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Was Studenten anstellen müssen, um es ins M&A-Geschäft zu schaffen

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Falls Sie es als Student ins europäische M&A-Geschäft schaffen wollen, dann mögen die Aussichten auf den ersten Blick ein wenig trostlos erscheinen. Denn die Branche muss im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen sowie mit Börsengängen zumindest in Europa den schlechtesten Jahresstart seit über zehn Jahren verkraften – keine gute Nachricht für den Arbeitsmarkt.

Doch bei einer Podiumsdiskussion führender Investmentbanker auf der „M&A Outlook 2014“-Veranstaltung der Cass Business School in London am heutigen Donnerstag (6. Februar) wurde schnell klar, dass die Aussichten für Berufseinsteiger weitaus besser ausfallen.

„Wir stellen immer noch ein und wir sind nicht dabei, das Graduate Recruitment wie in den früheren Abschwüngen herunterzufahren“, betonte ein Managing Director der Credit Suisse. Leider darf keiner der Teilnehmer namentlich zitiert werden. „Falls Sie die Neueinstellungen zurückfahren, dann enden Sie mit einer großen Lücke, einer Bankerwüste drei Jahre später. Daher halten wir an den Einstellungen von Absolventen fest und bieten ihnen die richtige Ausbildung.“

Für den, der den Arbeitsmarkt im Investmentbanking aufmerksam verfolgt, stellt dies keine bahnbrechende Neuigkeit dar. Nach der Finanzkrise wurden in der Branche einfach zu wenige Nachwuchskräfte angeheuert. Als Folge davon arbeiten laut Branchenbeobachtern derzeit in manchen Häusern in Deutschland schon mehr Managing Directors und Vice Presidents als Analysten und Associates mit wenigen Jahren Berufserfahrung. Die Personalpyramide stehe gewissermaßen auf dem Kopf.

Überdies stellte der traurige Tod des deutschen Investmentbanking Praktikanten der Bank of America Merrill Lynch Moritz Erhardt für viele Personalabteilungen geradezu einen Weckruf dar. So versuchen sie die ausufernden Arbeitszeiten ihrer Analysten zu beschneiden und stellen schon aus diesem Grund mehr Absolventen ein.

Einige Banken sind sogar dazu übergegangen, Mitarbeiter von den Big  4 mit der Rechnungslegungsqualifikation ACA anzuheuern, um die größten Lücken in ihren M&A-Teams zu schließen – auch wenn die Banken ihnen erst einige Kenntnisse in Financial Modelling vermitteln müssen.

Doch wie gelingt heutzutage überhaupt eine erfolgreiche Karriere im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen? Ein anderer leitender M&A-Mitarbeiter rät Studenten bei der Veranstaltung sich einen Sektor auszusuchen, für den sie eine gewisse Leidenschaft mitbringen. „Nehmen Sie nicht einfach irgendeine M&A-Stelle an. Finden Sie etwas Passendes – sei es ein bestimmter Sektor oder ein Geschäftsbereich und bewerben Sie sich entsprechend bei einer Investmentbank.“

Generell bevorzugen Banken Kandidaten, die eine gewisse Leidenschaft für einen Geschäftsbereich und nicht nur technische Fachkompetenz mitbringen. Obgleich jemand mit einem Master in Finance eigentlich eine „discounted cash flow valuation“ zustande bringen sollte, rühmen sich die meisten Banken, selbst rohe Talente gut ausbilden zu können, erzählt Prof. Scott Moeller, Direktor des M&A Research Centres der Cass Business School.

„Sie wären erstaunt, wenn Sie wüssten, wie viele Leute mich verständnislos anstarren, wenn ich sie frage, an welchem der jüngsten Deals der Banken sie gerne mitgearbeitet hätten oder was sie an der Arbeit in M&A interessiert“, erzählt der Managing Director der Credit Suisse. „Es geht eher darum, was Sie am Banking interessiert und warum, als um Ihr Branchenwissen.“

Doch auch wenn ein gehöriges Maß von Begeisterung erforderlich ist, um einen Fuß in die Tür zu bekommen, sollten sich Studenten schon früh überlegen, worin ihr nächster Schritt bestehen könne.  Wenn Sie erst einmal 90 Stunden die Woche in dem Job arbeiten und diverse Wochenenden im Büro verbringen, dann bleibt nicht viel Zeit für die Karriereplanung übrig. Sie sollten sich also Ihre Ziele bereits vor dem Einstieg ins Banking gründlich überlegen.

„Falls Sie später einen Wechsel ins Private Equity-Geschäft anstreben, dann sollten Sie wissen, welche Erfahrung Sie in einem M&A-Job sammeln müssen, um dies zu erreichen“, ergänzt ein anderer Diskussionsteilnehmer. So können Sie beispielsweise Kontakte zu Kunden bzw. Führungskräften in deren Unternehmen aufbauen, was Ihnen später bei der Karriere helfen kann. „Entsprechend sollten Sie sich positionieren. Nutzen Sie den Job als Sprungbrett, für das was Sie letztlich erreichen wollen.“

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