit Suisse?

Welches stellt das beste Vergütungssystem bei den führenden Banken in Deutschland und der Schweiz dar?

Welches stellt das beste Vergütungssystem bei den führenden Banken in Deutschland und der Schweiz dar?

Die Bezahlung bei unterschiedlichen Banken zu vergleichen, stellt heutzutage eine ganz besondere Herausforderung dar. Es genügt nicht einfach, die Höhe von Gehältern und Boni wiederzugeben. Vielmehr muss auch berücksichtigt werden, wie groß der aufgeschobene Anteil der Boni ausfällt, über welchen Zeitraum er ausbezahlt wird, wie die Vergütungsinstrumente ausgestaltet sind und welchen Rückforderungsmechanismen die Bonusansprüche unterliegen.

Daher haben wir die Vergütungsstrukturen der Deutschen Bank, der UBS und der Credit Suisse genauer untersucht, um herauszubekommen, wer nach all den unterschiedlichen Kriterien am besten zahlt:

1. Bei der Höhe der Vergütungen gewinnt die UBS

Falls Sie zur Gruppe der Material Risk Taker zählen, die eine besondere Verantwortung für Erträge und Risiko der Bank tragen, und ihnen egal ist, wie der Bonus strukturiert ist, dann sollten Sie für die UBS arbeiten.

In 2014 gewährte die UBS jedem ihrer Material Risk Taker eine durchschnittliche Vergütung von 1,9 Mio. Franken (1,8 Mio. Euro). Bei der Deutschen Bank waren es wiederum lediglich 1 Mio. Euro (1,04 Mio. Franken) und bei der Credit Suisse 859.000 Franken (825.000 Euro).

2. Die Gehälter sind bei der Credit Suisse am höchsten

Die Credit Suisse zahlte ihren Material Risk Takers in 2014 ein Jahresgehalt von durchschnittlich 614.000 Franken (589.000 Euro). Bei der UBS waren es 571.000 Franken (548.000 Euro) und bei der Deutschen Bank 476.000 Euro (495.000 Franken).

3. Die geringsten regulatorischen Auflagen herrschen bei der UBS

Falls Sie möglichst viel Geld einstreichen wollen, dann sollten Sie darauf achten, nicht als Material Risk Taker eingestuft zu werden. Denn deren Vergütung unterliegt einer ganzen Reihe von regulatorischen Auflagen. So müssen mindestens 50 Prozent ihrer Vergütung aufgeschoben erfolgen.

Wenn es darum geht, mit möglichst wenigen regulatorischen Auflagen belastet zu werden, dann scheint die UBS die beste Adresse zu sein. So wies die Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr gerade einmal 625 Material Risk Taker aus. Bei der Credit Suisse waren es hingegen 801 und bei der Deutschen Bank sogar stolze 2903. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die massive Ausweitung der Material Risk Taker wohl auch für die vergleichsweise niedrige durchschnittliche Gesamtvergütung verantwortlich zeichnet.

4. Die kürzesten aufgeschobenen Boni bietet die Credit Suisse

Wer einen aufgeschobenen aktienbasierten Bonus zugesprochen bekommt, kann bei der Credit Suisse spätestens drei Jahre später über die volle Summe verfügen. Die Auszahlung erfolgt jährlich in drei gleichgroßen Tranchen. Den höheren Angestellten bietet die Credit Suisse auch die Auszahlung von Teilen ihrer Boni in „Contingent Capital Awards“ an. Auch sie werden in drei gleichgroßen Tranchen zurückgezahlt und bieten eine Verzinsung von 4,85 Prozent über dem LIBOR-Satz für Schweizer Franken und 5,75 Prozent über demjenigen des US-Dollars.

Auch die aktienbasierten Boni der Deutschen Bank werden über drei Jahre verteilt ausbezahlt. Falls Sie jedoch zu den 139 Personen des Senior Managements zählen, dann wird dieser Bonusanteil für viereinhalb Jahre gesperrt. Die Auszahlung erfolgt also erst 54 Monate nach der Bonuszusage.

Bei der UBS werden die meisten Boni innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Zusage ausbezahlt. Doch sobald ein UBS-Mitarbeiter mehr als 300.000 Franken (288.000 Euro) kassiert, wird er in „Contingent Capital“-Vehikeln bezahlt, bei denen die Auszahlung über fünf Jahre erfolgt. Während der Laufzeit verzinsen diese Vehikel zu 4 Prozent in Schweizer Franken und zu 7,125 Prozent in US-Dollar.

5. Bei der Schwelle für aufgeschobene Boni liegt die UBS vorn

Die UBS schneidet am besten ab, wenn es um die Summe geht, ab der die Boni aufgeschoben ausbezahlt werden. Bis zur Schwelle von 300.000 Franken (288.000 Euro) wird dort alles bar ausbezahlt. Bei der Credit Suisse liegt die Schwelle bei 250.000 Franken (240.000 Euro), ab der die Boni aktienbasiert und aufgeschoben ausbezahlt werden. Bei der Deutschen Bank liegt die Schwelle bei recht überschaubaren 100.000 Euro (104.000 Franken), ab der wenigstens 50 Prozent der Boni aufgeschoben erfolgen.

6. Bei den Rückforderungsklauseln punktet die Credit Suisse

Die Credit Suisse verfügt schon seit langem über ein besonders arbeitnehmerfreundliches Rückforderungsregime – zumindest für europäische Verhältnisse. Die Regularien der Bank sehen Rückforderungen bei den aktienbasierten Bonusansprüchen erst vor, wenn die Abteilung einen Verlust einfährt oder wenn die „strategische“ Eigenkapitalrendite negativ ausfällt. Allerdings muss der Verlust der Abteilung bei 6,7 Mrd. Franken (6,4 Mrd. Euro) liegen, bevor die gesamten Bonusansprüche verfallen.

Dagegen fallen die Rückforderungsmechanismen bei der Deutschen Bank deutlich strenger aus. Jeder Konzernverlust führt zum Verfall der für das betreffende Jahr vorgesehenen Auszahlungstranche. Auch bei der UBS verfallen die Bonusansprüche, wenn die entsprechende Eigenkapitalrendite negativ ausfällt.

7. Bei Zuschüssen schneidet die Credit Suisse am besten ab

Schließlich gibt es auch noch das innovative Instrument der Zuschüsse, was Neudeutsch auch als Allowances bekannt ist. Sowohl bei der UBS als auch bei der Credit Suisse gibt es solche Zuschüsse, die von den jeweiligen Rollen abhängen und teilweise ebenfalls verzögert ausbezahlt werden. Hier scheint die Credit Suisse am besten abzuschneiden.

Bei der Deutschen Bank gibt es keine solchen Allowances. Vielmehr verfügt die Bank über „Additional Fixed Pay Supplements“, bei denen es sich jedoch eher um Zulagen zur Altersvorsorge handelt.

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