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Die feinen Unterschiede zwischen guten und schlechten Recruitern

Schlechte Personalvermittler machen gerne etwas vor.

Schlechte Personalvermittler machen gerne etwas vor.

Recruiter haben nicht den allerbesten Ruf. Viele Bewerber halten diese Spezies für wenig hilfreich, unethisch oder sogar unmoralisch. Doch es gibt auch sehr gute Personalberater. So habe ich selbst vier Jahre als Recruiter gearbeitet und weiß daher, worüber ich spreche. Dabei gibt es einige Kriterien, an denen sich gute und schlechte Headhunter unterscheiden.

Achten Sie auf Kundenkontakt

Arbeitgeber haben ein ureigenes Interesse daran, die Crème de la Crème der Personalvermittler zu engagieren. Dies bedeutet, dass Headhunter mit starken, lang dauernden Kundenbeziehungen einen Kandidaten besser unterstützen können, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass sie aufgrund Ihrer Soft-Skills ein guter Fang für das Unternehmen wären, auch wenn sie bei den Fachkenntnissen eher in der zweiten Liga spielen.

Daher sollten Sie fragen, wie lange ein Personalvermittler bereits mit einem bestimmten Kunden zusammenarbeitet und wie viele Kandidaten er in dem Unternehmen bereits platziert hat. Falls sie lediglich Ihren Lebenslauf an eine allgemeine E-Mailadresse der Personalabteilung senden, dann sollten Sie sich schleunigst nach einem anderen Recruiter umschauen. Denn falls Sie von jemanden vertreten werden, der keine guten Kundenbeziehungen unterhält, dann schneiden Sie oft sogar schlechter ab, als wenn Sie sich gleich direkt bewerben. Denn Sie erhalten keine wirksame Unterstützung und es baumelt um Ihren Hals auch noch ein Preisschild mit den Gebühren des Personalvermittlers.

Dagegen können gute Recruiter Kandidaten auch auf Stellen vermitteln, die gar nicht öffentlich ausgeschrieben sind. Falls ein Recruiter seinem Kunden sagen kann: „Sie müssen diese Person kennenlernen“ und Sie werden tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen, dann arbeiten Sie mit dem richtigen Recruiter zusammen.

Lassen Sie sich nicht ausfragen

Eine bewährte Taktik von weniger seriösen Personalvermittlern besteht darin, die Kandidaten nach eigenen Geschäftsmöglichkeiten auszufragen. Wenn Sie bereits um Referenzen gebeten werden, bevor der Prozess richtig begonnen hat oder wenn Sie danach gefragt werden, vom wem Sie schon zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, dann sollten Kandidaten dies als Alarmzeichen begreifen.

Einmal habe ich sogar gehört, dass ein solcher Personalvermittler den Namen eines Hiring Managers erfunden hat, um den Namen der wirklichen Person zu ermitteln: „Haben Sie mit Bob Johnson gesprochen?“ Mit derartigen Leuten sollten Sie nicht zusammenarbeiten.

Achten Sie auf Ehrlichkeit

Meist beklagen sich Kandidaten, dass sie von Personalvermittlern an der Nase herumgeführt werden. Sie geben an, dass sie den Lebenslauf des Kandidaten versandt haben, obgleich das gar nicht der Fall ist. Sie machen Kandidaten Hoffnungen, trotzdem sie genau wissen, dass die Chancen gering sind oder sie versprechen ein Feedback, ohne dass jemals irgendetwas passiert.

Derartige Enttäuschungen lassen sich am leichtesten vermeiden, wenn man schon frühzeitig jeden Hinweis auf Ehrlichkeit und Unehrlichkeit penibel registriert. Die besten Recruiter sind zumeist diejenigen, die Kandidaten auch unangenehme Weisheiten erklären; dass sie z.B. nicht für die Stelle geeignet sind, das Vorstellungsgespräch schlecht verlief oder dass die Kandidaten noch an ihrem Lebenslauf arbeiten müssen.

Der erfolgreichste Recruiter, den ich jemals kennenlernen durfte, hat jedes Erstgespräch damit begonnen, dem Kandidaten zu erzählen, was alles mit dessen Hintergrund nicht stimmt und welche Hürden er nehmen müsse. Sicherlich will jeder Finanzprofi mit jemanden zusammenarbeiten, der sich nett und professionell gibt. Doch wer einem das Blaue vom Himmel verspricht, taucht rasch unter, sobald sich die Dinge nicht wie erhofft entwickeln.

Suchen Sie nach jemanden, der sich eingehend mit Ihnen beschäftigt

Schlechte Recruiter werfen mit tausenden an Lebensläufen um sich und hoffen, dass einer davon bei einem Unternehmen hängen bleibt. Dagegen investieren gute Personalberater viel Zeit in eine relativ kleine Gruppe von Leuten, auch wenn sie gerade nicht über die perfekte Stelle verfügen.

Suchen Sie also nach Recruitern, die sich tatsächlich mit Ihnen treffen und verstehen wollen, wonach Sie suchen und was Sie zu vermeiden wünschen. Denn gute Recruiter versenden nicht nur Lebensläufe, sondern repräsentieren gute Kandidaten. Und der erste Schritt dazu, besteht in einem persönlichen Gespräch.

Kommentare (1)

Comments
  1. Sind wir ehrlich:
    Es gibt 2 Geschäftsmodelle, die wesentlichen Einfluss auf die Qualität eines Headhutners haben:
    1. Headhunter, die auf Provisionsbasis arbeiten: Diese haben weder die Zeit, noch die enge Kundenbindung, die oben im Artikel erwähnt sind. Warum? Weil aufgrund ihres Geschäftsmodells Geschwindigkeit der entscheidende Faktor ist. Sind sie zu langsam, machen andere das Rennen und kassieren die Provision.
    2. Headhunter, die auf Basis von Festhonoraren/Retainern arbeiten:
    Diese sind fast immer auf bestimmt Kunden fokussiert, da sich solche Mandat nur durch gute Kundenpflege akquirieren lassen. Der Berater weiß meist, wovon er spricht und kann sich auch die Zeit nehmen, da er im Prinzip “schon bezahlt ist”.

    Daher würde ich jedem raten, sich nur mit der zweiten Kategorie von Bersatern einulassen. Von erster Kategorie erreichen uns täglich dutzende CVs, die einfach in einer Mail zusammengefasst an eine Recruiting-Adresse gehen. Aus diesem Fundus haben wir in den letzten 5 Jahren niemanden eingestellt.

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