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GASTBEITRAG: Ein Tag im Leben einer Beraterin von Bain & Company

Bain consultant Olivia Brown

Bain consultant Olivia Brown

Ich arbeite in der New Yorkers Niederlassung der internationalen Strategieberatung Bain & Company. Nachdem ich dreieinhalb Jahre in den Niederlassungen in London, Melbourne und Johannesburg mit einigen Stopps in Boston und Sydney verbracht habe, beginne ich jetzt mein zweites Jahr in dieser vibrierenden Metropole.

Noch bevor ich als Associate Consultant bei Bain & Company 2010 in London angefangen habe, habe ich mehr als ein Jahr für Nichtregierungsorganisationen gearbeitet und meine Fremdsprachenkenntnisse ausgebaut. Diese Erfahrungen haben mich überzeugt, dass ich meine Business-Kompetenzen vertiefen muss, um in diesem Bereich einen nachhaltigen Einfluss zu hinterlassen und Bain gab mir die Gelegenheit dazu.

Nahezu vier Jahre habe ich jetzt für unterschiedliche Branchen auf mehreren Kontinenten gearbeitet. Mittlerweile bin ich als Consultant dafür verantwortlich, bedeutende Probleme für unsere Kunden zu lösen. So arbeite ich gerade jetzt an einer neuen Produktstrategie für eines der größten Pharmaunternehmen der Welt. Die Gesundheitsbranche befindet sich in einem rapiden Umbruch, sowohl in den USA als auch weltweit. Um die künftigen Markteinführungen zu optimieren, muss der Kunde verstehen, wie diese Veränderungen seine neuen Produkte beeinflussen.

Hier ein Beispiel eines ganz normalen Arbeitstages für einen Consultant:

8:35 Uhr: Ich verlasse das Fitnessstudio in der 38. Straße, wo ich mich mit der Spinning-Klasse in Form gebracht habe. Ich lebe in Carroll Gardens in Brooklyn. Dennoch bevorzuge ich ein Fitnessstudio in der Nähe meines Arbeitsplatzes zu besuchen, um die morgendliche Rushhour zu vermeiden.

8:45 Uhr: Ich komme im Büro an, checke meine E-Mails und schaue mir die Nachrichten an. Ich möchte auf dem Laufenden bleiben, wie sich der Kunde, dessen Produkte und allgemein die Branche von Tag zu Tag entwickeln. Ich besorge mir etwas zum Frühstück aus der Bain-Cafeteria in der 16. Etage. Ich liebe Smoothies aus frischen Früchten, besonders nachdem ich vorher das Fitnessstudio besucht habe.

9:30 Uhr: Chris, der Associate Consultant aus dem zweiten Jahr, mit dem ich zusammenarbeite, schaut kurz bei mir vorbei, um sich aufs Laufende zu bringen. Wir setzen uns in einem Meeting-Room und schauen uns das Vertriebsmodell an, an dem er arbeitet. Wir haben um 16 Uhr ein Treffen mit dem Team des Kunden, um mit ihm die Zahlen durchzugehen. Ein anderer Teil des Teams untersucht, wie viele Kunden für dieses Produkt erforderlich sind. Dies stellt für uns eine Herausforderung dar, da das Vertriebsmodell eben auf dieses Kundenpotenzial zielt. Es ist schon bemerkenswert, wie gut unser Team zusammenarbeitet und wie schnell es auf Veränderungen reagieren kann.

10 Uhr: Christ verlässt unser Meeting, um sein Modell auf den aktuellen Stand zu bringen und ich schaue mir die Arbeitsunterlagen für unser 16 Uhr-Meeting an. Ich überlege, wie ich die verschiedenen Entscheidungen präsentiere, die das Kundenteam fällen muss, da der Termin der Produkteinführung näher kommt. Darüber hinaus hatte ich in der U-Bahn heute Morgen eine neue Idee, die ich zu Papier bringen möchte. Nach einigen Notizen stelle ich die Powerpoint-Folien zusammen, strukturiere die anstehenden Entscheidungen und sende sie meinem Vorgesetzten zu, um zu erfahren, was er darüber denkt.

