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Credit Suisse dank Investmentbanking und gekürzten Boni mit hohen Gewinnen

Die Credit Suisse hat den Gewinn im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten dank Investmentbank um ein Drittel auf 2,4 Mrd. Franken gesteigert. In der Vermögensverwaltung verzeichnete die Grossbank trotz gestiegener Kundengelder einen rückläufigen Gewinn.

Das Management sieht das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. “Ich wage vorherzusagen, dass nicht alle unsere Aktivitäten schon auf ihrem Höhepunkt angekommen sind”, sagte Finanzvorstand Renato Fassbind und kündigte eine angemessene Dividende an. “Die Investoren können sich für das laufende Jahr auf eine vernünftige Ausschüttung.”

Im Investmentbanking stieg der Vorsteuergewinn nach guten Ergebnissen im Aktien- und Devisenhandel und im Zinsgeschäft um fünf Prozent auf 1,8 Mrd. Franken.

Saisonbedingt teilweise rückläufige Erträge konnten durch niedrigere Boni ausgeglichen werden, was sich in einem um fast ein Viertel niedrigeren Personalaufwand für die Sparte niederschlug. Das ist bemerkenswert, weil die Zahl der Mitarbeiter im Investmentbanking zum ersten Mal seit einem Jahr weltweit um 500 auf 19.300 gestiegen ist. Davor hatte die Credit Suisse binnen zwölf Monaten 2.400 Jobs gestrichen.

Analysten zeigten sich von den Zahlen beeindruckt. Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank sprach von einem “weiteren starken Quartal” der Credit Suisse. Zugleich stellte er die Nachhaltigkeit in Frage. “Nächstes Jahr wird das Umfeld deutlich anspruchsvoller sein.”

Ähnlich äussert sich Peter Thorne von Helvea: “Das gute Ergebnis der Sparte ist zwar kein Glücksfall, aber die Investoren müssen sich die Frage stellen, ob solche Margen nachhaltig sind, wenn die Konkurrenz im Investmentbanking wieder anzieht.”

Die Bonuszahlungen sind zudem nicht mehr allein vom Kurs der Credit-Suisse-Aktie, sondern auch von der Eigenkapitalverzinsung abhängig und können im Falle eines Verlustes auch wieder reduziert werden. Das hatte die Bank vor wenigen Tagen bekannt gegeben.

Demnach zahlt die Credit Suisse ihren weltweit 7.000 Top-Managern ab 2010 ein höheres Festgehalt und reduziert den Bonus-Anteil an den Gehältern.

Das neue System entspreche den kürzlich von den G-20-Ländern verabschiedeten Richtlinien, hieß es in einer Mitteilung. Die Regeln gelten auch für die oberste Konzernleitung um CS-Chef Brady Dougan.

Boni bis 125.000 Franken werden bei Credit Suisse weiter bar ausbezahlt. Bei höheren Beträgen unterliegt ein Anteil der variablen Vergütung, der in Aktien oder in bar geleistet wird, einer Sperrfrist.

Die Bar-Boni werden über drei Jahre zu je einem Drittel erworben. Schreibt ein Unternehmensbereich jedoch Verluste, werden die Bonus-Zuteilungen entsprechend reduziert.

Im Private Banking fiel der Gewinn im Vergleich zum zweiten Quartal um sieben Prozent auf 867 Mio. Franken. Der Rückgang sei hauptsächlich auf den tieferen Zinserfolg zurückzuführen, so die CS. Die Bank akquirierte 13,1 Mrd. Franken Neugelder. Die Sparte verwaltet jetzt 902 Mrd. Franken.

Die Zahl der Kundenberater – neudeutsch: Relationship Manager – ging weltweit im Vergleich zum zweiten Quartal um 50 auf 4.520 zurück. Der Rückgang in der Schweiz fiel mit zehn auf 1.910 moderat aus. Dessen ungeachtet kündigte die Bank in einer Präsentation an, weiter “Senior Relationship Manager” einzustellen. Im Umkehrschluss müssen “Underperformer” damit rechnen, dass der Druck auf sie weiter zunimmt.

Mit Sorge betrachten Analysten die Margen-Entwicklung im Wealth Management. “Der Rückgang der Profitabilität hat dazu geführt, dass die Sparte hinter den Markterwartungen zurückgeblieben ist”, sagte Helvea-Experte Thorne.

Im Asset Management schaffte Credit Suisse die Trendwende. Nach einem Verlust von einer halben Milliarde Franken im ersten Quartal und einem Minigewinn im zweiten erreichte der Bereich nun – auch dank eines Sondereffektes – einen Vorsteuergewinn von gut 300 Mio. Franken kam. Dem Bereich flossen netto 3,9 Mrd. Franken neues Geld zu. Insgesamt verwaltet dieser Bereich Kundenvermögen von 1,2 Bio. Franken.

Nach dem die Zahl der Mitarbeiter im Asset Management im zweiten Quartal um 100 auf 3.200 gestiegen war, beschäftigte dieser Bereich im dritten Quartal erneut nur noch 3.100 Mitarbeiter.

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