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Vergesst die Schweiz: In welchem Nachbarland deutschsprachige Finanzprofis immer noch gesucht werden

Luxemburg

Hohe Berge und ebenso hohe Gehälter haben in den vergangenen zehn Jahren zahllose Finanzprofis aus Deutschland in die Schweiz gelockt. Doch vor gut einer Woche haben die Schweizer in einem Referendum klargestellt, dass sie künftig weniger EU-Ausländer in ihrem Land sehen wollen. Allerdings gibt es noch ein anderes Nachbarland, wo die Gehälter hoch, die Berge allerdings niedriger sind: Luxemburg.

So belief sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Großherzogtum nach den Angaben des Internationalen Währungsfonds in 2013 auf gut 110.000 Dollar – dagegen sind es in der Schweiz nur rund 80.000 Dollar und in Deutschland gar nur schmale 44.000 Dollar. Durch den sehr hohen Anteil an Grenzgängern wird der Luxemburger Spitzenwert jedoch spürbar überzeichnet. Dennoch fallen die Gehälter in Luxemburg immer noch üppig aus. Überdies liegen die Lebenshaltungskosten deutlich unter Schweizer Verhältnissen.

„Das Gehaltsniveau fällt nach wie vor deutlich höher aus als in Deutschland“, bekräftigt Headhunter David Kitzinger von Baldenoch & Clark in Luxemburg. Allerdings wollte Kitzinger den Vorsprung vor Deutschland prozentual nicht beziffern. Zu viele Faktoren würden dort hineinspielen.

Und das Beste daran: Derzeit herrscht laut dem internationalen Personalvermittlungsunternehmen Robert Walters in Luxemburg eine „große Nachfrage“ nach deutschsprachigen Finanzprofis. „Dies betrifft generell sämtliche Stellen in Banking und Finance. Abers besonders gefragt sind deutschsprachige Accountants. Von diesen Personen wird ebenfalls verlangt, Englisch und Französisch zu sprechen“, heißt es von Robert Walters in Luxemburg weiter.

„Gerade bei Accountants ist es schwierig deutschsprachiges Personal zu finden. Dies gilt vor allem für Leute mit drei bis sieben Jahren Berufserfahrung“, bestätigt Kitzinger. Bei den Gründen für diesen Mangel könne er nur spekulieren. So klinge das deutsche Wort Buchhalter nicht sonderlich „sexy“. Der englische Begriff Accountant stehe indes umfassender für das gesamte Berufsfeld Rechnungslegung / Controlling, inklusive der senioren Positionen.

Dabei hätten deutsche Buchhalter mit einer Bilanzbuchhalterzertifizierung in Luxemburg gute Chancen. Denn im Rechnungswesen von alternativen Investments wie z.B. Private Equity / Real Estate würden profunde Buchhaltungskenntnisse gefordert.

Gesucht würden darüber hinaus deutschsprachige Fachkräfte im Bereich Legal (Corporate Legal und Investmentfonds). Da in Kanzleien allerdings auch französische Gesetzestexte im Original gelesen werden müssten, sollten deutschsprachige Kandidaten neben Englisch- auch Französischkenntnisse mitbringen. Bei Inhouse-Positionen ist Französisch hingegen seltener ein Muss.

Mit Vorurteilen hätten Deutsche und andere EU-Ausländer im Großherzogtum wenig zu kämpfen, betont Kitzinger mit Blick auf die Annahme der „Initiative gegen Masseneinwanderung“ in der Schweiz. „Jeder Luxemburger weiß, dass die gesamte Privatwirtschaft von dem Einsatz von Ausländern abhängt“, sagt Kitzinger. „Weniger als die Hälfte der Einwohner sind Einheimische.“ In der Schweiz beläuft sich der Ausländeranteil hingegen auf nur 23 Prozent. „Die Luxemburger sind grundsätzlich aufgeschlossen – selbst in ländlichen Gebieten.“

Was Finanzprofis in Luxemburg verdienen

Robert Walters hat soeben seine „Salary Survey 2014″ veröffentlicht. Hier die wichtigsten Tabellen:

Quelle: Robert Walters Salary Survey 2014 Quelle: Robert Walters Salary Survey 2014[/caption]

Quelle: Robert Walters Salary Survey 2014 Quelle: Robert Walters Salary Survey 2014[/caption]

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Kommentare (2)

Comments
  1. gehe ich korrekt in der annahme, dass es sich bei den robert walters zahlen lediglich um die fixgehälter handelt? wie sehen die total packages aus? diese frage zu beantworten, scheint mir aus sicht des leser sinnvoller. mfg

  2. Es handelt sich tatsächlich um die Fixgehälter.

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