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Der Frühling ist da: Welche Profile derzeit in der Schweiz gesucht sind

paradeplatz

Die Sonne lacht immer häufiger und die Temperaturen steigen. Doch wie sieht es auf dem Arbeitsmarkt für Finanzprofis in der Schweiz aus? Laut den Daten von Michael Page gab es 2013 in den Finanzdienstleistungen 13 Prozent mehr Stellen als im schwierigen Vorjahr. Mithin scheint der Arbeitsmarkt langsam aus seiner Talsohle herauszukommen.

„Ich glaube nicht, dass es in 2014 einen ähnlich starken Anstieg gibt. Ich rechne eher mit der Hälfte“, sagt Headhunter Stephan Surber von Page Executive in Zürich, das zur Michael Page-Gruppe zählt. Viele Kunden würden in den Gesprächen sagen, dass es zur Jahresmitte mehr Einstellungen geben werde.

„Seit Anfang des Jahres ist in meinem Kundensegment extrem viel los. Das hat mich schon ein wenig überrascht, da Januar normalerweise noch ein eher ruhiger Monat ist“, berichtet Headhunterin Karin Signer von Signer Beratungen in Zürich.. „Da die Bonuszahlungen noch nicht erfolgt sind, handelt es sich um ein gutes Signal. Von daher bin ich guten Mutes.“ Denn oft steigt die Bereitschaft für einen Stellenwechsel, nachdem Finanzprofis ihren Bonus erhalten haben.

Wir haben bei Personalvermittlern in Zürich nachgefragt, welche Profile im neuen Jahr besonders gesucht sind

Es wird immer breiter gesucht

„Im vergangenen Jahr hat es eine ganz klare Front Office-Orientierung gegeben“, erzählt Surber. „Die Aktivitäten setzen sich auch in 2014 fort.“ Neu sei hingegen, dass die Nachfrage jetzt wesentlich breiter abgestützt sei und auch fürs Back und Middle Office gesucht werde. „Eigentlich wird querbeet nach spezialisierten Profilen gesucht“, sagt Surber. Einen besonderen Boomsektor könne er momentan nicht ausmachen.

„Wir sehen, dass wieder diversifizierter rekrutiert wird“, sagt Headhunter Emanuel Kessler von Kessler.Vogler in Zürich. „Wir haben im Gegensatz zum Vorjahr auch strategische Positionen zu besetzen.“ Neueinstellungen im Business Development stellten ein positives Zeichen dar. Allerdings sei das erste Quartal bislang schlechter als die beiden vorangegangenen ausgefallen, gibt Kessler zu bedenken.

Nachfrage im Asset Management zieht an

Der kräftige Aufschwung an den Kapitalmärkten scheint langsam ebenfalls auf dem Arbeitsmarkt anzukommen. So ist der Schweizer Leitindex SMI in 2013 um 20,2 Prozent auf 8203 Punkte gestiegen. „Im Portfoliomanagement wird wieder mehr gesucht“, beobachtet Signer.

„Innerhalb der Bonussaison gibt es immer verstärkt Wechselwillige, die dann möglichst zeitnah ersetzt werden müssen. Hier agieren wir als Tempomacher und sprechen potenzielle Kandidaten gezielt auf Opportunitäten an. Der Markt ist jedoch auch insgesamt lebhafter und hat stark angezogen“, erzählt der auf Asset Management spezialisierte Headhunter Thomas Bossard von Bianchi & Partner in Zürich.

„Wir spüren, dass die Asset Manager ihre Investmentexpertisen sowie ihre Vertriebspower verstärken und Schlüsselpositionen, Spezialisten und Teams gezielt durch Headhunter ansprechen lassen“, sagt Bossard. Gesucht würden Portfoliomanager mit einschlägigem Leistungsausweis, Advisory und Client Service Manager sowie fachlich starke und abschlussorientierte Vertriebsleute für institutionelle Kunden und Wholesale.

