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Acht Tipps, wie Nerds Vorstellungsgespräche überstehen

Deutsche Bank trading competition

Performance is all that matters

Allen Tradern und Sales-Mitarbeitern muss klar sein, dass der Finanzdienstleistungssektor ohne Spezialisten wie Quants, IT-Fachleute, Aktuare oder Accountants nicht auskommen kann. Diese Berufsgruppen sind nicht für extrovertierte Persönlichkeiten bekannt. Dabei genügt Fachkompetenz oftmals nicht, um sich einen Job zu sichern. Vielmehr müssen selbst Nerds echte Menschen in Vorstellungsgesprächen davon überzeugen, sie einzustellen. Für eher introvertierte Persönlichkeiten stellt dies eine ganz besondere Herausforderung dar. Wir haben die besten Tipps für Nerds und Introvertierte zusammengestellt.

1. Stimmen Sie sich ein

Introvertierte benötigen normalerweise 20 bis 30 Minuten, um in einem Vorstellungsgespräch richtig „warm“ zu werden, meint Karrierecoach John Lees, der auch das Buch „How to Get a Job You Love“ verfasst hat. Schon dies stellt ein Problem dar. Denn die Gesprächsteilnehmer tendieren dazu, sich bereits in den ersten Minuten des Interviews ein Bild davon zu machen, ob jemand für die Stelle geeignet ist – manchmal sogar, bevor der Kandidat auch nur Platz genommen hat.

„Es geht meistens gar nicht darum, was Sie tatsächlich sagen. Am Anfang handelt es sich zumeist um Small Talk“, ergänzt Lees. „Sprechen Sie langsam und ruhig, aber geben Sie sich offen und sympathisch. Es geht darum, schon in der Stimme Energie und Begeisterung herüberzubringen. Wir raten introvertierten Persönlichkeiten immer, dies zu trainieren.“

Laut Lees könne es schon Wunder wirken, die Sätze zu personalisieren, z.B.: „Ich war froh Teil dieses Projekts gewesen zu sein. Die Arbeit hat mich wirklich interessiert.“

2. Strahlen Sie Selbstvertrauen bezüglich Ihrer Leistungen aus

Introvertierte Persönlichkeiten reden ungern über sich selbst oder ihre Leistungen, beobachtet Interviewcoach Margaret Buj. Vielmehr verhalten sie sich in Gesprächen mit Unbekannten zunächst reserviert, bis sie diese näher kennen. Doch diese Verhaltensweise gelte es zu überwinden. Denn in einem Vorstellungsgespräch gehe es darum, sich selbst zu verkaufen.

„Introvertierte begehen oft den Fehler, nicht über ihre greifbaren Leistungen zu sprechen und wie gut sie sind, weil sie sich ungern selbst loben. Das liegt weit außerhalb ihrer Komfortzone“, sagt Buj. „Introvertierte kommen oft herüber, als wenn sie kein Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten hätten, da sie nicht spüren, die Situation unter Kontrolle zu haben und dass es um viel geht. Dadurch steigt die Furcht zu versagen.“

Introvertierte sollten dies weniger als Prahlerei, sondern als Fakten verstehen, rät Buj. Die Fakten bezwecken jedoch, Sie gut dastehen zu lassen.

3. Achten Sie auf kulturelle Unterschiede

Den Augenkontakt während des Vorstellungsgesprächs zu halten, zeugt von Glaubwürdigkeit und Selbstvertrauen. Doch wie Sie sich in einer solchen Situation tatsächlich verhalten, unterscheidet sich von Land zu Land ganz erheblich. In einigen Ländern kann eine bestimmte Körpersprache sogar Verwirrung stiften.

In Großbritannien tendieren die Gesprächspartner beispielsweise dazu, auf den Mund des Kandidaten zu blicken. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie in der Zeitschrift „International Journal of Behavioural Development“ aus dem vergangenen Jahr. In Japan sei es wiederum die Norm, dem Kandidaten aufmerksam in die Augen zu schauen und sogar dem Blick zu folgen, falls der Kandidat wegschaut. Kanadier tendieren dazu, jemanden direkt in die Augen zu starren, wenn sie auf den Punkt kommen wollen. Dagegen scheuen sich Asiaten meist jemanden in die Augen zu blicken, solange er spricht. All dies sollte man zumindest im Hinterkopf behalten.

