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Trend zum Nearshoring: Commerzbank will fast 400 Accounting-Jobs nach Halle verlagern

Die Commerzbank setzt ihren Umbau fort. Während vor kurzem entschieden wurde, Teile des Investment Bankings vom (teuren) London ins (günstigere) Frankfurt zu verlegen, regiert jetzt in der Buchhaltung der Rotstift. „Bis Ende 2018 werden 376 Vollzeitstellen an den Standorten Frankfurt, Berlin und Duisburg abgebaut“, heißt es von der Commerzbank. „Die Standorte des Bereichs Finance in Berlin und Duisburg werden bis Ende 2017 geschlossen.“

Damit sind von dem Umbau rund die Hälfte der etwa 800 Arbeitsplätze betroffen – allein jeweils 50 in Berlin und Duisburg. Viele der an den drei Standorten gestrichenen Stellen sollen bei ComTS in Halle wiederauferstehen. Dabei handelt es sich um eine konzerneigene Tochter, die außerhalb des Tarifvertrags angesiedelt ist. Nach Sachsen-Anhalt werden unterdessen nur Routineaufgaben verlagert, während die strategischen Bereiche am Main verbleiben.

„Die regulatorischen Anforderungen an die Finanzfunktion der Commerzbank nehmen zu und binden die Ressourcen unserer Mitarbeiter und Budget. Für zukunftsgerichtete Aufgaben bleibt zu wenig finanzieller Spielraum“, hieß es von der Commerzbank. Zur Kostensenkung solle die Technologie modernisiert werden. „Im Zuge der Umstrukturierung werden Aufgaben stärker gebündelt und Tätigkeiten verlagert, die an anderer Stelle kostengünstiger erledigt werden können.“

Allerdings winkt den betroffenen Mitarbeitern ein goldener Handschlag. Entgegen dem üblichen Sozialplan erhalten Beschäftigte, die innerhalb von drei Monaten gehen, eine Abfindung über fünf Bruttomonatsgehälter und 25.000 Euro extra.

Mit der Verlagerung von Hochlohnstandorten zu günstigeren Orten schließt sich die Commerzbank einem internationalen Trend an. So hat die Deutsche Bank beispielsweise Middle und Back Office-Jobs von Frankfurt nach Berlin bzw. von London nach Birmingham verlagert, was auch als Nearshoring bezeichnet wird.

„Die Konkurrenz der Arbeitgeber fällt in Halle sicherlich geringer als in Frankfurt aus“, sagt Headhunterin Stefanie Storck von Capital Talents in Frankfurt, die u.a. Accounting-Fachkräfte vermittelt. Dadurch seien entsprechende Mitarbeiter an Standorten wie Halle eher verfügbar und günstiger als etwa in Frankfurt. Storck will sich beim Gehaltsgefälle zwischen Main und Saale nicht festlegen. Allerdings hält sie eine Größenordnung von 30 Prozent für realistisch.


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