Ganz ähnlich sieht dies auch Headhunterin Alice Corp von Selby Jennings in Zürich. „Viele Asset Manager und Hedgefonds wollen das Rückgrat ihrer Sales-Teams stärken“, berichtet die Personalvermittlerin. Oft würde zunächst der Kundendienst ausgebaut, wodurch die bereits existierenden Sales-Manager neue Assets hereinbringen könnten. Laut Corp werden Client Relationship Manager, RFP Spezialisten, Marketing Kommunikations-Kräfte, Investor Relations Associates sowie Sales Support gesucht. „Ich habe einen beträchtlichen Anstieg im Asset Management-Recruitment in den vergangenen sechs Monaten beobachtet“, sagt Corp.

Rien ne va plus im Private Banking

Obgleich die eigene Auslastung gut sei, blickt Headhunter Philipp Buis von Jauch Associates in Zürich skeptisch auf die Entwicklung im Wealth Management. „Der anhaltende Kostendruck und die immer kleineren Margen bringen vor allem die kleineren und mittleren Player in Bedrängnis. Alle suchen ganz klar nach Einsparpotenzialen“, erzählt Buis. Es würden immer noch die „Headcounts“ abgebaut und ein innovatives oder zukunftweisendes Geschäftsmodell zeichne sich bislang nirgends ab. Am ehesten würden noch Finanzprofis mit Erfahrungen in Restrukturierung, Kosteneinsparungen und Compliance gesucht.

„Auch die Nachfrage im Front Office hat sich beruhigt“, ergänzt Buis. Immer mehr Investmentbanker würden indes in Führungspositionen des Wealth Managements einrücken. Dass mit Sergio Ermotti und Brady Dougan gleich zwei ehemalige Investmentbanker die beiden Großbanken führen, begünstige diese Entwicklung. „Damit verändert sich auch die Kultur. Das Wealth Management wird kurzfristiger und transaktionsorientierter“, sagt Buis.

Im Private Banking halte die Konsolidierung an, berichtet auch Headhunter Stefan Bächer von Guggenbühl, Bächer, Niederer und Partner in Zürich. Aufgrund der offenen Fragen mit den USA wirke der gesamte Finanzplatz wie gelähmt. „Solange das nicht bereinigt ist, kann man nicht vorwärts schauen“, sagt Bächer. Aus diesem Grunde gebe es derzeit hauptsächlich selektive Nachbesetzungen. Am ehesten hätten Kandidaten Chancen, die tatsächlich einen Mehrwert mitbringen.

In Back Office und Compliance wird gesucht

Laut Signer würden auch bestimmte Funktionen im Back Office wieder nachgefragt. Durch Automatisierung, Outsourcing und geringe Volumen seien in der Vergangenheit weniger Ressourcen in der Abwicklung benötigt worden.

Traditionell sei die Nachfrage nach Supportfunktionen im ersten Halbjahr besonders hoch, berichtet Aleksandra Stadler, Head of Compliance beim Recruitmentunternehmen Selby Jennings in Zürich. Äußerst begehrt seien Kandidaten, die sich mit FATCA auskennen würden, zumal es sich hierbei um eine „rare Ressource handle“. Der Druck der Regulierungsbehörden führe auch zu einer verstärkten Nachfrage nach Kandidaten mit Wissen um die Schweizer Bestimmungen. Durch die ungewisse Zukunft der Bankenbranche würden viele Kandidaten jedoch eine „Sit and wait“-Taktik einschlagen.

Bessere Chancen in der temporären Beschäftigung

In der Vergangenheit war temporäre Beschäftigung bei Banken nur auf Supportfunktionen beschränkt. Dagegen werden jetzt mehr und mehr Fachspezialisten mit kurzfristigen Verträgen angeheuert. „Heute finden sie das in jedem Bereich“, sagt Kessler. „Das ist ein mittel- und langfristiger Trend.“

Es wird immer mehr intern rekrutiert

Laut Kessler würden vor allem die großen Institute Vakanzen verstärkt intern besetzen. „Dabei haben externe Kandidaten und Headhunter das Nachsehen“, sagt der Personalvermittler. „Dann kommen in der Regel Insider zum Zuge.“

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