GASTKOMMENTAR: Die richtigen Banker haben keinen CFA

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Zu allererst handelt es sich bei einem Chartered Investment Analyst (CFA) um eine reichlich nutzlose Qualifikation. Und sie wird von Tag zu Tag nutzloser.

Wie die meisten "members-only Clubs" gedeiht der CFA aufgrund seiner Exklusivität. Sie sind Teil einer elitären Gruppe, die hart gearbeitet hat, alle drei Teile des Examens bestanden hat und alle die übrigen geforderten Punkte leisten konnte.

Trotz der Kreditklemme gibt es immer noch eine große Nachfrage nach Jobs in den Bankberufen und es wird immer schwieriger, zwischen den Kandidaten zu unterscheiden, obgleich diejenigen Bewerber mit chronischem Mundgeruch, "nur" guten Noten und schlechtem Aussehen in Geschäftskleidung längst eliminiert wurden.

Doch das CFA Institut steht vor einem existenzbedrohendem Problem. Es handelt sich um eine profitorientierte Organisation und es wäre schon paradox, wenn dies nicht so wäre. Denn einige der Zertifikat-Besitzer zählen zu den reichsten Menschen der Welt und gelten als Musterknaben des modernen Kapitalismus und der effizienten Märkte. Und umso mehr Kandidaten das CFA Institut akzeptiert und je mehr sein Gewinn wächst, desto weniger exklusiv wird es auch.

Bei hoher Arbeitslosigkeit in den Finanzdienstleistungen schreiben sich viele Leute für einen CFA ein. Denn bei einem CFA handelt es sich um eine günstigere Qualifikation als bei bei einem MBA. Dabei erfordert ein CFA einen beinahe ebenso hohen Zeitaufwand wie MBA - sofern Sie alle Level drei Level gleich beim ersten Versuch bestehen.

Dennoch kann es sich das CFA Institut nicht leisten, zu viele Plebejer in ihren behaglichen "members only Club" einzulassen. Also was kann das CFA Institut unternehmen? Als logische Folge zeichnet es jedes Examen auf eine künstliche Glockenkurve ein, wodurch nur eine Minderheit der Teilnehmer jede Prüfung besteht. Der Rest muss sich gedulden, weitere Gebühren zahlen und die Wiederholungsprüfungen Monate später abwarten.

Doch wenn Sie glauben, ein CFA würde Ihre Jobaussichten verbessern, dann betrügen Sie sich selbst. Gewiss hilft Ihnen ein CFA, wenn sie in Asset Management, Aktienanalyse oder Hedgefonds arbeiten wollen - doch anderswo ist er weitgehend überflüssig.

Der einzige Weg, um den Fuß in den Finanzdienstleistungen richtig in die Tür zu bekommen, ist ein dreijähriges Analysten-Programm in einem Mergers & Acquisitions Team in einer Topbank. Ich hasse es, Ihre Träume zu zerstören, doch hierzu erscheint Ihr CFA wie ein IHK-Betriebswirt im Vergleich zu einem BWL-Abschluss von einer Spitzenuniversität.

Bei dem Autor handelt es sich um einen Ex-Corporate Banker, der jetzt im Private Equity arbeitet

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