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GASTKOMMENTAR: Ich bin für ein MBA aus dem Banking ausgestiegen, hatte eine Erleuchtung und will nie wieder ins Investmentbanking zurückkehren

“Ein Leben ohne Selbsterforschung ist nicht wert, gelebt zu werden.” Dabei handelt es sich um eine Zeile aus der Apologie des Sokrates, deren Weisheit mir erst aufgegangen ist, als ich eine Unterrichtseinheit meines Executive MBA gelernt habe. Das Wissen, das ich bei der Business School erworben habe, war profunder als nur Bilanzen lesen oder Marketingpläne aufstellen zu können. Lassen Sie mich kurz erzählen, wie es so weit gekommen ist:

Nach zehn Jahren habe ich meinen Arbeitgeber gewechselt. Abgesehen von der schieren Zeit, die ich dort verbracht habe, haben mich eine Reihe von anderen Dingen an das Unternehmen gebunden. So hatte ich eine Stelle im Executive Management, habe reguläre und außerordentliche Gehaltsanhebungen sowie Boni erhalten und hatte immer Chancen zur Weiterentwicklung.

Aber war ich wirklich mit dem zufrieden, was ich gemacht habe? Nicht wirklich. Dennoch war ich davon überzeugt, dass die ultralangen Arbeitszeiten und die beständige Brandbekämpfung zum Arbeitsalltag gehören. Ich nutzte alle Mittel der Stressbewältigung, um noch härter zu arbeiten. Ich empfand, dass meine alltäglichen Hürden wichtig seien, um mich anzutreiben zu noch verantwortungsvolleren Stellen, besserer Vergütung und einem angenehmeren Leben.

Ich bin jeden Tag erschöpft nachhause gekommen mit dem Gefühl der Befriedigung, dass ich einen weiteren harten Arbeitstag überstanden hatte. Ich lebte nach dem Mantra: “Was Dich nicht tötet, macht Dich stärker.”

Die plötzliche Erkenntnis während meines MBA

Vor rund 18 Monaten, als ich noch bei meinem alten Arbeitgeber beschäftigt war, habe ich mit meinem Postgraduiertenstudium begonnen. Unter den verschiedenen Lernabschnitten, die ein MBA bietet, war es das Fach Mitarbeiterführung, das den Verlauf meiner Karriere änderte.

Obgleich es sich wie ein Klischee anhört, hatte es etwas von einer Erleuchtung an sich, als ich eines Tages im Unterricht saß und lernte, wieso irgendein Job, ein Projekt oder eine Aufgabe herausfordernder ist, wenn Ihre persönlichen Werte nicht mit denjenigen Ihres Vorgesetzten oder des Unternehmens übereinstimmen, für das Sie arbeiten. Mir war plötzlich klar, dass ich eine Stelle hatte und in einem Unternehmen arbeitete, die nicht meinen Wertvorstellungen entsprachen.

Das war’s, ich ging

Anfang des Jahres gab ich mit großer Zuversicht meinen Job auf und habe eine kurze Auszeit genommen, bevor ich eine neue Stelle antrete.

Worin besteht also die Quintessenz meiner Erfahrung? Besteht sie in den Werten, die Ihre Ausbildung vorantreiben? Nicht wirklich. Während mir meine Studien sicherlich weitergeholfen haben, würde ich allen Leuten raten, die in ihren Jobs gefordert sind, sich die Zeit zu nehmen und nachzudenken, worin tatsächlich ihre eigenen Wertvorstellungen bestehen.

Die meisten von uns leben in einer unglaublich schnelllebigen Welt und haben nur wenig Zeit, darüber zu reflektieren, was wirklich vor sich geht. Vielmehr vergessen wir, wer wir sind, und woran wir wirklich glauben. Indem ich mich über meine persönlichen Wertvorstellungen neu orientierte, habe ich erkannt, dass ich mich in meinem Job weder weiterentwickle noch hinzulerne, auch wenn ich das zuvor so empfunden hatte. Ich befand mich nicht in einem schlechten Unternehmen, sondern es war einfach nicht das richtige Unternehmen für mich.

Der Autor hat für einen Finanzdienstleister im asiatisch-pazifischen Raum gearbeitet.

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