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Investmentbanking rettet UBS-Ergebnis: Bei den Vergütungen regiert indes der Rotstift

UBS-Chef Sergio Ermotti

UBS-Chef Sergio Ermotti

Die UBS konnte im zweiten Quartal ihren Vorsteuergewinn um 19 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro steigern. Für den Geldsegen war ebenso wie bei der Deutschen Bank das Investmentbanking verantwortlich, das sein Ergebnis vor Steuern um 36 Prozent auf 579 Mio. Franken verbessern konnte.  Im Gesamtjahr summieren sich damit bereits die Vorsteuergewinne der Sparte auf 1,75 Mrd. Franken, wie aus den am heutigen Dienstag (29. Juli) veröffentlichten Quartalszahlen hervorgeht.

Auch die UBS konnte vor allem im Geschäft mit Aktienemissionen glänzen, wo die Erträge binnen Jahresfrist um 50 Prozent auf 349 Mio. Franken in die Höhe schnellten. Selbst das viel geschmähte Geschäft mit festverzinslichen Anlagen erholte sich kräftig. Hier kletterten die Erträge im Geschäft mit Anleiheemissionen um 51 Prozent auf 371 Mio. Franken.

Quelle: UBS

Quelle: UBS

Anders jedoch im Sales & Trading. Im Aktiengeschäft brachen die Erträge um 18 Prozent auf 910 Mio. Franken ein. Das Geschäft mit Währungen und Zinsen verbesserte sich indes um 9 Prozent auf 394 Mio. Franken.

Auch die Mitarbeiter bekommen von dem Geldsegen ihren Teil ab – allerdings nur im Investmentbanking.  So ließ die UBS im ersten Halbjahr pro Kopf durchschnittlich gut 198.000 Franken für jeden Investmentbanker springen, was ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 7 Prozent bedeutet. Allerdings wurden binnen Jahresfrist auch weitere 375 Stellen gestrichen.  Die Aufwands-Ertragsquote verschlechterte sich in dem gleichen Zeitraum empfindlich von 65,2 auf 77,5 Prozent.

Im Wealth Management konnte die UBS mit einem Nettonneugeldzufluss von 10,7 Mrd. Franken glänzen. Doch damit hören die guten Nachrichten fast schon auf. So brach der Gewinn im zweiten Quartal um 36 Prozent auf magere 355 Mio. Franken ein. Hierfür zeichnete vor allem ein kräftiger Anstieg der Sachkosten um 46 Prozent auf 676 Mio. Franken verantwortlich, während die Personalkosten sogar leicht sanken. Die Aufwands-Ertagsquote lag mit 81,6 Prozent im zweiten Quartal deutlich zu hoch.

Kein Wunder, dass die UBS beim Wealth Management-Personal auf die Kostenbremse tritt. Der Personalaufwand pro Kopf verminderte sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 4 Prozent auf gut 100.000 Franken. Erstaunlich ist indes, dass das Institut in dieser Sparte sogar gut 300 Jobs schuf.

Im Wealth Management Americas sieht es nur wenig erfreulicher aus. Hier purzelte der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal zwar nur um 9 Prozent auf 211 Mio. Franken, womit das amerikanische Geschäft indes immer noch deutlich dem restlichen Wealth Management hinterherhinkt. Dies belegt auch die mit 86,4 Prozent sehr hohe Aufwands-Ertragsquote.

Die Vergütungen fallen in der neuen Welt allerdings deutlich üppiger als in der alten aus. So ließ die Sparte für jeden Mitarbeiter im ersten Halbjahr durchschnittlich knapp 140.000 Franken springen, was nur marginal unter dem Vorjahr liegt. Auch hier wurden 100 Stellen neu geschaffen.

Im Filialgeschäft gab der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal um 6 Prozent auf 354 Mio. Franken nach. Mit einer Aufwands-Ertragsquote von 60,6 Prozent arbeitet das Geschäft mit Schweizer Privat- und Firmenkunden allerdings besonders wirtschaftlich. Pro Kopf gab die UBS in ihrem Filialgeschäft im ersten Halbjahr knapp 76.000 Franken aus, was 3 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Darüber hinaus mussten fast 370 Mitarbeiter ihren Hut nehmen.

Im Asset Management lag der Vorsteuergewinn zwischen April und Juni mit 359 Mio. Franken leicht über dem Vorjahresquartal. Damit profitiert die Bank von der anhaltend guten Situation an den Kapitalmärkten. Dagegen verschlechterte sich die Kostenquote signifikant von 67,5 auf 75,1 Prozent. Bei den Personalkosten setzte die UBS den Rotstift an.  Während der Personalaufwand pro Kopf um 7 Prozent auf gut 111.000 Franken nachgab, blieb die Beschäftigung auf Vorjahresniveau.

Unterdessen hat sich die UBS im Streit um die Beihilfe zur Steuerhinterziehung mit der Staatsanwaltschaft Bochum geeinigt. Demnach muss die UBS eine Buße von 300 Mio. Euro zahlen; im Gegenzug sieht die Staatsanwaltschaft von einer weiteren Verfolgung ab. Laut der Schweizer Bank belastet die Einigung das Quartalsergebnis mit 120 Mio. Franken, Mittlerweile hätten sich 95 Prozent der deutschen Kunden als steuerehrlich erklärt. Bis Ende des Jahres will die UBS das Kapitel abgeschlossen haben.

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