4. Seien Sie ehrlich zu sich selbst

Es gibt Fragen, die in fast jedem Vorstellungsgespräch an die Reihe kommen. Dazu zählen Fragen nach der Motivation des Kandidaten und den einzelnen Stationen des Lebenslaufs. All das lässt sich gut üben. Dabei sollten Bewerber sich selbstkritisch fragen, ob Sie bei der fiktiven Beantwortung nicht als Sonderling herüberkommen und dies ggf. abstellen.

„Notieren Sie sich Stichpunkte, wie Sie die üblichen Fragen in einem Vorstellungsgespräch beantworten wollen. Dann sollten Sie diese mit Freunden oder zumindest vor dem Spiegel üben“, sagt Personalvermittler Peter Harrison von Harrison Careers, der früher Executive Director bei Goldman Sachs war. „Das hört sich ein wenig sonderbar an, ab er es funktioniert. Dadurch erkennen Sie unangebrachte Begeisterung und Ungeschicklichkeit und sie können Maßnahmen ergreifen, um dies zu stoppen. Nachdem Sie 20 Minuten genau darauf geachtet haben, wie Sie sich abmühen, stellen Sie schnell fest, wie sie in einem Vorstellungsgespräche klingen und auftreten müssen. Es genügt nicht eine andere Meinung einzuholen. Sie benötigen einen Spiegel, um selbst zu erkennen, was Sie falsch machen.“

5. Verinnerlichen Sie nicht Ihren Denkprozess

Für Introvertierte sei es ganz normal, ihren Denkprozess zu internalisieren, sagt Lees. Das dauert oft zu lange und führt zu unangenehmer Stille, nachdem eine Frage gestellt wurde. Dabei ist es vollkommen in Ordnung, sich etwas Zeit zu nehmen, um seine Gedanken zu ordnen. Allerdings dürfe dies nicht zu lange beanspruchen. Kandidaten sollten zumindest kurz signalisieren, dass sie über die Antwort nachdenken. Dazu genügen Hinweise wie: „Das ist eine gute Frage“ oder „Darüber muss ich kurz nachdenken.“

6. Bereiten Sie sich gut vor

Vor jedem Vorstellungsgespräch sollten sich Bewerber gründlich über das Unternehmen, die Stelle und den Gesprächsteilnehmer informieren. Doch für introvertierte Menschen ist dies doppelt wichtig. Buj rät sich minutiös auf Fragen zu dem Unternehmen, Job und der Motivation vorzubereiten und sich auch die passenden Antworten zurechtzulegen.

„Vor den Vorstellungsgesprächen sollten Sie für sich skizzieren, was Sie für das Unternehmen leisten und wie Sie ihm helfen können, seine Ziele zu erreichen. Sie sollten in der Lage sein darzustellen, wie das Unternehmen davon profitiert Sie einzustellen. Daher sollten Sie greifbare Beispiele dafür zurechtlegen, dass Sie einschlägige Berufserfahrung mitbringen“, erläutert Buj.

7. Konzentrieren Sie sich auf die Aufgabe

Schon zu einem Vorstellungsgespräch zu gelangen, kann eine Menge Stress bedeuten. Die Züge sind verspätet oder das Büro lässt sich nicht leicht finden. Anschließend verläuft das Gespräch vielleicht anders als erwartet. Dennoch sollten Bewerber nicht zu viel in die Situation hineininterpretieren. Vielmehr sollten sich die Kandidaten voll auf die Fragen und Antworten konzentrieren. Zu oft würden sich introvertierte Menschen in ihren eigenen Gedanken verirren, was sie von der eigentlichen Aufgabe ablenkt, warnt Lees.

8. Nicht jeder muss ein „Wolf der Wall Street“ sein

Die Chancen stehen gut, dass Introvertierte nicht in Vertriebspositionen arbeiten und Kunden um den Finger wickeln müssen. Daher sollten introvertierte Bewerber nicht etwas vorgeben, was sie gar nicht sind. Nicht bei allen Jobs sind extrovertierte Menschen im Vorteil. Daher sollten introvertierte Kandidaten die Fragen einfach bestmöglich beantworten und sich nicht damit verrückt machen, wie ihre Persönlichkeit bei dem potenziellen Arbeitgeber ankommt.

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