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Lust auf Karriere in Asien? Mit welcher Frage Sie dort in jedem Fall rechnen müssen

Lichterfest in Hongkong (Foto: Getty Images)

Lichterfest in Hongkong (Foto: Getty Images)

Suchen Sie nach einer neuen beruflichen Herausforderung im boomenden Asien? Dann müssen Sie in Vorstellungsgesprächen gut vorbereitet auf scheinbar harmlose, aber entscheidende Fragen sein.  Alles wird sich um die Frage drehen, wieso Sie den Wechsel wagen.

Dabei genügt es nicht, die erforderlichen Fachkenntnisse mitzubringen, wenn Sie von Zürich nach Singapur umziehen wollen oder von Frankfurt nach Hongkong. Aufgrund des auch in Asien steigenden Kostendrucks und der immer spärlicheren Erteilung von Arbeitsvisa versuchen die Banken sämtliche Kandidaten auszusieben, die nur für einen Kurzaufenthalt nach Asien kommen und ihren Lebenslauf aufhübschen wollen.

„Sie wollen jemanden einstellen, der von dem Schritt überzeugt ist, der auch das Potenzial mitbringt, lange in der Position zu arbeiten“, sagt Headhunterin Sarah Curtis von iKas International in Hongkong.

Um herauszufinden, ob Sie längere Zeit in Asien bleiben wollen, drehen sich die meisten Fragen um ihre Motivation für den Wechsel. Wir haben Personalprofis in Asien gefragt, wie Kandidaten den Schritt am besten begründen.

1. Punkten Sie mit Ihrem Wissen über Asien

Die Faustregel lautet: Würzen Sie jede Antwort mit profunden Einsichten über die asiatischen Märkte in Ihrem jeweiligen Fachgebiet. Zeiten Sie auch ein „solides Wissen“ über die Chancen und Herausforderungen, mit denen Sie im Job konfrontiert sein würden. Damit überzeugen Sie die Hiring Manager, dass Sie keine lange Anlaufzeit in Asien benötigen, sagt der Finanzdienstleistungs-Recruiter Ben Tang von Randstad in Hongkong.

2. Streichen Sie diejenigen Ihrer Kompetenzen heraus, die besonders gefragt sind

„Kandidaten aus dem Ausland müssen rechtfertigen können, wieso das Unternehmen sie und keinen örtlichen Kandidaten anstellen soll“, erläutert Tang. „Der Hauptgrund besteht in einer neuen oder besonders gesuchten Kompetenz, die vor Ort nicht erhältlich ist.“ Sie sollten Ihrem neuen Arbeitgeber in spe also erläutern, wieso Sie dem Unternehmen eine neue Expertise anbieten können.  Allerdings sollen Sie sich vor einem allzu übertriebenen Auftritt hüten.

3. Stellen Sie sicher, dass Ihr Partner dem Schritt zustimmt

Karrieregründe sollten immer eine wichtigere Rolle als private Gründe spielen. Dennoch sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Familie bei dem Schritt mitzieht. „Es ist unumgänglich, dass Sie einem Hiring Manager den Eindruck vermitteln, dass Sie und Ihr Partner langfristig von dem Schritt überzeugt sind, gleich was auch dazwischen kommt“, sagt Recruiter Chris Mead von Hays in Singapur. „Betonen Sie, dass der Wechsel bereits ausgiebig zwischen Ihnen diskutiert wurde.“

4. Seien Sie auch für alternative Arbeitsorte offen

Die Stelle, um die es in dem Vorstellungsgespräch geht, mag sich in Singapur befinden. Doch wenn Sie anmerken, dass Sie sich auch einen anderen Einsatzort in Asien vorstellen könnten, dann werden Sie vielleicht bei künftigen Positionen in Betracht gezogen, auch wenn es beim ersten Mal nicht klappen sollte. „Haben Sie eine durchdachte Antwort zu den Prioritäten parat, wenn es um den Einsatzort geht. Dennoch sollten Sie sich flexibel zeigen“, sagt Headhunter Alex Berghofen von Helex Asia. Hongkong und Singapur üben als entwickelte Standorte mit niedrigen Steuern und Zweisprachigkeit auf westliche Bewerber einen besonderen Reiz aus. Dennoch sollten Kandidaten – insbesondere wenn sie keine Kinder haben – auch Jakarta, Kuala Lumpur oder Bangkok in Erwägung ziehen.

5. Führen Sie regionale Gründe an

Auch wenn die Stelle in Singapur oder London angesiedelt ist, kann ihre geographische Ausrichtung doch breiter ausfallen. Denn diese beiden Städte agieren gewissermaßen als Finanzdienstleistungs-Hubs für die gesamte Region. „Asien bietet die Chance, regional und nicht nur lokal zu arbeiten“, sagt Curtis. „Kandidaten, die den Wunsch zeigen, jenseits geographischer Grenzen und Kulturen zu arbeiten und etwas über die Schwellenländer lernen möchten, werden üblicherweise bevorzugt.“

6. Kalkulieren Sie die Kosten

Manche Bewerber schaffen es nicht durch den Bewerbungsprozess, weil sie sich von den Lebenshaltungskosten in Singapur oder Hongkong schockiert zeigen. In einem Vorstellungsgespräch wird generell erwartet, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben, wozu auch das Wissen um die Lebenshaltungskosten zählt. „Dies erlaubt Ihnen, eine Korrelation zwischen den Kosten und dem Jahresgehalt herzustellen, das Sie verdienen müssen“, betont Batten.

7. Machen Sie sich die möglichen Fallstricke klar

Wenn Sie sämtliche Probleme und Herausforderungen dieses Schrittes abgewogen haben, dann signalisieren Sie damit einem Arbeitgeber, wie engagiert Sie sind.  „Sprechen Sie Punkte an, mit denen andere Ausländer zu kämpfen hatten, dabei kann es um Sprachbarrieren, das Essen oder auch das Wetter gehen“, rät Mead.

8. Arbeiten Sie Ihren Lebensweg heraus

Berghofen rät jeden Berührungspunkt des eigenen Lebenswegs mit Asien hervorzuheben. Dazu kann ein Auslandssemester in Thailand, ein beruflicher Einsatz in Singapur, der Besuch eines Chinesischkurses an der Uni oder Verwandtschaft in Asien zählen. „Einen Kindergarten in Hongkong besucht zu haben, ist besser als nichts, aber weniger Wert, als kürzlich Berufserfahrung z.B. in Indonesien gesammelt zu haben.“

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