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Scheichs auf Einkaufstour: Katar scheint gleich zwei der größten Luxemburger Banken zu übernehmen

Zumindest Luxemburger Banken stellen keinen Ladenhüter dar. Vielmehr reißen sich Investoren um KBL European Private Bankers und die DEXIA Tochter BIL geradezu. Das pikante daran: Zwei der größten Institute scheinen damit an Investoren aus dem winzigen Scheichtum Katar im Persischen Golf zu gehen – womöglich handelt es sich sogar um den gleichen Investor. Konkret:

KBC group, die belgische Muttergesellschaft der KBL in Luxemburg, teilte am heutigen Montag (10. Oktober) mit, die KBL für 1,05 Mrd. Euro an das Luxemburger Investmentvehikel Precision Capital zu verkaufen. Dabei handle es sich um ein “Unternehmen, das die Geschäftsinteressen eines Investors aus Katar repräsentiere”, hieß es weiter. KBC erwähnte indes nicht, welcher Investor sich konkret hinter dem Deal verbirgt.

Die KBL stellt ein Netzwerk von Privatbanken dar, das in verschiedenen westeuropäischen Länder tätig ist. Dazu zählt auch die Münchner Merck Finck Privatbank, die mit rund 400 Beschäftigten Kundenvermögen in Höhe von etwa 10 Mrd. Euro verwaltet. Zu dem Netzwerk gehören u.a. die Richelieu Banque Privée in Frankreich, Brown Shipley & Co. in Großbritannien sowie Theodor Gilissen Bankiers in den Niederlanden. Insgesamt verwaltet die KBL Kundenvermögen von 47 Mrd. Euro mit etwa 2500 Mitarbeitern.

Die KBL sollte bereits vor einigen Monaten für 1,35 Mrd. Euro an die indische Hinduja-Gruppe veräußert werden. Das Geschäft platzte jedoch im letzten Moment nach einer Intervention der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF.

Der Deal erhält durch den ebenfalls geplanten Verkauf der Luxemburger DEXIA-Tochter Banque Internationale à Luxembourg eine außerordentliche Brisanz. Laut dem Luxemburger Finanzminister Luc Frieden soll die BIL an eine internationale Investorengruppe gehen, an dem sich das Großherzogtum als Minderheitsgesellschafter beteiligt. Auch hier wurden die Investoren nicht namentlich benannt. Doch nach Informationen der französischen Wirtschaftszeitung Les Echos soll der Katarer Staatsfonds “Quatar Investment Authority” mit von der Partie sein.

Mithin besteht die Möglichkeit, dass sich sowohl hinter dem Käufer der KBL als auch hinter dem Engagement der BIL der gleiche Investor verbirgt: Nämlich der besagte Staatsfonds aus Katar, der mit KBL und BIL gleich zwei der größten Banken in Luxemburg schlucken könnte.

KBC-Chef Jan Vehevel kommentierte das Engagement der Scheichs wie folgt: “Es ist auch beruhigend zu sehen, dass ein Investor aus Katar die Stärken und das Potenzial eine europäischen Privatbanken-Gruppe erkennt und schätzt. Precision Capital glaubt, dass KBL sowohl onshore als auch durch strategische Chancen organisch wachsen könne und hofft, aus den Verbindungen zum Mittleren Osten und Asien Kapital zu schlagen.”

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