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Neue Daten belegen: Frauen sind die besseren Trader

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In den Handelssälen der Investmentbanken sind Frauen eher selten anzutreffen. Nach unseren eigenen Untersuchungen machen Frauen gerade einmal 15 Prozent der Trader aus und der Anteil scheint eher noch abzunehmen. Bei den Hedgefonds fällt die Situation eher noch schlechter aus. So sind von den registrierten Hedgefonds-Angestellten in London gerade einmal 6 Prozent Frauen. Bei Blue Crest Capital sind es z.B. 7 Prozent.

Das lässt die Branche nicht gerade in einem guten Licht erscheinen. Nach einer Studie des Trading-Kompetenz-Anbieters Financial Skills, der von ehemaligen Tradern von Merrill Lynch gegründet wurde, geben Frauen weitaus bessere Trader als Männer ab.

„Wir haben herausgefunden, dass Männer ein größeres Risiko als Frauen eingehen“, sagt Financial Skills-Chef David Hesketh. „Das wäre in Ordnung, wenn sie auch mehr Geld generieren würden – aber das ist nicht der Fall.“

Financial Skills betreibt Software, mit der sich Trading in Real Time simulieren lässt. Im vergangenen Sommer haben 326 Praktikanten über die Systeme des Unternehmens getraded. Deren Ergebnisse wurden gemeinsam mit den Resultaten von etwa 400 anderen Teilnehmern ausgewertet. Dabei haben die Nachwuchs-Trader Geld verloren, was laut Hesketh durchaus üblich ist. Allerdings zeigten die Daten auch, dass die Frauen weniger Geld als ihre männlichen Kollegen verloren hätten. Auch hätten sich die Männer häufiger nicht an die Trading-Begrenzungen gehalten.

„Wir haben den Tradern, die an der Simulation teilgenommen haben, gesagt, dass sie einige spezielle Regeln einzuhalten hätten“, sagt Hesketh. „Ihnen wurde nur erlaubt, als erstes am Morgen zu traden, eine Stunde zur Mittagszeit oder nach 5 Uhr. Außerhalb dieser Zeit haben wir sie gebeten, keine Trades zu platzieren oder die Kurse zu beobachten. Wir haben Sie nicht tatsächlich vom Brechen der Regeln abgehalten, aber wir haben ihnen gesagt, dass wir es sicherlich feststellen würden.“

Obgleich die Jung-Trader beteuert hätten, sich an die Regeln zu halten, rechnete Hesketh nicht damit. „Nach unserer Erfahrung bricht JEDER die Regeln. Es stellt sich nur die Frage, wie häufig.“ Dennoch fiel auf, dass die männlichen Teilnehmer die Regeln zweieinhalbmal häufiger brachen als die weiblichen. „Das stellt schon eine riesige statistische Abweichung dar“, betont Hesketh.

Doch dies war noch nicht alles. Die Männer generierten nicht nur weniger Geld als die Frauen, sie platzierten auch eine höhere Zahl an Trades. Auf diese Weise verursachten sie auch höhere Trading-Gebühren für die Bank. Auch waren sie weniger erfolgreich, sobald es erforderlich wurde, short zu gehen. Daher sei es für Hedgefonds besonders unklug, auf Frauen in ihren Reihen zu verzichten.

„Interessanterweise haben die Frauen auch seltener als die Männer getraded. In einem äußerst kostensensitiven Umfeld stellt es einen hilfreichen Beitrag dar, die Brokerage-Kosten der Bank zu reduzieren“, meint Hesketh. „Die Daten legen nahe: Wenn Sie mehr Männer als Frauen einstellen, dann werden sie weniger Geld mit einem höheren Kapitaleinsatz verdienen. Sie werden höhere Transaktionskosten haben und sie brauchen ein hartnäckigeres Risiko- und Compliance-Team“, sagt Hesketh.

Hesketh rechnet damit, dass die Banken ihre Einstellungspolitik in Zukunft ändern werden. „Eine Reihe von Banken, mit denen wir im Sommer zusammengearbeitet haben, hat uns gebeten, die Ergebnisse ihren Einstellungskommissionen vorzulegen“, sagt Hesketh. „In Zukunft werden die Banken nicht nur auf Diversity achten, weil es politisch korrekt ist, sondern weil sie damit das Geschäft profitabler und weniger risikoanfällig machen.“

Jo-Ann Feely vom Recruitment-Unternehmen Alexander Mann nutzt bereits die Ergebnisse: „Die früheren Untersuchungen zur Mitarbeiter-Diversität haben sich auf die moralische Verpflichtung konzentriert. Dagegen haben Argumente rund um das Return on Investment eine untergeordnete Rolle gespielt. Diese Untersuchung zeigt, dass ein diversifizierter Mitarbeiterstamm zu besseren Geschäftsergebnissen, geringerem Risiko und zu produktiveren Beschäftigten führen kann.“

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