☰ Menu eFinancialCareers

Die sieben kühnsten Tricks für die Jobsuche

Tricks

Bei der hohen Zahl an Bewerbern, die auf jeden Job in den Finanzdienstleistungen kommt, sollten sich Kandidaten etwas Ausgefallenes einfallen lassen. Wer dies geschickt anstellt, kann sich deutlich von seinen Konkurrenten abheben. Falls dies jedoch misslingt, dann hat sich die Bewerbung rasch erledigt.

An zwei Fällen aus dem Investmentbanking lässt sich leicht illustrieren, worin der feine Unterschied besteht: So bewarb sich ein Student um ein Praktikum mit den Worten: „Ich könnte Ihnen natürlich viel Mist erzählen, welche Berufserfahrungen und Kompetenzen mich zum idealen Kandidaten für ein Praktikum im Investmentbanking machen. Doch die Wahrheit ist: Ich verfüge über keine unglaublich besonderen Kompetenzen und genialen Eigenschaften, allerdings verfüge ich über fast perfekte Noten und werde hart für Sie arbeiten.“ Auf diese Weise wurde er tatsächlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Andererseits gibt es das berühmte Video „Nichts ist unmöglich“ des jüngst verstorbenen Aleksey Vayner, mit dem er sich um einen Job im Investmentbanking der UBS bewarb. Dies zeigt sein Können beim Gewichtheben, Skifahren, Tanzen und Karate. Auf wundersame Weise gelangte es aus der HR-Abteilung ins Internet, wo es sich großer Popularität erfreute. Letztlich erhielt Vayner weder bei der UBS – noch irgendwo anders – einen Job im Investmentbanking.

Karrierecoaches geben hierzu zwei grundsätzliche Ratschläge:

Seien Sie gut dabei…

… und gehen Sie niemals zu weit.

Wir haben sechs Tipps zusammengestellt, wie Sie mit einer frechen und ausgefallenen Bewerbung tatsächlich ans Ziel gelangen:

1. Nehmen Sie das Heft in die eigene Hand

Falls Sie den Mut dazu aufbringen, dann können Sie versuchen, ein Vorstellungsgespräch an sich zu reißen. Auf diese Weise können Sie sich wirksam selbst vermarkten, anstatt darauf zu warten, bis endlich die richtige Frage gestellt wird, rät Karrierecoach Jeremy L’Anson, der mit Investmentbankern arbeitet.

„An Anfang eines Vorstellungsgesprächs fragte ein Kandidat, welche Kerneigenschaften der neue Mitarbeiter mitbringen müsse“, erzählt L’Anson. „Er hörte aufmerksam zu und verbrachte die folgende halbe Stunde damit aufzulisten, wie seine Qualitäten zu den Anforderungen des Jobs passen, wobei er Beispiele, Statistiken und Anekdoten anführte, die seine Ausführungen stützten. Das Gespräch war kurz und strukturiert. Rasch wurde ihm ein Job angeboten.“

2. Geben Sie sich persönlich

Im schlimmsten Fall wird Ihnen nur mitgeteilt, wer Ihnen in dem Vorstellungsgespräch gegenübersitzt. Schon im Vorfeld sollten Sie versuchen so viel wie möglich über Ihre Gesprächspartner herauszufinden. Karrierecoach Simon North von Position Ignition empfiehlt, dieses Wissen bei der erstbesten Gelegenheit in das Gespräch einzuflechten.

„Es handelt sich um eine einfache Recherche, aber es zeugt von Aufrichtigkeit und zeigt, dass Sie sich einige Zeit auch mit den Menschen und nicht nur mit der Firma beschäftigt haben. Wenn Sie wissen, dass jemand vor einigen Jahren z.B. von JP Morgan gekommen ist und nach der Motivation für den Wechsel fragen, dann dokumentieren Sie damit, dass es nicht nur um Sie geht“, sagt North.