12 Uhr: Ich schnappe mir meine Jacke und treffe mich mit meinem Vorgesetzten am Aufzug, um zu Haru für ein Sushi-Lunch zu gehen und sich auszutauschen. Diese Arbeit stellt schon eine Herausforderung dar und Bain bewahrt einen davor, es sich in seiner Komfortzone gemütlich zu machen. Bei jedem Projekt zwingt einen Bain auf den nächsten Level. Mein Manager stellt dabei aber eine große Unterstützung dar. Während des Mittagsessens habe ich die Gelegenheit, einige Ideen meiner Arbeit mit ihm zu diskutieren und er hilft mir dabei, den Überblick über die richtige Strategie für den Kunden zu gewinnen. Das Gespräch driftete anschließend zu längerfristigen Zielen und Karriereplänen ab sowie zu der Frage, wo sich die besten Lunch-Möglichkeiten rund um die künftige Niederlassung in Bryant Park finden.

13 Uhr: Zurück an meinem Arbeitsplatz öffne ich eine E-Mail von Chris mit den überarbeiteten Daten des Vertriebsmodells und ich fange an, mir die Veränderungen anzusehen. Sobald ich damit zufrieden bin, übernehme ich die Daten in meine Arbeitsunterlagen und schicke diese per E-Mail an meinen Vorgesetzten und die zuständige Partnerin.

14 Uhr: Chris und ich gehen in das Büro der Partnerin, wo sie bereits mit meinem Vorgesetzten zusammensitzt. Ich nehme mir die Zeit, um mit ihr unsere Arbeit durchzugehen, bevor wir die Daten an den Kunden weiterreichen. Dabei fragt sie an einigen Stellen, welche Auswirkungen das Vertriebsmodell auf den Return on investment hat. Als die Partnerin mit den Daten zufrieden ist, verlasse ich das Büro mit einigen Veränderungen, um die Folien für die anstehenden Entscheidungen sowie die Präsentation für den Kunden zusammenzustellen.

15.30 Uhr: Mein Vorgesetzter, Chris und ich springen ins Taxi zu einem Kundenbesuch.

16 Uhr: Ich präsentiere die vorläufige Struktur und die Daten der Vertriebsstrategie dem Team des Kunden, wozu auch der Vertriebschef des Unternehmens gehört. Wir arbeiten langsam auf die Erneuerung des Auftrags zum Wochenende zu und bei dem heutigen Treffen handelt es sich um einen Schlüsselmoment, um das Input von dem Arbeitsteam zu erhalten, wo unsere Analyse hinführen kann. Wir haben ein großartiges Gespräch über die Daten, ihre Folgen und die verfügbaren Optionen und der Kunde ist zufrieden. Wir kommen zu dem Ergebnis, mit einer Gruppe von Sales-Mitarbeitern die Kernannahmen der Analyse zu prüfen, bevor wir unsere Empfehlungen dem Kunden zur Entscheidung vorlegen.

18 Uhr: Nachdem wir von dem erfolgreichen Meeting in unser Büro zurückgekehrt sind, denken Chris und ich kurz über die Organisation der Testgruppe nach. Chris wird die Einführung und die Gesprächsführung übernehmen. Weiter besprechen wir die Fragen, die wir testen wollen und wie diese in die Analyse passen, damit wir eine Agenda für die Diskussion aufstellen können.

18:15 Uhr: Nachdem ich eine kurze E-Mail mit einem Update zum Meeting und den nächsten Schritten an die Partnerin versendet habe, schaue ich mir meinen Arbeitsplan und die anstehenden Meetings an. Eines meiner Teammitglieder fährt in der kommenden Woche zu einem Neukundentraining nach Miami und ich übernehme währenddessen einen Teil seiner Aufgaben. Er sendet mir seine aktuellen Unterlagen und Analysen zu. Die nächste halbe Stunde verbringe ich damit, dies zu lesen und über seine Arbeit nachzudenken. Ich mache mir einige Notizen, damit ich in der kommenden Woche vorbereitet bin.

19 Uhr: Ich verlasse das Büro, um mich mit einem Mentor zum Abendessen zu treffen, den ich aus Johannesburg kenne. Er hat Bain verlassen, um eine Führungsposition bei der Clinton Health Access Initiative zu übernehmen. Mein langfristiges Karriereziel besteht darin, mehr Menschen rund um den Globus den Zugang zu Ärzten und dem Gesundheitswesen zu ermöglichen und ich bin wirklich aufgeregt zu hören, was er so von seiner neuen Stelle erzählt. Ich freue mich auch auf ein schönes Abendessen in meiner neuen Heimatstadt.

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