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GASTKOMMENTAR: Ich kann mir nichts Widerlicheres vorstellen, als einen MBA zu machen

Während meiner Bankkarriere habe ich die Teilnahme an einem MBA-Programm für unattraktiver empfunden, als nackt durch das Tierheim in Battersea mit Hundefutter auf meinen Genitalien zu laufen. Ein MBA scheint eine Menge mühsamer Arbeit mit sich zu bringen, umgeben von fürchterlich einfältigen Dummköpfen, was letztlich sehr wenig für Ihre Karriere bringt.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: das zweijährige Teilzeitprogramm, an dem Sie neben der Arbeit teilnehmen, oder das Vollzeitprogramm, bei dem Sie zehn Monate aus dem Beruf aussteigen müssen.

Auch nur über das Teilzeitprogramm nachzudenken, verursacht bei mir Hautausschläge, wenn ich meinen Elfstundentag berücksichtige, den ich bereits ertragen muss. Dagegen scheint ein Vollzeit-MBA eine ausgezeichnete Gelegenheit zu sein, all seine Kunden und den Marktkontakt zu verlieren. Keine dieser Konsequenzen scheint mit besonders vorteilhaft zu sein.

Und welche Gewinne stehen genau diesen Risiken gegenüber?

Ein MBA würde mir bei meinem speziellen Job als Aktienanalyst nicht weiterhelfen, da der Inhalt der Programms unflexibel und allgemein ist. Es mag vielleicht eine halbwegs anständige Chance zum Networking bieten, doch ich hegte immer den Verdacht, dass die Leute dort meine Karriere nur abwärts zum Nachtclub Spearmint Rhino vorantreiben. Der einzige Nutzen würde darin bestehen, wenn ich aus irgendwelchen kranken und verdrehten Gründen ins Management meiner Bank geraten würde.

Doch wieso sollte irgendjemand mit mehr als zwei Gehirnzellen einen solchen Schritt überhaupt in Erwägung ziehen?

Sie müssen Crack rauchen, um auch nur in Betracht zu ziehen, machiavellistische, Geld grapschende Egoisten zu managen, die den durchschnittlichen Handelssaal einer Investmentbank bevölkern.

Diese Clowns machen nichts anderes, als plump Ihren Hintern zu küssen, während sie hinter Ihrem Rücken über Sie herziehen. Noch schlimmer ist, dass es ihr riesiges Ego verbietet, auf Ihren Rat zu hören, weshalb mein früherer Head of Sales seinen Job mit dem Hüten von Katzen verglich. Ihre Äußerungen werden routinemäßig überhört und innerhalb weniger Wochen wird klar, dass Sie dort so nützlich sind wie eine Schneefräse am Kairoer Flughafen.

Darüber hinaus müssen Sie in jedem Dezember die geheuchelte Empörung ertragen, wenn Sie ihnen Millionen an Boni überreichen – trotz der Tatsache, dass Ihnen nicht halb so viel wie den inkompetenten Degenerierten gezahlt wird, die Sie managen.

Um alles noch schlimmer zu machen, wissen alle, dass Abteilungsleiter allgemein als gescheiterter Broker betrachtet werden, die es im Handelssaal nicht geschafft haben.

Tatsächlich muss jeder Bankmanager akzeptieren, dass er von jeder verräterischen, illoyalen Kröte unter ihm als “Kostenfaktor” und nicht als “Ertragsbringer” abgelehnt wird – was sicherlich die größtmögliche Beleidigung in einer Bank darstellt.

Bei einem MBA handelt es sich bloß um ein Tor zu einer Welt voller Schmerzen, was ich nichtmals meinem ärgsten Feind wünschen würde.

Geraint Anderson ist der Autor von “Cityboy – Geld, Sex und Drogen im Londoner Finanzdistrikt”.

Kommentare (1)

Comments
  1. Es scheint mir eine stark subjektive Betrachtung des Herrn Anderson zu sein. Nicht immer passt ein MBA, aber ihn generell nur als als Möglichkeit für “crackrauchende-Zweigehirnzellen-Clowns” zu sehen erscheint als zu kurz gegriffen.
    Soll sich doch Herr Anderson über seinem hautausschlagenden 11-Stundentag als Aktienanalyst freuen, während andere MBA-Absolventen mit Führungspositionen golfspielend netzwerken.
    :-)

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