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KPMG stellt fest: Der typische Wirtschaftskriminelle arbeitet in Finance

Macht Gelegenheit Diebe oder haben die Beschäftigten im Finance-Sektor eine besondere Affinität zu rechtswidrigen Verhalten? Diese Frage legt zumindest eine neue KPMG-Studie über die Wirtschaftskriminalität in 69 Ländern nahe. Demnach arbeitet der typische Wirtschaftskriminelle in Finance.

Aus dem umfangreichen Datenmaterial konnte KPMG ein typisches Täterprofil extrahieren, dass wir Ihnen nicht vorenthalten wollten. So schreibt das Wirtschaftsprüfungsunternhmen:

“Ein durchschnittlicher Täter besitzt folgende Merkmale:

  • Er ist männlich
  • 36 bis 45 Jahre alt
  • in einer Finanz-Funktion oder im finanznahen Bereich tätig
  • befindet sich im Senior-Management
  • arbeitet seit mehr als zehn Jahren für die gleiche Firma
  • und operiert gemeinsam mit anderen Tätern”
  • Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Frauen einstellen

    Dabei scheint das typische Profil rund um den Globus ein wenig unterschiedlich auszufallen. So entfallen in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) gerade einmal 8 Prozent der Wirtschaftsdelikte auf Frauen. Arbeitgeber in diesen Regionen sind also bei der Anstellung weiblicher Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes auf der sicheren Seite.

    Dagegen scheint die Emanzipation in der Disziplin Langfinger in Amerika und Asien schon deutlich weiter gediehen zu sein. Denn hier werden 22 bzw. 23 Prozent der Wirtschaftsdelikte von Frauen begangen. Die Autoren der Studie führen diese Tatsache indes u.a. auf den geringeren Anteil von Frauen in Führungspositionen in Europa zurück.

    An der Unternehmensspitze stinkt es besonders

    Laut der Studie stellen Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratsmitglieder (bzw. Aufsichtsratsmitglieder in Deutschland) und das Senior Management gemeinsam die Mehrheit der Wirtschaftsbetrüger. Allein 53 Prozent der Täter stammen aus diesen höheren Hierarchieebenen, wobei sich die Zahl seit der letzten Erhebung in 2007 signifikant von 60 Prozent verbessert hat.

    “Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass in den letzten Jahren gerade auf der Ebene des Senior Managements vielerorts Programme zur Bekämpfung von Betrug eingeführt wurden. Dennoch ereignen sich auf dieser Ebene nach wie vor die meisten Betrugsfälle”, sagt Anne von Heerden von KPMG Schweiz.

    Quelle: KPMG Schweiz

    Woran potenzielle Delinquenten erkannt werden können

    Nach KPMG-Erkenntnissen gibt es bei 56 Prozent der Fälle handfeste Warnsignale.

    “Mögliche Warnsignale sind:

  • Verweigerung von Ferien
  • auffällige Verhaltensänderung (dominierendes, absolutes Verhalten)
  • außergewöhnliche Großzügigkeit
  • spezielles Interesse für spezifische Unternehmensabläufe
  • Spielsucht / exzessiver Lebensstil
  • fehlende oder unvollständige Dokumente”
  • In der Schweiz sind besonders Family Offices gefährdet

    Speziell für den Finanzplatz Schweiz stellt KPMG einen besonders pikanten Trend fest, was die Experten herausstreichen: “Family Offices in der Schweiz werden zum Ziel von Wirtschaftskriminalität. Täter tendieren dazu, eher Angestellte oder externe Berater wie Investmentberater als Familienmitlieder zu sein.”

    Kommentare (1)

    Comments
    1. ja, sitzen im Finanzbereich und arbeiten überwiegend für die großen Beratungsgesellschaften
      KPMG, PwC, Accenture etc.
      Wenn man in die Historie der letzen 20 Jahre schaut, ist PwC bei ziemlich jeden Skandal verwickelt – Enron, Metallgesellschaft, Barrings Bank (Nick Leeson).

      Woher kommt das? – Weil die Grünschnäbel nicht eine Sekunde in einer Bank aktiv gearbeitet haben, sondern nach der Uni keine bessere Möglichkeit fanden, als den Neunmalklugen zu geben, und immer in der ersten Reihen saßen und sitzen, den Finger in die Höhe recken und “ich weiß was” rufen und max heiße Luft rauskommt.
      Die braucht nun mal keiner in einer Bank – also sind die Berater ganz hipp mit Flugzeug und Bahn unterwegs zu einem “Projekt” und überwichtig – (geistige und seelische Armut…)

      Wenn einige Beratungsgesellschaften 3500€ Tagessatz verlangen, ist das ein Problem an und für sich schon

      – aber das zeigt auch die Inkompetenz der Manager, die sich externe Berater holen müssen, um ja nicht Fehler zu begehen (oder zur Verschleierung der Unwissenheit) – das ist aber nun ein anderes Thema.

      die Weisheit mit Löffeln gefressen Antworten
       

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