☰ Menu eFinancialCareers

GASTKOMMENTAR: Die richtigen Banker haben keinen CFA

Zu allererst handelt es sich bei einem Chartered Investment Analyst (CFA) um eine reichlich nutzlose Qualifikation. Und sie wird von Tag zu Tag nutzloser.

Wie die meisten “members-only Clubs” gedeiht der CFA aufgrund seiner Exklusivität. Sie sind Teil einer elitären Gruppe, die hart gearbeitet hat, alle drei Teile des Examens bestanden hat und alle die übrigen geforderten Punkte leisten konnte.

Trotz der Kreditklemme gibt es immer noch eine große Nachfrage nach Jobs in den Bankberufen und es wird immer schwieriger, zwischen den Kandidaten zu unterscheiden, obgleich diejenigen Bewerber mit chronischem Mundgeruch, “nur” guten Noten und schlechtem Aussehen in Geschäftskleidung längst eliminiert wurden.

Doch das CFA Institut steht vor einem existenzbedrohendem Problem. Es handelt sich um eine profitorientierte Organisation und es wäre schon paradox, wenn dies nicht so wäre. Denn einige der Zertifikat-Besitzer zählen zu den reichsten Menschen der Welt und gelten als Musterknaben des modernen Kapitalismus und der effizienten Märkte. Und umso mehr Kandidaten das CFA Institut akzeptiert und je mehr sein Gewinn wächst, desto weniger exklusiv wird es auch.

Bei hoher Arbeitslosigkeit in den Finanzdienstleistungen schreiben sich viele Leute für einen CFA ein. Denn bei einem CFA handelt es sich um eine günstigere Qualifikation als bei bei einem MBA. Dabei erfordert ein CFA einen beinahe ebenso hohen Zeitaufwand wie MBA – sofern Sie alle Level drei Level gleich beim ersten Versuch bestehen.

Dennoch kann es sich das CFA Institut nicht leisten, zu viele Plebejer in ihren behaglichen “members only Club” einzulassen. Also was kann das CFA Institut unternehmen? Als logische Folge zeichnet es jedes Examen auf eine künstliche Glockenkurve ein, wodurch nur eine Minderheit der Teilnehmer jede Prüfung besteht. Der Rest muss sich gedulden, weitere Gebühren zahlen und die Wiederholungsprüfungen Monate später abwarten.

Doch wenn Sie glauben, ein CFA würde Ihre Jobaussichten verbessern, dann betrügen Sie sich selbst. Gewiss hilft Ihnen ein CFA, wenn sie in Asset Management, Aktienanalyse oder Hedgefonds arbeiten wollen – doch anderswo ist er weitgehend überflüssig.

Der einzige Weg, um den Fuß in den Finanzdienstleistungen richtig in die Tür zu bekommen, ist ein dreijähriges Analysten-Programm in einem Mergers & Acquisitions Team in einer Topbank. Ich hasse es, Ihre Träume zu zerstören, doch hierzu erscheint Ihr CFA wie ein IHK-Betriebswirt im Vergleich zu einem BWL-Abschluss von einer Spitzenuniversität.

Bei dem Autor handelt es sich um einen Ex-Corporate Banker, der jetzt im Private Equity arbeitet

Kommentare (2)

Comments
  1. Man muß kein Psychologe sein, um die Motive des Autors zu beurteilen. Ich beobachte identisches Verhalten schon bei vielen Kindern im Grundschulalter (Freunde meiner eigenen Kinder): Was diese Kinder haben ist immer grundsätzlich viel besser, teurer und schöner als das was andere Kinder besitzen. Die meisten Erwachsenen verhalten sich aufgrund der größeren Erfahrung weniger durchschaubar. Ich sage meinen Kindern dann immer: Glaub nicht alles, was deine Freunde dir sagen. Die wollen sich nur wichtig machen.

  2. Der Autor hat Recht, wenn er sagt, dass man keinen CFA Charter braucht, um in einer BANK erfolgreich zu sein. Gute Leute machen auch ohne diesen Nachweis Karriere. Gute Leute bestehen aber auch die CFA Prüfungen und geben damit ein klares Signal ab über ihre Fähigkeit, sich intensiv und selbständig weiterzubilden.
    Wer die notwendige Disziplin aufbringt, gehört zurecht einem elitären Zirkel an, egal wie groß dieses ist.

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier