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EY-Bankenbarometer: Wo 2015 geheuert und gefeuert wird

Immer noch feuern Banken mehr als sie heuern.

Immer noch feuern Banken mehr als sie heuern.

Die Stimmung bei den europäischen Banken hat sich nach dem neuen „European Banking Barometer 2015“ der Wirtschaftsberatung EY wieder eingetrübt. Nach der EY-Umfrage verschlechtern sich in den kommenden Monaten die Einstellungschancen. In 2014 hatten von den befragten Banken noch 30 Prozent angegeben, ihre Beschäftigung zu erhöhen, während 38 Prozent Personal abbauen wollten. In 2015 hat sich die Relation auf 43 zu 29 Prozent verschlechtert. Allerdings fallen die Ergebnisse je nach Land und Sektor recht unterschiedlich aus.

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Personalaufbau gibt’s nur in Großbritannien

So ist der Saldo in Großbritannien als dem einzigen der elf untersuchten europäischen Länder positiv. Hier wollen 34 Prozent der Banken Personal ab- und 43 Prozent Personal aufbauen. Da die Wirtschaft auf der Insel vergleichsweise schnell wächst, stellt dies auch keine wirkliche Überraschung dar.

Erstaunlicher ist hingegen, dass die Schweizer auf den zweiten Platz landen. Zwischen Boden- und Genfer See wollen 34 Prozent der Banken Personal abbauen und 26 neue Stellen schaffen. Allerdings überwiegen auch hier die Pessimisten. Darüber hinaus wurde die Umfrage im November und Dezember veranstaltet. Die Auswirkungen der Frankenfreigabe sind also noch nicht berücksichtigt.

Wesentlich trauriger fallen die Ergebnisse für Deutschland aus. Dort liegt das Verhältnis von Pessimisten zu Optimisten bei 46 zu 22 Prozent. Noch schlechter sieht die Situation in Österreich mit seiner heftigen Bankenkrise aus. Dort wollen 50 Prozent der Institute ihren Personalstand verringern und nur 17 Prozent neue Stellen schaffen.

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Allerdings wird es nach dem Bankenbarometer keine Rasenmähermethode geben. Vielmehr stehen europaweit in zwei Sektoren die Zeichen sogar auf Stellenaufbau. Einen davon stellt der Boomsektor Firmenkundengeschäft (Corporate Banking) dar. Dort wollen nur 7 Prozent Stellen abbauen, aber 13 Prozent neue schaffen. Erstaunlicher ist hingegen, dass auch im Wealth Management der Saldo positiv ausfällt, wo 7 Prozent Personal ab- und 12 Prozent aufbauen wollen.

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Wo in Deutschland geheuert und gefeuert wird

Doch auch bei den Sektoren  fallen die Umfrageergebnisse je nach Land unterschiedlich aus. Hierzulande gibt es nur einen Bereich, in dem die Banken – dafür allerdings kräftig – Stellen schaffen wollen. Im Bereich Compliance, Risikomanagement und Finance will keine einzige Bank Stellen streichen, aber 15 Prozent neue schaffen. In Anbetracht der Regulierungswurt stellt dies allerdings ebenfalls keine Überraschung dar.

Dagegen haben in den zurückliegenden Monaten diverse Banken in Deutschland angekündigt, ihr Firmenkundengeschäft auszubauen – darunter Socíeté Générale, BNP Paribas und HSBC Trinkaus. Laut dem EY-Bankingbarometer wollen in Deutschland indes 9 Prozent der befragten Banken Stellen schaffen und ebenso viele Streichen. In Bereichen Filialgeschäft, Operations und IT sowie andere Zentralfunktionen stehen die Zeichen klar auf Personalabbau.

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Wo in der Schweiz geheuert und gefeuert wird

In der Schweiz fällt das Ergebnis beim Corporate Banking jedoch mit 4 zu 13 Prozent eindeutig positiv aus. Dagegen hat sich das Wealth Management in der Schweiz vom Ende des Bankgeheimnisses und der wachsenden Regulierung noch nicht erholt. In dem Sektor wollen 21 Prozent der Banken Personal ab- und 13 Prozent aufbauen. Noch negativer fällt das Ergebnis hingegen im Filialgeschäft und bei den Zentralfunktionen auf.

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Welche Themen für die Banken in 2015 besonders wichtig sind

Abgesehen von der Personalentwicklung hat EY die Banken auch gefragt, welche Themen für sie in 2015 besonders wichtig werden. Die Ergebnisse stellen einen weiteren Hinweis darauf dar, wo die Banken Geld investieren wollen und damit die Chancen auf einen Personalaufbau hoch ausfallen. Für die europäischen Banken spielen die Themen Risiko-Management und Compliance sowie Prozessoptimierung und Restrukturierung die größte Rolle. Es stellt sicher kein gutes Zeichen dar, dass keines dieser Felder höhere Erträge verspricht.

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