3. Versuchen Sie Ihr Glück über Social Media

Noch nie war es so leicht wie im Social Media-Zeitalter an die Entscheidungsträger in Großunternehmen heranzukommen und von dieser Möglichkeit sollten Kandidaten reichlich Gebrauch machen, rät L’Anson. „60 bis 70 Prozent der Stellen werden niemals ausgeschrieben. Versuchen Sie also einen Kontakt mit jemanden herzustellen – selbst wenn es nur über Twitter ist.“ Dabei sollten Sie jedoch stets smart und höflich aufzutreten. Dagegen sollten Sie bei niemandem ungefragt in der Bürotür stehen.

4. Seien Sie ehrlich

Falls Sie mit einer Frage konfrontiert werden, auf die Sie beim besten Willen keine Antwort wissen, dann sollten Sie nicht einfach fünf Minuten mit sinnlosem Gerede vergeuden, nur um irgendeine Antwort vorzubringen. Bei Finanzdienstleistern, werden regelmäßig schwierige Fragen in ein Vorstellungsgespräch hineingeworfen. Daher sollten Sie sich auch nicht scheuen einzugestehen, dass Sie die Antwort nicht kennen. Angeblich soll Morgan Stanley tatsächlich jemanden gefragt haben, wie man „Divertikulitis“ buchstabiert. Der Kandidat hat einfach geantwortet, dass er keinen blassen Schimmer habe und er hat dennoch den Job erhalten.

5. Beim Einsatz  moderner Medien ist Vorsicht angebracht

Trotz des Fiaskos des „Nichts ist unmöglich“-Videos können Bewerbungsvideos bei Berufseinsteigern durchaus sinnvoll sein, um sich von der Masse der farblosen Bewerber abzusetzen, rät North.

„Dabei handelt es sich nicht um Ihren Lebenslauf, dennoch muss es sich auch nicht um eine Übung in Narzissmus handeln“, ergänzt North. „Zeigen Sie sich selbst, wie Sie über etwas begeistert bei einem Drink sprechen, über eine Auszeit und die Führungseigenschaften, die Sie gelernt haben oder Ihren langjährigen Einsatz für das Hockeyteam. Banken suchen nach Leuten, die lange in der Branche bleiben wollen und natürlich sind.“

6. Betonen Sie Ihre Verbindungen

Über Vetternwirtschaft wird im Investmentbanking die Stirn gerunzelt, auch wenn Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein dies als eine Lebensrealität bezeichnet hat. Zumindest sorgt sie dafür, dass Sie innerhalb des Unternehmens über Unterstützung verfügen. „Beim Einstieg ins Banking geht es letztlich darum, ob man kulturell dazu passt, und dass sich jemand formlos für Sie einsetzt, um sich auf diese Weise von der Masse abzusetzen“, sagt Headhunter Andrew Pullman von People Risk Solutions und ehemaliger HR-Chef der Dresdner Bank.

7. In der Öffentlichkeit stellt jeder einen potenziellen Treffer dar

Im Finanzdistrikt sind tatsächlich schon Studenten gesichtet worden, die sich ein Plakat um den Hals gehängt haben und an die Passanten ihren Lebenslauf in der Hoffnung verteilten, auf diese Weise einen Job zu erhalten. Dies stellt also längst keine neue Idee mehr dar; dennoch erfordert sie auch heute noch eine gehörige Menge an Mut. Falls Sie tatsächlich so etwas vorhaben, dann müssen Sie sich auf reichlich Spott und Unverständnis gefasst machen. Dennoch sollten Sie sich immer Ihre positive Einstellung bewahren, rät Faraaz Kaskar, der als Absolvent der Uni Leicester diesen Schritt tatsächlich in 2012 wagte.

„Einige Passanten spotten über Sie und sagen so etwas wie: ‚Ich habe einen Job und Du nicht.‘ Doch die meisten Leute, die wir trafen, waren wirklich hilfreich. Ich habe an die Passanten Lebensläufe verteilt und wurde zu einigen Vorstellungsgesprächen eingeladen. Abgesehen davon gaben mit die Leute Ratschläge, unterstützten mich und ermutigten mich, mit ihnen in Kontakt zu bleiben“, erzählt Kaskar.

Ähnliche Artikel:

Acht einfache Tricks, die Ihnen in 2014 zu Ihrem Traumjob verhelfen

Swiss Finish: Wie eine perfekte Schweizer Bewerbung aussieht

Der kleine Ratgeber für eine erfolgreiche Initiativbewerbung

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier