☰ Menu eFinancialCareers

„Scheißdeutsche“: Die denkwürdigsten Bankerzitate aus 2013

Stress

Auch im abgelaufenen Jahr konnte so mancher Banker den Schnabel nicht halten und hat den Berufsstand mit desaströsen Aussagen in Misskredit gebracht. Besonders bedeutsam waren dabei die im Jahresverlauf bekannt gewordenen Skandale rund um die Anglo Irish Bank und die Libor-Manipulation. Andere Zitate von Bankern sind sympathisch – manche allerdings auch nur peinlich. Hier unsere kleine Liste der denkwürdigsten Bankerzitate:

1. Anglo Irish-Skandal: „Deutschland, Deutschland über alles“

Im Juni 2013 veröffentlichte der „Irish Indipendent“ Mitschnitte von einem Telefonat aus 2008 zwischen dem damaligen Chef der Skandalbank Anglo Irish David Drumm und seinem Kapitalmarktchef John Browe. Anglo Irish hatte gerade eine Garantie des irischen Staates erhalten und auch deutsche Anleger pumpten Geld in das strauchelnde Institut. Dafür wurden sie als „Scheißdeutsche“ bezeichnet. Bowe stimmte sogar die erste Strophe des Deutschlandliedes „Deutschland, Deutschland über alles an. Über alles…“ Ihm war wohl entgangen, dass es sich hierbei nicht um die deutsche Hymne handelt. Bei Bowes Performance konnte sich Drumm vor Lachen nicht mehr halten.

In einem weiteren Telefonat mit seinem Kollegen Peter Fitzgerald sagte Bowe über die Finanzspritze der irischen Zentralbank: „Die Strategie hier ist sie hineinzuziehen, sie dazu zu bringen, einen großen Scheck auszufüllen, und dann müssen sie den Geldfluss aufrechterhalten […] wenn sie gleich von Anfang an das ungeheure Ausmaß sehen würden, dann würden sie vielleicht sagen, dass dies zu teuer für die Steuerzahler wird […] wenn es groß genug aussieht, um wichtig zu erscheinen, aber nicht so groß, dass es gleich alles ruiniert, dann denke ich, hat man eine Chance.“ Am Ende musste der irische Steuerzahler allein die Anglo Irish Bank mit 30 Mrd. Euro stützen.

Erstaunlich ist nicht nur die Dreistigkeit, sondern auch die Dummheit von Drumm und Bowe. Sie hätten doch wissen müssen, dass die Telefonate aufgezeichnet werden.

2. Libor-Manipulation: „Es ist schon erstaunlich, wie viel Geld man mit der Libor-Festsetzung machen kann“

Mit dem Jahr 2013 dürfte in den meisten Banken das Schicksal der Chatrooms besiegelt sein. Denn im abgelaufenen Jahr wurde bekannt, dass diese Chatrooms und die Chatfunktion der Bloomberg-Terminals in den zurückliegenden Jahren ausgiebig genutzt wurden, um die Märkte zu manipulieren.

Das bekannteste Beispiel ist die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor, an dem sich Finanzgeschäfte im Volumen von angeblich über 300 Billionen Dollar orientieren. So chattete ein Yen-Trader bei der Royal Bank of Scotland in 2008, wie jüngst bekannt wurde:

„Die Libor-Festsetzung wird immer verrückter.“

„Der Yen-Libor ist jetzt ein Kartell.“

„Es ist schon erstaunlich, wie viel Geld sich mit der Libor-Festsetzung machen lässt.“

3. Bernanke: Arme Leute geben bessere Trinkkumpanen ab

Doch es gab auch sympathischere Fälle. So redete z.B. der US-Notenbankpräsident Ben Bernanke den Absolventen der renommierten US-Uni Princeton ins Gewissen: „Eine Meritokratie ist ein System, in dem die Leute mit dem meisten Glück bei ihrer Gesundheit und ihrer genetischen Veranlagung; dem meisten Glück bei der familiären Unterstützung, Ermutigung und wahrscheinlich auch beim Einkommen; dem meisten Glück bei ihrer Ausbildung und ihren Karrierechancen und mit dem meisten Glück in zahllosen anderen Fällen genau die Leute sind, die die größten Belohnungen erhalten.“

„Ich denke die meisten von uns würden zustimmen, dass die Leute mit – sagen wir – einer geringen formalen Ausbildung, die aber hart und sorgfältig arbeiten, um ihre Familien zu ernähren, zu kleiden und auszubilden, einen größeren Respekt und Hilfe verdienen, als andere Leute, die oberflächlich gesehen erfolgreicher sind“, ergänzte Bernanke. „Außerdem macht es mehr Spaß mit ihnen ein Bier zu trinken.“

4. Goldman Sachs macht bei den Arbeitszeiten ernst

Der tragische Tod des deutschen Investmentbanking-Praktikanten Moritz Erhardt in 2013 hat ein Schlaglicht auf die endlosen Arbeitszeiten in der Branche geworfen. In einer E-Mail vom November versuchte Goldman Sachs dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben: „Allen Analysten und Associates wird vorgeschrieben, zwischen Freitag 21 Uhr und Sonntag 9 Uhr nicht im Büro zu erscheinen.“ Hoffentlich bleibt dieser Appell nicht ungehört.

5. Die Bankkaufrau als Fee: „Eine gute Tat an jedem Tag, das ist des Bankers täglicher Auftrag“

Das Image der Banken hat auch in 2013 einige Schrammen erhalten. Kein Wunder, dass die Branche auch viel Geld zur Aufpolierung ihres Images ausgibt. Ein besonders missglückter Versuch ist dabei der Spardabank unterlaufen. In einem Video lässt das Institut seine Azubis und Azubinen auftreten, um den Schulabgängern eine Banklehre schmackhaft zu machen. Darin besingen die jungen Damen auch Geschäftsalltag und Berufsbild der Branche:

„Ich nehm‘ Dich an die Hand, zeig Dir das Bankenwunderland: Wärst Du gerne mal `ne gute Fee? Erfüllst mal rasch `ne Reise in die Südsee, das Eigenheim aus Stein, darf es noch etwas anderes sein? Du möchtest ein Traumauto kaufen und fortan nicht mehr laufen?“ Aha, jetzt wissen wir endlich, worum es im Banking tatsächlich geht.

Ähnliche Artikel:

Von Feen und Therapeuten: Wie sich Banken bei der Personalsuche blamieren

Vom Wrestling-Kommentator zum Investmentbanker: Die sonderbare Karriere des David Krap

Vive la Françe: Die schlimmsten Fragen aus französischen Vorstellungsgesprächen

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier