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Auf Heller und Pfennig: Die mageren Vergütungen der Landesbanken

Gehälter

Sparschweine von Landebankern sind auf Diät gesetzt.

Die fünf verbleibenden Landesbanken stehen nicht gerade im Ruf, üppige Gehälter zu zahlen. Doch was ist daran Wahrheit und was Legende? Wir versuchen den Vergütungsstrukturen von LBBW, BayernLB, NordLB, Helaba und HSH Nordbank ein wenig auf den Grund zu gehen. Dabei helfen die Vergütungsberichte, die größere Banken sämtlich nach der Instituts-Vergütungsverordnung veröffentlichen müssen. Allerdings geschieht dies meist stillschweigend und ohne Pressemitteilungen auf den Webseiten. Wir haben die Berichte dennoch gesichtet. Das Ergebnis bestätigt leider den schlechten Ruf. Die Gehälter bleiben überschaubar und die Boni winzig. Konkret:

LBBW: Die Bank der Miniboni I

Wie bei den anderen untersuchten Banken fällt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nicht durch üppige Bonuszahlungen aus. Die variablen Vergütungen machen gerade einmal 5,3 Prozent der Festgehälter aus. Share on twitter Insgesamt beläuft sich der Bonuspool bei der LBBW auf keine 31 Mio. Euro, was angesichts von 10.671 Mitarbeitern wahre Peanuts sind. Im Durchschnitt mussten sich die Beschäftigten also mit gut 2900 Euro begnügen, was sicher nicht für einen Sportwagen reicht.

Am höchsten fallen die Vergütungen noch in der Sparte Financial Markets aus, wo zu den Bruttogehältern von gut 70.000 Euro noch ein durchschnittlicher Bonus von gut 7000 Euro hinzukommt.

LBBW2013

BayernLB: Was Risikoträger in München kassieren

Die BayernLB veröffentlicht lediglich die Vergütungen ihrer sogenannten Risk Taker. Dabei handelt es sich um gerade einmal 84 Personen, die eine besondere Verantwortung für Erträge und Risiken der Bank tragen. Aus diesem Grund fallen die Gehälter höher aus als bei LBBW und NordLB. Im Durchschnitt müssen sich die Risikoträger mit rund 259.000 Euro begnügen. Damit schnitten die Risikoträger in München deutlich schlechter ab als ihre Kollegen von der Deutschen Bank. Die 1295 Risikoträger des deutschen Branchenprimus trugen im Durchschnitt immerhin 1,3 Mio. Euro nachhause – also etwa das Fünffache.

Auch die Auszahlungsmodalitäten für die Boni fallen in Bayern vergleichsweise rigide aus. Denn die Grenzen für eine sofortige Barauszahlung der variablen Komponenten liegen dort bei Risikoträgern der „zweiten Ebene“ bei 50.000 und bei denen der darunter liegenden Management-Ebenen bei 30.000 Euro. Alles, was darüber hinausgeht, wird zu 60 bzw. 40 Prozent über drei Jahre zeitverzögert ausbezahlt. Insgesamt belaufen sich die Boni gerade einmal auf 14,6 Prozent der Festgehälter. Das EU-Bonuscap bei 100 Prozent der Grundbezüge stellt also für die Bayern kein Problem dar.

BayernLB2013

NordLB: Die Bank der Miniboni II

Bonusjunkies sind auch bei der NordLB an der falschen Adresse. Je nach Geschäftsbereich müssen sich die Angestellten mit einer durchschnittlichen variablen Vergütung zwischen 3937 in der Marktfolge bis 7414 im Markt-Bereich begnügen. Share on twitter Der Durchschnitt in der Gesamtbank belief sich gerade einmal auf keine 6000 Euro. Die sechs Vorstandsmitglieder haben in 2013 sogar keinerlei Bonus erhalten. Insgesamt belief sich der Bonuspool auf schmale 24 Mio. Euro.

