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Stellt der CAIA einen Turbo für eine Karriere in Alternativen Investments dar?

Hilft ein CAIA, um einen Fuß in die Tür eines Hedge- oder Private Equity-fonds zu bekommen?

Hilft ein CAIA, um einen Fuß in die Tür eines Hedge- oder Private Equity-fonds zu bekommen?

Einen Job bei einem Hedge- oder Private Equity-Fonds zu finden, stellt traditionell eine ganz besondere Herausforderung dar. Denn die Stellen sind rar und die Kandidaten stehen Schlange. Kann der Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA) die Jobchancen tatsächlich steigern? Die nackten Zahlen scheinen für die Fortbildung zu sprechen. Die größte Zahl der CAIA-Charterholder aus Europa lebt in der Schweiz, einem Mekka der alternativen Investments in Europa.

Dabei stehen Berufsqualifikationen wie der CAIA bei Private Equity-Gesellschaften und Hedgefonds traditionell nicht ganz oben auf der Wunschliste. Hedgefonds schauen sich üblicherweise nach blitzgescheiten Akademikern um, die sie in jungen Jahren zu dem Typ Mitarbeiter formen können, den sie sich wünschen und der anschließend einen ansehnlichen Track-Record vorweisen kann. Private Equity-Gesellschaften jagen wiederum bevorzugt den führenden Investmentbanken ihre M&A-Analysten ab.

So  mancher meint, bei einem CAIA handle es sich lediglich um den kleinen Bruder des Chartered Financial Analyst (CFA). So ähneln sich einige Inhalte, wobei der Lernaufwand für jeden der beiden CAIA-Level auf etwa 200 Stunden beziffert wird. Dies ist spürbar weniger als die jeweils 300 Stunden, die jeder der drei CFA-Level verlangt. Auch die Erfolgsquote spricht für den CAIA. So haben im September weltweit 68 Prozent der Prüfungsteilnehmer den Level I und 62 Prozent den Level II bestanden. Bei den CFA-Examen im Sommer lag die Erfolgsquote je nach Level bei nur 38, 42 und 49 Prozent.

Die Größenverhältnisse beider Qualifikationen fallen ebenfalls signifikant unterschiedlich aus. Während es weltweit bereits 118.000 CFA-Charterholder gibt, zählte der CAIA im November gerade einmal 6700 Mitglieder. Dabei kletterte die Mitgliederzahl in den zurückliegenden zwölf Monaten allein um 500. Für so manchen stellt dies einen Vorteil dar. Da mittlerweile immer mehr Angestellte aus dem Middle- und Backoffice einen CFA erwerben, hat dieser ein wenig an Exklusivität eingebüßt.

Von den CFA-Charterholdern arbeitet immer noch der Hauptteil bei Fondsgesellschaften oder in der Aktienanalyse. Lediglich 3 Prozent sind bei einem Hedgefonds oder bei einem Private Equity-Fonds angestellt, wie aus einer CAIA-Umfrage hervorgeht. Laut den eigenen Angaben des CAIA sind der mit 26 Prozent größte Teil der CAIA-Charterholder als Analysten beschäftigt. Dies legt den Verdacht nahe, dass es sich beim CAIA tatsächlich um eine Möglichkeit handelt, einen Fuß in die Alternative-Investment-Branche zu bekommen. Weitere 15 Prozent arbeiten als Portfolio-Manager und nur 3 Prozent bezeichnen sich selbst als Trader.

Der CAIA wird jedoch immer noch eher als eine nützliche Zusatzqualifikation, denn als Muss betrachtet. Executive Search-Experte Bill Vlaad von Vlaad and Company erzählt: „Wenn man sich zwischen zwei gleichguten Kandidaten entscheiden muss, dann hat derjenige mit einem CAIA-Zertifikat einen Vorteil.“

Allerdings beobachten einschlägige Hedgefonds-Headhunter in London, dass der CAIA noch nicht oft von Arbeitgebern verlangt wird oder dass es sich um einen wünschenswerten Faktor wie ein CFA oder anderes handelt. Darüber hinaus scheint der CAIA in Amerika beliebter zu sein als in Europa. So entfallen 53 Prozent der Mitglieder auf Amerika, 34 Prozent auf Europa, den Mittleren Osten und Afrika sowie 14 Prozent auf den asiatisch-pazifischen Raum. Eine wichtige Ausnahme stellt die Schweiz dar, wo sich die meisten Mitglieder in Europa tummeln.

Immerhin 49 Prozent der CAIA-Kandidaten betrachten die Qualifikation als einen Weg zu einem neuen Job, 43 Prozent streben ihn an, um mehr Verantwortung zu erhalten und 20 Prozent um mehr Geld zu verdienen.

CAIA-Charterholder, die lieber anonym bleiben wollen, versichern, dass sie von der Qualifikation tatsächlich profitiert hätten. Allerdings habe der CAIA bei ihnen nicht – wie erwünscht – automatisch die Karriere beflügelt. Als besonders nützlich hätten sich indes die Networking-Events erwiesen, da sich so Kontakte zu einer Vielzahl von Finanzprofis aufbauen ließen.

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