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Der große Personalaustausch bei der Airbus Group Bank

Airbus Group Bank

Bei der Airbus Group Bank ist der alte Vorstand geflogen.

Seit der Änderung im Handelsregister im Dezember trägt die alte Salzburg München Bank AG den stolzen Namen Airbus Group Bank. Der Wandel ist nicht nur kosmetischer Natur, vielmehr wird auch kräftig Personal ausgetauscht. Laut einem Insider würden viele Beschäftigte der ehemaligen Bank für kleine Unternehmenskunden und Selbständige nicht die Qualifikation für ein internationales Geschäft mitbringen, wie es Airbus vorschwebt. Der Konzern war bislang zu keiner Stellungnahme zu bewegen.

Als erstes wurde der Vorstand bereits im Dezember ausgetauscht. Die alte Führung um Rainer Gardein und Ludwig Staßner musste ihren Hut nehmen. In einer Mitarbeiterzeitschrift des Airbus Konzerns heißt es hierzu, dass der Vertrag Staßners „planmäßig“ Ende 2014 auslaufe und dass Gardein die Bank ebenfalls zu Jahresende auf „eigenen Wunsch“ verlasse.

Den Pilotenknüppel hat bereits das Trio um Norbert Kickum, Franz Plessner und Christian Unrath übernommen. Kickum hatte den Vorstand der FMS Wertpapiermanagement, der HRE Bad Bank, erst im Juli im Streit verlassen. Zuvor hatte er bereits fünf Jahre im Vorstand der Aareal Bank gesessen. Darüber hinaus hat Kickum bei Siemens Financial Services Erfahrungen im Aufbau einer Industriebank gesammelt.

Plessner hatte zuletzt das Deutschlandgeschäft der niederländischen Bank NIBC als Vorstand mitaufgebaut. Vorher war er Chief Operating Officer des Firmenkundengeschäfts der Dresdner Bank. Unrath  wiederum kommt aus der Finanzabteilung des Airbus-Konzerns, wo er 22 Jahre tätig war. Unrath soll wohl für Fachkompetenz aus der Flugzeugbranche sorgen.

Doch auch unterhalb der Unternehmensleitung scheint sich einiges beim Personal zu bewegen. Laut dem alten Geschäftsbericht der Salzburg München Bank AG zählte das Unternehmen Ende 2013 gerade einmal 47 Beschäftigte. Bei dieser überschaubaren Unternehmensgröße wundert es schon, dass die frisch umgetaufte Airbus Group Bank immerhin acht Positionen auf ihrer Website ausgeschrieben hat.

Gesucht werden Leitung Kundenbetreuung, Leitung Risikokredite, ein Firmenkundenbetreuer, ein Risikocontroller, ein Kreditanalyst, ein Accountant sowie zwei Wert-Papierspezialisten. Die breite Palette spricht tatsächlich dafür, dass die Bank mit dem bestehenden Personal nicht auskommt.

Dem Insider zufolge hatte die Airbus Gruppe ursprünglich den Kauf einer bestehenden Bank einer Gründung auf der grünen Wiese vorgezogen, weil so die Kosten zumindest teilweise durch das Altgeschäft bestritten werden könnten. Dies soll aber nicht so laufen wie erwartet.

In der Mitarbeiterzeitschrift beschreibt Unrath das Geschäftsmodell wie folgt: „Neben der aktiven Fortführung der bisherigen Geschäftsfelder möchten wir zusätzliche Finanzierungsoptionen für Marktteilnehmer der Luft- und Raumfahrtbranche, also Kunden und Lieferanten von Airbus, erschließen.“

Mit dem Großumbau der Airbus Group Bank folgt der Flugzeughersteller nur einem breiteren Trend. So verfügen sämtliche Autokonzerne traditionell über große Banktöchter, Siemens hat sich vor einigen Jahren eine Banklizenz zugelegt und sogar der mittelständische Maschinenbauer Trumpf besitzt eine eigene Bank. Eine Banklizenz ermöglicht es Industriekonzernen auch, ihre Bargeldbestände ausfallsicher auf einem Konto bei der Bundesbank zu deponieren. In einer Finanzkrise ist so etwas sicherlich hilfreich. Ein solches Privileg steht eigentlich nur Banken zu.


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