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Krankgeschriebene Mitarbeiterin wegen Facebook-Besuch gefeuert

Unglaublich, aber wahr: Weil eine krankgeschriebene Versicherungsangestellte zuhause die Webseite von Facebook besuchte, hat sie ihr Arbeitgeber fristlos entlassen.

Der bizarre Fall hat sich nach einem Bericht von 20 Minuten bereits im November 2008 abgespielt. Die 31 Jahre alte Assekuranz-Mitarbeiterin war demnach wegen einer Migräne für einen Tag zu Hause geblieben.

Eine Woche später habe sie ihr Chef bei der Versicherung Nationale Suisse zu sich ins Büro zitiert. Dort hätten bereits die Personalleiterin und ein Direktionsmitglied gewartet. Man habe ihr mitgeteilt, sie habe fünf Minuten Zeit, um ihre Sachen zu packen und die Firma zu verlassen, sagte die Betroffene dem Nachrichtenportal. Ihr Chef habe beanstandet, dass sie während ihrer Krankschreibung Facebook besucht hatte. Wer das könne, der könne auch arbeiten, habe er gesagt.

Die Angestellte habe angegeben, sie müsse bei Migräne im Dunkeln liegen und könne nicht am Bildschirm arbeiten, hieß es in einer Stellungnahme der Versicherung gegenüber dem Nachrichtenportal. Die Mitarbeiterin sei jedoch im Internet auf der Webseite Facebook aktiv gewesen. Dieser widersprüchliche Sachverhalt habe das Vertrauen in die Mitarbeiterin unwiderruflich zerstört. Deswegen habe man sich von ihr getrennt.

Die entlassene Angestellte sagte, sie habe im Bett liegend mit ihrem iPhone aufs Internet zugegriffen. So gesehen habe sie weder das Bett verlassen, noch sei sie durchs Haus spaziert.

Dennoch habe sie die Kündigung an sich nicht schockiert. Wegen ihrer Bandscheibenprobleme habe sie immer wieder starke Kopfschmerzen gehabt und sei sich bewusst gewesen, dass sie früher oder später auf der Strasse landen könnte. “Was mich tatsächlich schockierte, war, dass sie mir offenbar nachspionierten”, so die Betroffene weiter.

Der Chef habe während des Kündigungsgesprächs mit Auszügen aus ihrem Facebook-Account herumgewedelt. “Sie haben mich über längere Zeit ausspioniert”, zeigte sich die Frau überzeugt.

Davon will die Nationale Suisse natürlich nichts wissen. Die Facebook-Aktivität der Mitarbeiterin sei zufällig entdeckt worden, zitiert 20 Minuten aus dem Antwortschreiben.

Details dazu könne man aber aus Datenschutzgründen nicht preisgeben. Eine systematische Überprüfung der Facebook-Accounts von Mitarbeitern gebe es aber nicht. Auch seien der ehemaligen Mitarbeiterin während des Kündigungsgesprächs keine Facebook-Ausdrucke vorgelegt worden.

Auf einen Rechtsstreit wollte sich die Entlassene nicht einlassen. Sie sei froh gewesen, ein neutrales Kündigungsschreiben erhalten zu haben. Eine Rückkehr zur Nationale Suisse sei nach der “Spionage” sowieso ausgeschlossen gewesen.

Was meinen Sie? Handelt es sich um einen interessanten Einzelfall, oder haben Sie von weiteren Fällen gehört? Und können Sie die Haltung des Unternehmens nachvollziehen, oder hat es schlicht überreagiert?

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