☰ Menu eFinancialCareers

Die sieben spannendsten Fakten aus dem UBS-Ergebnis

UBS-Chef Sergio Ermotti

UBS-Chef Sergio Ermotti

Obgleich die Erträge bei der UBS im ersten Quartal um 7 Prozent auf 7,3 Mrd. Franken einbrachen,  lag der Vorsteuergewinn der Schweizer Großbank mit 1,4 Mrd. Franken sogar leicht über dem Vorjahresniveau. Darüber hinaus verzeichnete die UBS einen Nettoneugeldzufluss von 13 Mrd. Franken.

Doch die wirklich interessanten Fakten finden sich in den Details des Quartalsberichts – und dort sieht nicht alles so rosig aus. Wir haben das Konvolut studiert und die wichtigsten Punkte zusammengestellt:

1. Welche Festgehälter und Boni die UBS zahlt

Die UBS gewährt in ihrem Quartalsbericht einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in ihre Vergütung. Während die meisten Banken nur pauschal den Personalaufwand angeben, der auch Sozialabgaben der Arbeitgeber enthält, führen die Schweizer Gehälter und Boni auf.

Demnach purzelte die Summe der Bruttogehälter um 7 Prozent auf gut 1,5 Mrd. Franken. Beim Bonuspool ging es sogar um 19 Prozent auf 852 Mio. Franken abwärts, womit sich die variablen Vergütungen auf  über 55 Prozent der Festgehälter belaufen.  Von den Boni entfallen 666 Mio. Franken (-12 Prozent) auf das laufende und 186 Mio. Franken auf vorherige Jahre. Es handelt sich somit um aufgeschobene Boni. Dabei ist jedoch zu beachten, dass im Wealth Management Americas ein anderes Vergütungsmodell angewendet wird, das in diesen Zahlen unberücksichtigt ist.

2. Beim Personalabbau sind Schweiz und USA besonders betroffen

Die UBS zählt zu den wenigen Banken, die ihre Beschäftigung nach Regionen ausweisen. Dabei wurden von dem konzernweiten Jobabbau die Schweiz und die USA am härtesten getroffen. Hier sank die Beschäftigung binnen Jahresfrist um jeweils 3 Prozent auf 21.558 bzw. 19.972 Mitarbeiter. Dies  ist allerdings dem Umstand geschuldet, dass  die UBS eben in diesen beiden Ländern das Gros ihrer Mitarbeiter beschäftigt.

Rein prozentual ging es jedoch in Großbritannien am stärksten bergab. Hier sank die Mitarbeiterzahl seit dem ersten Quartal 2013 um 8 Prozent auf 5600 Mitarbeiter, wobei es vor allem viele Investmentbanker getroffen haben dürfte, aus dem sich die UBS teilweise zurückziehen möchte. Unter dem Strich verminderte sich Mitarbeiterzahl konzernweit um knapp 1500 auf gut 60.000 Stellen.

3. 245 neue Stellen für Investment Banker

Erstaunlicherweise fällt die Mitarbeiterbilanz in den einzelnen Geschäftsbereichen sogar teilweise positiv aus. So hat die UBS in den ersten drei Monaten im Investment Banking sogar 245 Stellen geschaffen und beschäftigt jetzt 11.860 Mitarbeiter. Auf Jahressicht sind indes fast 700 Stellen weggefallen.

Noch besser sieht es im Geschäft mit vermögenden Privatkunden aus. Seit dem ersten Quartal 2013 schuf die UBS im Wealth Management sogar 130 und im Wealth Management Americas gut 70 Stellen. Angesichts einer Gesamtbeschäftigung von rund 33.000 Mitarbeitern in diesen beiden Bereichen wäre es zu früh von einem Trendwechsel zu sprechen.

Besonders schlecht kam übrigens das Filialgeschäft weg,  wo die UBS gut 400 Stellen oder etwa 4 Prozent des Personals strich. Dies betrifft allein die Schweiz, da die UBS nur hier ein Retailbanking unterhält.

4. Trauriges Ergebnis im Investment Banking: Doch nicht alle müssen weinen

Die Ergebnisse des Investment Bankings konnten abermals nicht überzeugen. Die Erträge purzelten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21 Prozent auf knapp 2,2 Mrd. Franken und der Vorsteuergewinn halbierte sich auf nur noch 425 Mio. Franken.

Besonders heftig traf es den Bereich Equity Capital Markets, wo die Erträge um 61 Prozent auf 196 Mio. Franken nachgaben. Doch es gibt auch Lichtblicke. „Im Bereich Cash Equities erzielten wir das beste Erstquartalsergebnis seit 2011. Als Folge der verbesserten Performance erhöhte sich der Geschäftsaufwand aufgrund der höheren variablen Vergütungen“, hieß es von der UBS

5. Im Wealth Management bleibt mehr Geld hängen

Die UBS konzentriert sich immer mehr auf ihr Vermögensverwaltungsgeschäft. Umso mehr dürfte sich UBS-Chef Sergio Ermotti über die steigende Marge um 2 auf 87 Basispunkte freuen. Angesichts der steigenden Kosten für die wachsende Regulierung und dem Niedergang des Bankgeheimnisses stellt dies einen beträchtlichen Erfolg dar. Das verhältnismäßig meiste Geld generiert  die UBS auch weiterhin in den Schwellenländern und der Schweiz mit 93 bzw. 90 Basispunkten. Im restlichen Europa und in Asien liegt dieser Wert bei 85 Basispunkten, was zumindest in Asien eine deutliche Verbesserung darstellt.

6. Trotz Aktienhöchstständen enttäuscht das Asset Management

Von der Hausse an den Aktienmärkten kann das Global Asset Management nur wenig profitieren. Im Vergleich zum Vorjahresquartal brach der Vorsteuergewinn der Sparte um 36 Prozent auf 122 Mio. Franken ein. Die Aufwands-Ertrags-Quote verschlechterte sich von 63,2 auf 72,9 Prozent. Die UBS musste also etwa 73 Rappen für jeden Franken Ertrag ausgeben.

7. Eigenkapital auf über 13 Prozent gestärkt

Die UBS konnte im ersten Quartal ihre harte Eigenkapitalquote auf 13,2 Prozent steigern, was UBS-Chef Ermotti besonders entzückte: „Wir haben unser vor zwei Jahren festgelegtes Ziel einer harten Kernkapitalquote von 13 Prozent übertroffen und damit einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen und seine Anspruchsgruppen erreicht. Ich bin mit dem ersten Quartal sehr zufrieden, da wir bewiesen haben, dass wir in allen Unternehmensbereichen und Regionen nachhaltige Profitabilität erzielen können.“

Ähnliche Artikel:

Orcel verdient mehr als sein Chef: Das Wichtigste aus dem UBS Vergütungsbericht

7000 Mitarbeiter der Credit Suisse kassieren Boni jenseits von 250.000 Franken

Die traurige Geschichte eines UBS-Bankers und seines orangenen Ferraris

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier