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Auftakt zur Bilanzsaison: Alles was Sie über die Ergebnisse von JP Morgan wissen müssen

Mit JP Morgan beginnt traditionell an der Wall Street die Berichtssaison. So haben die Amerikaner am heutigen Dienstag (14. Januar) als erstes ihre Geschäftsergebnisse für 2013 präsentiert. In den kommenden Tagen werden sämtliche große US-Banken folgen und am Mittwoch (29. Januar) stehen die Zahlen der Deutschen Bank an. Trotz der Milliardenstrafen für Finanzaffären purzelte der Gewinn des US-Bankenriesen lediglich um 16 Prozent auf 17,9 Mrd. Dollar. Wir haben untersucht, was die Ergebnisse für die Mitarbeiter bedeuten.

1. Personalaufbau im Asset Management

Bei JP Morgan fielen im vergangenen Jahr allein 7557 Jobs dem Rotstift zum Opfer. Die einzelnen Geschäftsbereiche wurden hiervon allerdings recht unterschiedlich getroffen. So wurden im Filialgeschäft exakt 13.058 Jobs gestrichen, glücklicherweise unterhält die US-Bank diesseits des Atlantiks kein Retailgeschäft. Dagegen legte die Mitarbeiterzahl im Corporate and Investment Banking binnen Jahresfrist leicht um 228 Beschäftigte zu, womit das Tal vorerst durchschritten scheint. Einen wahren Stellensegen erlebte mit 1583 zusätzlichen Jobs das Asset Management, in dem JP Morgan in 2013 allerdings auch eine traumhafte Eigenkapitalrendite von 23 Prozent erzielte.

2. Das schlechte Quartalsergebnis spricht gegen Einstellungen im Corporate and Investment Banking

Immerhin 81 Prozent der Erträge des Corporate and Investment Banking wurden im vierten Quartal von den Kosten aufgezehrt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch magere 65 Prozent gewesen. Die Eigenkapitalrendite stürzte sogar von 17 auf nur noch 6 Prozent ein. Damit dürfte der Spielraum für zusätzliche Kosten – z.B. in Form neuer Mitarbeiter – gering ausfallen.

Allerdings gingen die hohen Kosten teilweise auf Bilanzierungseffekte zurück. Wenn diese unberücksichtigt bleiben, macht die Eigenkapitalrendite mit 15 Prozent eine deutlich bessere Figur. Die Aufwands-Ertrags-Quote würde sogar nur bei 61 Prozent liegen.

3. Weniger Geld für Investmentbanker und mehr für Asset Manager

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ließ JP Morgan für jeden Investmentbanker durchschnittlich etwa 207.000 Dollar springen, was 5 Prozent weniger als in 2012 waren. Dagegen legte der Personalaufwand pro Kopf im Asset Management um 2 Prozent auf 243.000 Dollar zu.

4. Gutes ECM-Underwriting könnte zu Neueinstellungen führen

Die Hausse an den Aktienmärkten in 2013 schlug sich auch in den Equity Capital Markets (ECM)-Erträgen nieder, die immerhin um 42 Prozent zulegten. Dagegen purzelten die M&A-Erträge im Vorjahresvergleich um 12 Prozent. Somit dürfte klar sein, welcher Arbeitsplatz im derzeitigen Umfeld besser ist.

5. Durchschnittliches Jahr für Equity Sales and Trading

Im Geschäftsbereich Equity Sales and Trading legten die Erträge nur um mittelmäßige 8 Prozent zu. Dennoch könnten im Aktiengeschäft Neueinstellungen anstehen. Im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren stagnierten die Erträge in etwa auf Vorjahresniveau. Dennoch könnte JP Morgan angesichts des schwierigen Marktumfelds im Vergleich zu den Wettbewerbern recht gut abgeschnitten haben. Genaueres werden die Ergebnisse der übrigen Investmentbanken in den kommenden Wochen zeigen.

In einer Studie haben die Analysten der Deutschen Bank kürzlich einen weltweiten Abbau von 20.000 Jobs im Investmentbanking prognostiziert. Dabei dürften die Stellen im Aktiengeschäft deutlich sicherer sein als im Geschäft mit festverzinslichen Kapitalmarktprodukten.

6. Besonders schlecht lief das Investmentbanking in Europa und Asien

Im vierten Quartal stürzten die Erträge im Corporate and Investment Banking in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) um 36 Prozent ab. Gleiches gilt für den asiatisch-pazifischen Raum. Damit dürften Neueinstellungen in diesen Regionen in 2014 in weite Ferne rücken.

7. Trading-Jobs werden immer uninteressanter

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat JP Morgan ihr Value at Risk (VaR) konzernweit um 66 Prozent und im Corporate and Investment Banking um 51 Prozent zurückgefahren. Folglich dürften die Trader bei der US-Bank weniger Spaß haben als in der Vergangenheit.

Noch stärker dürfte dies für das Treasury gelten, in dem die Eigenmittel der Bank verwaltet werden und das in 2012 einen Milliardenverlust verkraften musste. Hier wurde das Value at Risk sogar um 91 Prozent abgebremst.

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