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Orcel verdient mehr als sein Chef: Das Wichtigste aus dem UBS Vergütungsbericht

UBS-Chef Sergio Ermotti

UBS-Chef Sergio Ermotti

Um 44 Prozent auf 4,1 Mrd. Franken konnte die UBS ihren „bereinigten“ Vorsteuergewinn  in 2013 steigern. Grund genug, um den Bonuspool randvoll aufzufüllen. Hier die wichtigsten Fakten aus dem Vergütungsbericht der Schweizer Großbank, der am heutigen Freitag (14. März) veröffentlicht wurde.

1. Andrea Orcel kassiert mehr als Sergio Ermotti

Der weitgehende Abschied der UBS vom Fixed Income-Geschäft hat die traditionelle Nahrungspyramide innerhalb der UBS anscheinend nur kurz aus dem Gleichgewicht gebracht. Der Mitarbeiter mit der höchsten Vergütung in 2013 war keinesfalls UBS-Chef Sergio Ermotti, sondern Investmentbanking-Chef Andrea Orcel. Der Italiener strich insgesamt 11,4 Mio. Franken ein. Von dem Geldsegen entfielen 1,5 Mio. auf das Grundgehalt und 1 Mio. auf den Cashboni. Der Rest – immerhin 89 Prozent – sind aufgeschobene Boni, wovon 59 Prozent auf den Equity Ownership Plan (EOP) und 30 Prozent auf Deferred Contigent Capital Plan (DCCP) entfallen. Bei EOP handelt es sich im Grunde um Aktienanwartschaften und bei DCCP um eine Form der Unternehmensanleihen.

UBS-Chef Ermotti musste sich indes mit einer Gesamtvergütung von 10,7 Mio. Franken begnügen. Der Tessiner strich ein Grundgehalt von 2,5 Mio. sowie einen Cashbonus von 1 Mio. Franken ein. Der Anteil der aufgeschobenen Boni lag bei 87 Prozent. Für die gesamte Konzernleitung ließ die UBS 82,4 Mio. Franken springen.

2. Ehemaliger Bundesbankchef Axel Weber streicht 6 Mio. Franken ein

Im Vergleich zu diesen Spitzenverdienern schneidet der UBS-Verwaltungsratspräsident und ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber mit 6 Mio. Franken bescheiden ab. Allerdings dürfte er damit immer noch mehr Geld verdienen, als er es jemals als EZB-Präsident gekonnt hätte. Weber erhielt ein Grundgehalt von 2 Mio. Franken sowie 200.000 Unternehmensaktien im Wert von 3,7 Mio. Franken, die auf vier Jahre gesperrt sind. Der Rest entfällt auf Nebenleistungen.

3. Bonuspool kletterte um 28 Prozent auf 3,2 Mrd. Franken

Der gesamte Bonuspool der UBS wurde in 2013 um stolze 28 Prozent auf 3,2 Mrd. Franken aufgefüllt. Dieser Umstand war hingegen schon bei der Veröffentlichung des Jahresergebnisses bekannt geworden. Von der UBS heißt es hierzu: „Aufgrund der guten Performance haben wir 2013 die Höhe der leistungsabhängigen Zuteilungen der von der Reduktion im vergangenen Jahr am meisten betroffenen Bereiche normalisiert und Lücken zum marktüblichen Vergütungsniveau geschlossen.“ Die Angestellten dürfte es freuen. Aufgrund der LIBOR-Affäre waren die Investmentbanking-Boni für 2012 zusammengestrichen worden.

4. Risikoträger streichen durchschnittlich gut 1,9 Mio. Franken ein

Bei den Großbanken wird es immer üblicher, die Vergütungen der sogenannten „Key risk taker“ auszuweisen. Dazu gehören die Mitarbeiter, die eine besondere Verantwortung für die Risiken, Erträge und Ressourcen der Bank tragen. Bei der UBS zählen hierzu auch sämtliche Beschäftigten mit einem Bonus von mehr als 2 Mio. Franken. Insgesamt verzeichnete die UBS 543 solcher Risikoträger in 2013.

Jeder von ihnen strich eine Gesamtvergütung von gut 1,9 Mio. Franken ein, was im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 22 Prozent darstellt. Dabei beliefen sich das durchschnittliche Grundgehalt auf 433.000 Franken und der Bonus auf knapp 1,5 Mio. Franken oder auf 77 Prozent der Gesamtvergütung.

5. Es gibt mehr Bares

Auch bei den Strukturen der Vergütungen hat die UBS an einigen Rädchen zum Wohle der Mitarbeiter gedreht. So wurde der Schwellenwert für Barvergütungen von 250.000 auf 300.000 Franken bzw. US-Dollar angehoben. Erst ab diesem Wert wird also ein wachsender Teil der variablen Vergütungen aufgeschoben ausbezahlt. Das Maximum für Barboni bleibt indes unverändert bei 1 Mio. Franken bzw. US-Dollar.

6. Bonusanteil kann zwischen 40 bis 75 Prozent betragen

Bei der Höhe des Bonusanteils an den Gesamtvergütungen verschafft sich die UBS mehr Freiheit. Bislang lag dieser einheitlich bei 60 Prozent. Künftig kann er zwischen 40 und 75 Prozent betragen. Von der UBS heißt es hierzu: „Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Mitarbeiter am unteren Ende der Vergütungsskala einen geringeren Anteil an aufgeschobenen Zuteilungen als in früheren Jahren erhielten. Der Anteil der aufgeschobenen Zuteilungen für Mitarbeiter am oberen Ende der Skala war indessen höher.“ Das Verhältnis von aktienbasierten Vehikeln (EOP) zu anleihebasierten Instrumenten (DCCP) wurde von 50/50 auf 60/40 verändert.

7. Der Bonuscap für die britischen Mitarbeiter kommt

Die EU hat zum Januar 2014 einen Bonuscap eingeführt. Demnach dürfen Mitarbeiter nur 100 Prozent ihres Grundgehaltes als Bonus erhalten und 200 Prozent, sofern die Aktionäre zustimmen.  Die UBS schreitet jetzt zur Tat und will sich bei der Generalversammlung die Grenze von 200 Prozent von den Aktionären absegnen lassen. Betroffen sind hiervon die Londoner Mitarbeiter der UBS.

8. Es gibt sie noch: Antritts- und Garantiboni

Seit der Finanzkrise zählen Antritts- und Garantiboni zu den vom Aussterben bedrohten Arten unter den Vergütungsmöglichkeiten. Doch bei der UBS finden sie sich noch. Laut dem Vergütungsbericht wurden in 2013 Antrittsboni von insgesamt 18 Mio. und Garantiboni von 34 Mio. Franken gewährt. Die Abfindungszahlungen beliefen sich in 2013 auf 138 Mio. Franken, wovon gerade einmal zwei Risikoträger profitierten.

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