Auch die Grundgehälter fallen wenig spektakulär aus. Sie variieren von unter 57.000 Euro in der Marktfolge bis zu weniger als 63.000 Euro im Markt-Bereich. Die sechs Vorstände streichen auch nur 500.000 Euro ein.

Dennoch gibt es einen kleinen Trost für die Beschäftigten: Die NordLB kennt ausschließlich Barboni, die bis zu einer Höhe von 50.000 Euro direkt ausbezahlt werden. Erst darüber hinaus werden mindestens 40 Prozent der variablen Bezüge über drei bis fünf Jahre verzögert ausbezahlt. Angesichts der niedrigen Durchschnittsboni dürfte dies nur wenige Mitarbeiter betreffen.

NordLB2013

Helaba: Die Banken mit den höchsten Boni unter den Landesbanken

Obgleich die Boni auch bei der Helaba gerade einmal 14,8 Prozent der Festgehälter ausmachen, scheinen die Hessen bei den Boni doch im Vergleich zu den übrigen Landesbanken am Großzügigsten zu zahlen. So trug in 2013 jeder der Beschäftigten der Helaba zumindest eine variable Vergütung von 10.000 Euro nachhause. Die Gesamvergütungen pro Kopf lagen in etwa bei 78.000 Euro.

Helaba2013

Auch die acht Vorstandsmitglieder konnten sich über einen Bonus pro Kopf von 262.500 Euro freuen. Bei den 20 Risikoträgern unterhalb des Vorstands belief sich die variable Vergütung zumindest noch auf 115.000 Euro.

 

Helaba2013b

 

Klammheimlich hat endlich auch die HSH Nordbank ihren Vergütungsbericht für 2013 online gestellt. Damit ist sie das Schlusslicht unter den fünf verbleibenden Landesbanken. Die anderen Institute hatten zumeist bereits vor Monaten die Zahlen veröffentlicht. Dennoch gewährt der Vergütungsbericht auch bei den Nordlichtern interessante Einblicke in die Vergütungspraxis.

Nachdem die HSH Nordbank die staatlichen Garantien Hamburgs und Schleswig-Holsteins angenommen hat, gilt hier eine Deckelung der Gesamtvergütungen bei 500.000 Euro. Kaum verwunderlich also, dass jeder der fünf Vorstände in 2013 exakt eine halbe Million nachhause trug.

Doch dies bedeutet keinesfalls, dass auch die übrigen Mitarbeiter eine Nullrunde bei den Boni durchmachen mussten. Die höchste variable Vergütung kassierten mit exakt 100.000 Euro die zehn sogenannten Risk Taker aus der Restructuring Unit. Unter Risk Takern versteht der Gesetzgeber Mitarbeiter, die eine besondere Verantwortung für Risiko und Erträge haben. Zusammen mit ihren Grundgehältern brachten es die zehn Spitzenverdiener aus der Restructuring Unit in 2013 auf insgesamt 300.000 Euro.

Ihre sechs Kollegen aus dem Bereich Schiffs-/Projekt- und Immobilienfinanzierung brachten es auf die gleiche Summe. Allerdings fiel hier der Bonus mit 83.333 Euro niedriger aus, während die Grundgehälter entsprechend höher lagen. Pikant ist dabei, dass die Bank ausgerechnet ihr Spitzenpersonal aus den beiden Problembereichen der Bank am üppigsten bezahlt.

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Das gleiche Bild zeigt sich auch bei den restlichen Mitarbeitern der Bank. In der Restructuring Unit und der Schiffsfinanzierung belief sich die Gesamtvergütung – Gehälter plus Boni – auf durchschnittlich ziemlich genau 100.000 Euro. In der Gesamtbank sind es hingegen durchschnittlich nur etwa 80.000 Euro. Damit zahlte die HSH Nordbank unter allen Landesbanken in 2013 am besten, obgleich es die Landesbank mit den größten Problemen ist. Allerdings liegen die durchschnittlichen Vergütungen bei den hessischen Kollegen nur geringfügig niedriger.

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