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7000 Mitarbeiter der Credit Suisse kassieren Boni jenseits von 250.000 Franken

Bei 9,8 Mio. könnte CS-Chef Brady Dougan schon ein wenig lächeln. (Foto: Getty Images)

Bei 9,8 Mio. könnte CS-Chef Brady Dougan schon ein wenig lächeln. (Foto: Getty Images)

Einmal im Jahr gewährt die Credit Suisse mit ihrem Geschäftsbericht tiefe Einblicke. Dabei sind die Jahresergebnisse längst verkündet worden. Doch das eigentlich Spannende steht in dem Vergütungsbericht, der erst in dem am heutigen Donnerstag (3. April) vorgelegten Konvolut enthalten ist. Wir haben den Vergütungsbericht eingehend studiert und die interessantesten Punkte zusammengefasst.

Die 7000 glücklichen Spitzenverdiener

Von den rund 46.000 Mitarbeitern der Credit Suisse erhalten 41.723 einen Anteil am mit gut 3,6 Mrd. Franken randvollen Bonuspool. Damit streicht jeder der Begünstigten durchschnittlich über 86.500 Franken an variabler Vergütung ein. Die Verteilung fällt allerdings reichlich ungleichmäßig aus.

So werden sämtliche Boni bis zur Höhe von 250.000 Franken bzw. US-Dollar in bar ausgezahlt. Da nach dem Vergütungsbericht mindestens 7000 Mitarbeiter von irgendeiner Form der aufgeschobenen Vergütung profitieren, erhalten also mindestens 7000 Mitarbeiter einen Bonus von über 250.000 Franken. Die Grundgehälter sind in dieser Rechnung selbstverständlich noch nicht enthalten. Der maximale Cashbonus liegt übrigens bei 2 Mio. Franken.

Die gut 500 Risikoträger der Bank kassieren durchschnittlich 2,7 Mio. Franken

Das richtig große Geld verdient jedoch die kleine Gruppe der sogenannten Material Risk Takers and Controllers (MRTC). Dabei handelt es um diejenigen 503 Beschäftigten der Bank, die eine besondere Verantwortung für Risiken und Erträge tragen. Jeder von ihnen streicht eine Gesamtvergütung von durchschnittlich knapp 2,7 Mrd. Franken ein, wovon etwa 491.000 Franken auf die Grundgehälter und 2,19 Mio. Franken auf die Boni entfallen.

Die satten Abfindungen der Credit Suisse

Keine Frage, auch bei den Mitarbeitern der Credit Suisse regiert der Rotstift. So hat der eidgenösische Bankenriese in den beiden Jahren zwischen Ende 2011 und Ende 2013 immerhin 3700 Stellen gestrichen. Dennoch dürften die Betroffenen nicht allzu schnell von Armut bedroht sein, denn die Abfindungen fallen erklecklich aus.

Laut dem Vergütungsbericht schüttete die Credit Suisse im vergangenen Jahr 255 Mio. Franken an 2141 Angestellte aus. Mithin strich jeder Betroffene eine Abfindung von gut 119.000 Franken ein. Damit scheint die Credit Suisse in 2012 deutlich mehr hochkarätige Mitarbeiter vor die Tür gesetzt haben als im Vorjahr. In 2012 wurden lediglich 215 Mio. Franken an immerhin 3065 Angestellte ausgezahlt. Die Abfindung pro Kopf lag also bei nur 70.000 Franken.

Die zahnlosen Rückforderungsmechanismen der Bonuszahlungen

Seit der Finanzkrise sollen die Boni stärker an den langfristigen Geschäftserfolg der Bank orientiert werden. Aus diesem Grund erhalten die mindestens 7000 Spitzenverdiener der Bank einen Teil ihrer Boni in aktienbasierten Instrumenten, die über drei Tranchen über drei Jahre ausbezahlt werden. Dabei kennt die Credit Suisse zwei unterschiedliche Instrumente: die „Share Awards“ und die „Performance Share Awards“. Der Clou dabei: Lediglich die „Performance Share Awards“ unterliegen einem Rückforderungsmechanismus, wenn der Geschäftsbereich in den drei Folgejahren rote Zahlen schreiben sollte. Während über 7000 Beschäftigte Teile ihrer Boni aktienbasiert erhalten, sind gerade einmal 1230 Beschäftigte mit möglichen Rückforderungen konfrontiert.

Doch bevor es so weit kommt, muss der jeweilige Geschäftsbereich kräftig Verluste einfahren. Falls der Bereich – und nicht etwa die Gesamtbank – einen Vorsteuerverlust von 1 Mrd. Franken generiert, verfallen bescheidene 15 Prozent der Ansprüche an den „Performance Share Awards“. Bei einem Minus von 3 Mrd. Franken sind es lediglich 45 Prozent. Erst bei einem Vorsteuerverlust von 6,67 Mrd. Franken entfallen die gesamten Ansprüche. Damit ist das Risiko für die betroffenen Mitarbeiter recht überschaubar.

Hohe Zinsen auf Bonuszahlungen

Die Credit Suisse ist für kreative Bonusvehikel bekannt, die sich an „Contingent Convertibel“-Strukturen orientieren. Dabei handelt es sich um eine Form der Unternehmensanleihe, die im Verlustfall in Eigenkaptal der Credit Suisse umgewandelt wird. Für 2013 hat die Bank mit den „Contingent Capital Awards“ (CCA) ein neues solches Instrument aufgelegt.

Auf diese Weise werden 391 Mio. Franken an gut 5200 Beschäftigte ausgeschüttet. Anders als auf einem Sparkonto der Credit Suisse fällt die Verzinsung indes üppig aus. Sie liegt 4,75 Prozent über dem sechsmonatigen LIBOR-Zinssatz für den Franken bzw. 5,33 Prozent über dem sechsmonatigen LIBOR-Satz für den US-Dollar.

Dougan kassiert 26 Prozent mehr

Einen kräftigen Aufschlag erhält Credit Suisse-Chef Brady Dougan. Seine Gesamtvergütung stieg in 2013 um 26 Prozent auf 9,8 Mio. Franken. Außerdem war Dougan der bestbezahlte Mitarbeiter der Bank. Im Vorjahr musste er sich Robert Shafir geschlagen geben, der insgesamt 10,6 Mio Franken einstrich. Sharfir leitet das Private Banking & Wealth Management-Geschäft in den Vereinigten Staaten.

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