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DVFA greift CFA an: Ist der neue Applied Investment Manager besser als Claritas?

DVFA und CFA ringen um den Fortbildungsmarkt (Foto: Getty Images / Montage: efc)

DVFA und CFA ringen um den Fortbildungsmarkt (Foto: Getty Images / Montage: efc)

Die Rivalität zwischen CFA Society und DVFA geht in die nächste Runde. Nachdem die CFA Society mit ihrer neuen Kurzqualifikation Claritas sich gezielt an das Backoffice richtet, legt die DVFA nach. Am 1. September startet der erste Durchgang zum Applied Investment Manager / Zertifizierter Portfolio-Berater (AIM). Wir haben mit dem Programmverantwortlichen Ulf Mayer von der DVFA gesprochen und die wichtigsten Punkte zusammengestellt:

Worum handelt es sich?

Der AIM stellt gewissermaßen den kleinen Bruder der Certified International Investment Analyst (CIIA) dar. Im Zentrum stehen die traditionellen Anlageklassen Aktien und Renten sowie Derivate und wie man hieraus ein Portfolio zusammenstellt. Laut Mayer ist der AIM im Vergleich zum CIIA finanzmathematisch abgespeckt. Für das Programm ist auch kein Studienabschluss erforderlich. Es gehe darum, praktische Kenntnisse zu vermitteln, so Mayer. Die theoretische Entschärfung teilt der AIM mit Claritas.

An wen richtet sich der AIM?

Die Zielgruppe des AIM sind Relationship Manager aus dem Private Banking und Wealth Management und generell das Personal im Backoffice. Anders als der CIIA zielt der AIM nicht auf Portfolio Manager der Fondsgesellschaften oder auf Asset Manager der institutionellen Anleger. Diese sind laut Mayer beim CIIA besser aufgehoben. Auch für Portfolio- und Produktexperten, die im Wealth Management den Kundenbetreuern zuarbeiten, könnte der AIM interessant sein. Claritas richtet sich hingegen nur an Backoffice-Mitarbeiter und scheint daher auch weniger umfangreich auszufallen.

Wie wird gelernt?

Die DVFA setzt bei ihren Fortbildungsprogrammen auf eine ganz andere Philosophie als die CFA Society. Während die CFA Society bei Claritas allein auf ein Fernstudium setzt, enthält der AIM neun Präsenztage in dreimal drei Blöcken. Die Präsenzblöcke finden jeweils von Donnerstag bis Samstag statt. Hinzu kämen sechs eLearning-Komponenten, wobei es sich um didaktisch aufbereitete Lernvideos handelt. „Durch die eLearning-Module sparen die Teilnehmer Zeit und Geld“, sagt Mayer. Andernfalls wären 15 Präsenztage zur Vermittlung des gesamten Stoffs erforderlich gewesen. Dagegen setzen Claritas und CFA konsequent aufs Selbststudium.

Mit welchen Zeitaufwand müssen Kandidaten rechnen?

Mayer veranschlagt 20 Stunden als Vorbereitungszeit für jeden der drei Präsenzblöcke, womit ein Kandidat etwa fünf Stunden pro Woche investieren müsse. Zusammen mit den neun Präsenztagen müssten Teilnehmer mit einem Aufwand von gut 130 Stunden rechnen. Am Ende steht eine Prüfung, die an einem einzigen Tag durchgeführt wird. Das ganze Programm erstreckt sich über fünf Monate.

Claritas kommt dagegen mit einem Vorbereitungsaufwand von rund 80 Stunden aus. Allerdings dürfte der AIM auch etwas anspruchsvoller sein. Denn schließlich richtet er sich auch an Relationship Manager und nicht nur an Backoffice-Mitarbeiter wie Claritas.

In welcher Sprache findet das Programm statt?

Auch hier stoßen unterschiedliche Kulturen aufeinander: Während beim Claritas ebenso wie beim CFA Lerninhalte und Prüfung in Englisch sind, findet das gesamte Programm beim AIM der DVFA auf Deutsch statt.

Was ist billiger?

Die DVFA setzt auf Unterricht und CFA Society aufs Selbststudium. Aus diesem Grund fällt der AIM deutlich teurer als Claritas aus. Für den AIM werden 6450 bzw. 5950 Euro für Frühbucher fällig – zzgl. Umsatzsteuer. Dagegen erweist sich Claritas mit 685 US-Dollar geradezu als Schnäppchen.

Was ist anerkannter?

Die weltumspannende CFA Society hat den Vorteil, dass ihre Programme international weithin bekannt sind. Wer also in einem anderen Land arbeiten möchte oder bei einem ausländischen Institut beschäftigt ist, profitiert sicherlich von dem höheren Bekanntheitsgrad. Andererseits dürfte der AIM anspruchsvoller sein.

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