☰ Menu eFinancialCareers

Wann ein Personalvermittler helfen kann

Recruiter

Beecher Tuttle ist New York-Korrespondent von eFinancialCareers. Vor seiner Karriere als Journalist arbeitete Tuttle selbst als Recruiter. Hier plaudert er ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Wer nach vielen Jahren in einem Unternehmen erstmals wieder einen neuen Job sucht, verschwendet oft keinen Gedanken an einen Headhunter. Die meisten Kandidaten wollen auch die volle Kontrolle über ihre Bewerbung behalten. Dennoch können Personalvermittler in bestimmten Fällen weiterhelfen:

Wenn Sie keine Ahnung von Gehaltsverhandlungen haben

Besonders jüngere Bewerber bringen oftmals wenig Erfahrung in Gehaltsverhandlungen mit. So mancher ist von dem Unternehmen und der beruflichen Herausforderung so begeistert, dass er ohne nachzudenken das erste Angebot unterschreibt.

Ein anderer klassischer Fall sind Kandidaten, die sich nicht wohl dabei fühlen, in womöglich harten Gehaltsverhandlungen ihrem potenziellen Chef gegenüber zu sitzen. Sie müssen vorsichtig auftreten und sich gleichzeitig Respekt verschaffen, um möglichst viel Geld herauszuschlagen.

In solchen Fällen können Personalvermittler helfen, indem sie Peinlichkeiten vermeiden. Da das Honorar von Headhuntern normalerweise einen bestimmten Prozentsatz des ersten Jahresgehalts ausmacht, liegt es im ureigensten Interesse der Personalvermittler ein hohes Gehalt zu erzielen.  Umso größere Bedeutung kommt der Auswahl eines Headhunters zu: Er muss umfangreiche Erfahrungen in Gehaltsverhandlungen mitbringen und die Angelegenheit nicht vermasseln.

Falls Ihr Lebenslauf die ein oder anderer Lücke aufweist

JP Morgan bringt den Zweckt eines Lebenslaufes auf der eigenen Karriereseite auf den Punkt: „Erfolgreiche Lebensläufe haben allein eine Funktion: Sie verschaffen Ihnen ein Vorstellungsgespräch.“

Doch was nützen alle Berufserfahrungen und Softskills, wenn Ihnen ein bestimmtes Schlagwort oder eine Kompetenz fehlen? Denn bei der Erstsichtung von Lebensläufen hakt die HR-Abteilung zunächst nur bestimmte Begriffe ab. Ein guter Recruiter verfügt hingegen über einen exzellenten Draht zur Personalabteilung und kann dort Ihre Geschichte persönlich vorbringen und dabei erklären, wieso Sie die eine oder andere Anforderung nicht erfüllen und dennoch der passende Kandidat sind. An diesem Punkte unterscheiden sich gute und schlechte Headhunter. Daher sollten Sie gezielt danach fragen, wie gut ihr Draht zu dem jeweiligen Unternehmen ist.

Falls Ihr Netzwerk unzureichend ist

Keine Frage: Der Königsweg zu einer neuen Herausforderung in der Finanzbranche besteht in einem persönlichen Netzwerk. Bekannte und Arbeitskollegen, die Sie kennen, können Ihnen mehr Türen öffnen als jemand, der für Ihre Platzierung von einem Unternehmen bezahlt wird.

Dies bedeutet jedoch auch: Wenn Sie selbst über kein belastbares berufliches Netzwerk verfügen oder Sie Ihres bereits überstrapaziert haben, dann kann die Zusammenarbeit mit einem Recruiter eine Alternative darstellen. Falls Sie Ihren Job verloren haben, sollten Sie allerdings nicht allzu viel Zeit verstreichen lassen, bevor Sie sich bei einem Personalvermittler melden. Denn nach neueren Untersuchungen haben Kandidaten nach acht Monaten Arbeitslosigkeit ein Stigma weg und es fällt Betroffenen deutlich schwerer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Falls Sie in eine andere Stadt oder sogar ein anderes Land umziehen wollen

Schon der Umzug in eine andere Stadt stellt eine mühsame Angelegenheit dar. Sie müssen u.a. den Umzug bewältigen und Ihr Privatleben auf die Reihe bekommen. Die Banken beteiligen sich oftmals an den Kosten für die Reisen zu einem Vorstellungsgespräch und den Umzugskosten. Dies stellt vor allem dann einen unschätzbaren Vorteil dar, wenn Sie für den neuen Job in ein anderes Land umziehen müssen. Recruiter können dabei weiterhelfen.

Dies gilt besonders für Fragen, mit denen Sie Ihren künftigen Arbeitgeber nicht belasten wollen: Welches sind die bevorzugten Wohngebiete, wie gelingt es zum Arbeitsplatz zu pendeln etc. Denn ortsansässige Headhunter verfügen womöglich über bessere Netzwerke und Kenntnisse der neuen Stadt.

Ähnliche Artikel:

Auch auf Jobsuche? Mit welchen Halbsatz Sie sich um jegliche Chancen bringen

Bekenntnisse von Recruitern: Wieso Lebensläufe tatsächlich im Papierkorb enden

Acht Tipps, wie Sie mit einem Recruiter besser zusammenarbeiten

 

 

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier