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Wie Sie Ihren verdienten Bonus für 2014 durchsetzen

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In diesem Jahr sieht die Situation an der Bonusfront trübe aus: Die Erträge im Investment Banking fallen, im Devisengeschäft müssen die Banken Geldbußen in Mammutgröße stemmen und erstmals gilt die EU-Bonusdeckelung. Dennoch scheint „Differenzierung“ zum neuen Modewort in der Branche zu avancieren. Im Klartext bedeutet dies: Einige bekommen (noch) mehr und andere (noch) weniger – sorry. Dennoch können die Betroffenen versuchen, die Bonuszahlungen für 2014 in ihrem Sinne zu beeinflussen. Wir haben aktive und ehemalige Banker sowie einen Psychologen nach ihren Tipps gefragt:

1. Es geht nicht um Sie, sondern um das Team

„Die Boni sind in der Vergangenheit wesentlich individueller ausgefallen“, erinnert sich ein Equity Sales-Spezialist einer US-Bank in London. „Heute werden sie an das Team vergeben und Sie müssen Ihren Bonus immer in diesem Kontext sehen. Es gibt keinen Weg, seinen Bonus individuell zu steigern. Und wenn Sie es doch versuchen sollten, dann wird es nicht nachhaltig sein.“

2. Warten Sie nicht bis zum letzten Moment

Banker werden niemals den maximal möglichen Bonus einstreichen, wenn sie bis zum letzten Moment warten. Vielmehr stellt ein ansehnlicher Bonus das Ergebnis einer regelrechten Selbstvermarktungs-Kampagne dar, die über ein ganzes Jahr hin angelegt ist.

„Ich bin mit meinem neuen Vorgesetzten in ein Meeting gegangen und er hat mich im Bereich Kundenentwicklung auf drei von fünf eingeschätzt“, sagt eine Equity Sales-Spezialistin. „Dies war der Fall, obgleich ich für vier der zehn wichtigsten Kunden verantwortlich war und von jedem dieser Kunden als sehr gut eingeschätzt wurde. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er mir, dass er das nicht gewusst habe. Er würde 30 Leute führen und jeder hätte ihm Details zu seinen Erfolgen gesandt. Ich hatte einfach angenommen, dass ihm meine Erfolge bekannt wären.“

„Sie müssen sicherstellen, dass Ihren Managern klar ist, was Sie alles während des Jahres leisten“, betont ein ehemaliger Managing Director (MD) für strukturierte Kredite. „Es ist nicht gut, erst kurz vor der Bonuszeit auf seinen Wert hinzuweisen.“

Die Entscheidungen über die Bonuspools werden üblicherweise ab September getroffen. Falls Sie also Ihre persönliche Bonus-Kampagne erst im November anschieben, dann ist es meist zu spät.

3. Konzentrieren Sie sich auf die größten Leistungen aus der zweiten Jahreshälfte

„Ihr Vorgesetzter wird sich sicherlich wesentlich leichter an Ihre Leistungen aus dem dritten und vierten Quartal erinnern, als an diejenigen aus dem ersten und zweiten“, betont der MD. „Ihre zeitlich naheliegenden Leistungen stehen immer im Vordergrund, wenn die Leute darüber entscheiden, wie viel sie Ihnen zahlen.“

4. Drohen Sie nicht mit der Kündigung, falls Sie nicht wirklich unersetzlich sind

Die Drohung mit der eigenen Kündigung zählte in der Vergangenheit zu den Lieblingstaktiken risikosüchtiger Banker. Doch in der heutigen Zeit freuen sich viele Banken, wenn sie teure Führungskräfte loswerden können, ohne ihnen eine fette Abfindung zu zahlen. Also sollten Sie es nicht zu weit treiben.

„Mit der Kündigung zu drohen, stellt eine sehr ristkante Strategie dar“, meint auch der ehemalige MD. „Das funktioniert, wenn Sie eine sehr starke Performance abliefern, aber es kann nach hinten losgehen, wenn dies nicht der Fall ist.“

5. Besuchen Sie im dritten Quartal die Unternehmenszentrale

Falls Sie Ihre Sichtbarkeit im Unternehmen rechtzeitig zur Bonussaison steigern wollen, dann kann ein Besuch der Unternehmenszentrale im dritten Quartal durchaus hilfreich sein, erzählt ein M&A-Spezialist aus Paris. „Der Besuch muss einige Wochen vor dem Datum erfolgen, wenn die Boni verteilt werden“, ergänzt der Banker.

6. Degenerieren Sie nicht zum Allerweltsprodukt

Die Jobs im Banking werden immer standardisierter, meint die Equity Sales-Spezialistin. Damit wachse die Überzeugung, dass das Personal austauschbar sei und es daher keinen Grund gebe, jemanden allzu großzügig zu bezahlen. Falls Sie Ihren Bonus maximieren wollen, dann müssen Sie gegen dieses Vorurteil ankämpfen. „Jeden Tag müssen Sie sich für Ihre Kunden besonders anstrengen, damit Sie sich von den anderen absetzen“, sagt sie. „Sie müssen Verständnis und Inspiration mitbringen. Sie müssen aus der Masse herausstechen.“

7. Sprechen Sie über die Erträge, die Sie in 2015 generieren

Boni stellen nicht nur eine Belohnung für vergangene Erfolge dar. Vielmehr dienen Sie auch dazu, Sie bei der Stange zu halten. „Sprechen Sie über die Zukunft und Ihren Beitrag für 2015“, empfiehlt der MD. „Wenn Sie Ihre Vorgesetzten davon überzeugen, dass jemand mit Ihrem Profil eine besondere Chance hat im neuen Jahr Erträge zu generieren, dann werden sie Sie wertschätzen.“

8. Übertreiben Sie es nicht mit Ihrer Selbstvermarktung

Bei der Selbstvermarktung handelt es sich um ein gefährliches Spiel. Falls Sie es ungeschickt anstellen, dann kann dies schnell als Eigenlob und Aggression ausgelegt werden. Das gilt besonders für Frauen, die hierbei strenger als Männer beurteilt werden.

„Sie müssen Ihre Leistungen markieren“, sagt Business Psychologe Oliver James. „Dies erfordert einen gewissen Scharfsinn“, ergänzt James. „Es gibt keine einfache Erfolgsformel. Es dreht sich alles um die Persönlichkeit von demjenigen, mit dem Sie zu tun haben.“ Laut James dürfen Sie durchaus humorvoll, direkt oder auch undurchsichtig auftreten – in dem Sinne, dass Ihre Absichten unklar bleiben. Das hängt ganz von dem Kommunikationsstil Ihrer Vorgesetzten ab.

9. Versuchen Sie Ihre Vorgesetzten subtil zu manipulieren

Schließlich erzählt ein jüngerer M&A-Spezialist eine wohl nicht ganz wahre Geschichte über eine gelungene Bonus-Maximierung bei Morgan Stanley. „Die meisten Analysten tragen keine Krawatte, da sie ohnehin ihren ganzen Tag mit Excel-Tabellen im Büro verbringen“, erzählt er. „Doch es gab einen, der tatsächlich eine trug. Er sagte, dass die Krawatte bedeute, dass sein Bonus regelmäßig 10 Prozent höher als von jedem anderen ausfalle. Die Manager sahen ihn und nahmen an, dass er zu einer Menge von Kundenmeetings eingeladen werde, weil er immer so gut gekleidet auftrat. Daher dachten sie, dass er ziemlich gut sein müsse.“

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