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In Gottes Hand: Die Tücke mit den aktienbasierten Boni

Bei aktienbasierten Boni hilft nur der Glaube. (Foto: iStock)

Bei aktienbasierten Boni hilft nur der Glaube. (Foto: iStock)

Die Message der Regulierungsbehörden ist klar: Ein erklecklicher Anteil der Boni muss aktienbasiert und über drei bis fünf Jahre zeitverzögert ausbezahlt werden. Auf diese Weise sollen die variablen Vergütungen an den langfristigen Erfolg des Unternehmens gebunden werden. Doch damit werden die Boni auch vom Auf- und Ab- der Märkte erfasst – ganz unabhängig davon, wie die persönliche Arbeitsleistung ausfällt.

Welches Risiko in den Bonusansprüchen der Mitarbeiter lauert, zeigt ein kurzer Blick auf die Performance von zehn der wichtigsten europäischen Bankaktien, die diese zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 30. April 2014 erzielten. Die Entwicklung könnte unterschiedlicher kaum ausfallen: Während die Royal Bank of Scotland, HSBC und Deutsche Bank Verluste im einstelligen Prozentbereich verkraften mussten, generierten Unicredit und Société Générale Traumrenditen von 73,6 bzw. 58,1 Prozent.

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Doch die Performance aus der Vergangenheit lässt sich nicht einfach in die Zukunft fortschreiben. Vielleicht sind die Aktien bereits so gut gelaufen, dass kein weiteres Aufwärtspotenzial besteht. Ein Indikator hierfür stellt das Kurs-Buchwert-Verhältnis dar. Dies besagt, in welchem Verhältnis der Aktienkurs zu dem Unternehmenswert steht, wie er sich aus der Bilanz ablesen lässt. Dieser beträgt bei der UBS bereits das 1,8fache des Buchwertes. Damit scheint das Aufwärtspotenzial deutlich geringer auszufallen als bei der Deutschen Bank, wo der Aktienkurs gerade einmal 59 Prozent des Buchwertes ausmacht.

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Eine andere Möglichkeit, den Wert einer Aktie zu bestimmen, besteht im Kurs-Gewinn-Verhältnis. Dies besagt, um wie viel der Aktienkurs den Gewinn pro Aktie übersteigt. Desto höher dieser Wert, umso höher bewertet ist eine Aktie. Die mickrigen Gewinne der deutschen Großbanken in 2013 fordern unterdessen beim KGV ihren Tribut. So beträgt bei der Deutschen Bank der Kurs das 51,8fache und bei der Commerzbank das 31,7fache der allerdings sehr geringen Gewinne. Dagegen scheinen die meisten Banken mit KGVs zwischen dem 12- und 17fachen eher unterbewertet zu sein. Die negativen Werte von Unicredit und RBS besagen übrigens, dass diese Banken kräftig rote Zahlen schreiben, was kein gutes Omen darstellt.

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Die Dividendenrendite stellt wiederum einen besonders konservativen Ansatz dar, um das Aufwärtspotenzial einer Aktie zu bestimmen. Desto höher die Dividendenzahlung im Vergleich zum Aktienkurs ausfällt, umso besser. Die Dividendenrenditen von 2,2 Prozent bei der Deutschen Bank bis zu stolzen 4,5 Prozent bei der HSBC können sich angesichts des Niedrigzinsumfelds durchaus sehen lassen.

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Unter dem Strich scheint die HSBC somit auch das größte Aufwärtspotenzial zu bieten. Allerdings gilt: Auf hoher See, vor Gericht und vor allem an den Aktienmärkten ist man in Gottes Hand. Dies haben die Regulierungsbehörden übersehen, als sie die Banken dazu verpflichteten, die Boni an die Aktienentwicklung zu koppeln.

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