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Auch beim CFA durchgefallen? Wieso dies noch längst keine Katastrophe darstellt

(Photo credit: Marvin Kuo)

(Photo credit: Marvin Kuo)

Vor einer Woche war es wieder soweit: Rund um den Globus brüteten zahllose CFA Kandidaten über den Klausuren zum Level I. Dabei fällt die Erfolgsquote mit 38 Prozent traditionell besonders schlecht aus. Es stellt also keine Schande dar, falls Sie selbst zur Mehrheit gehören und durch eine CFA-Prüfung durchgefallen sind.  Wir haben die acht wichtigsten Gründe zusammengestellt, wieso Sie sich einen Misserfolg nicht allzu sehr zu Herzen nehmen sollten:

1. Wahrscheinlich sind Sie an Ethik gescheitert

Die Ethik-Kapitel tragen mit 10 bis 15 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Dennoch wenden viele Kandidaten hierfür die wenigste Zeit auf. Doch ganz abgesehen von den statistischen Effekten dienen die Ethik-Fragen regelmäßig als Zünglein an der Waage. Im Klartext: Wenn es um die Frage geht, ob jemand durchgefallen oder  gerade noch bestanden hat, dann geben die Antworten auf die Ethik-Fragen regelmäßig den Ausschlag.

2. Es gibt immer wieder einen neuen Durchgang

Kandidaten dürfen die CFA-Prüfungen so oft wiederholen, wie sie wollen. Wer also einmal durchgefallen ist, kann es einfach im kommenden Durchgang noch einmal versuchen. Da überdies die Kosten niedrig ausfallen, nehmen viele Leute an den Prüfungen teil, obwohl sie unzureichend vorbereitet sind. Wer letztlich alle drei Prüfungen bestanden hat, dürfte also zumeist ein oder zwei Ehrenrunden hinter sich haben.

3. Der Club der CFA-Charterholder verliert seinen elitären Charme

Falls Sie die Hoffnung hegen, mit einem CFA-Zertifikat in die Elite der internationalen Finanzwelt aufzusteigen, dann unterliegen Sie damit einer Fehleinschätzung. Ein CFA-Zertifikat verfügt sicherlich über einen respektablen Namen und stellt einen Glanzpunkt in jedem Lebenslauf dar. Allerdings erwerben auch immer mehr Mitarbeiter aus dem Back- und Middleoffice die Qualifikation. Bei 23 Prozent der Kandidaten handelt es sich sogar um Studenten.

Noch im Juni 2007 haben an den Prüfungen zum Level 1 lediglich 77.897 Kandidaten teilgenommen. Im vergangenen Juni waren es bereits 118.142 Personen – eine Steigerung von immerhin 64 Prozent. Schon diese Zahlen sprechen nicht gerade von Exklusivität.

4. Ein CFA stellt nicht den direkten Weg zum großen Geld dar

Laut einer Umfrage der CFA Society verdienen die CFA-Charterholder durchschnittlich 155.000 US-Dollar. Nach unseren eigenen Erhebungen dürfte das Durchschnittsgehalt eher bei 66.000 Dollar liegen. Der ehemalige Goldman Sachs-Trader Anton Kreil vertritt sogar die Auffassung, dass die Teilnahme an einem CFA von einem Mangel an Ehrgeiz zeuge, das große Geld in den Finanzdienstleistungen zu verdienen.

5. Der CFA sorgt nicht automatisch für glänzende Karriereaussichten

Die gute Nachricht zum CFA lautet. Charterholder sind nur selten arbeitslos. Weltweit haben lediglich 4 Prozent der CFA-Absolventen keinen Job. Allerdings arbeitet immer noch die Masse der Charterholder in der Fondsverwaltung oder dem Research: 22 Prozent sind Portfoliomanager und 15 Prozent Research-Analysten. Während 36 Prozent der knapp 110.000 Charterholder weltweit im Aktiengeschäft arbeiten, sind lediglich 3 Prozent in Hedgefonds und 5 Prozent in Private Equity tätig.

6. Der CFA ist in Großbanken keineswegs unerlässlich

Die großen Investmentbanken stellen immer noch die Hauptarbeitgeber der CFA-Charterholder dar, dennoch fällt ihr Anteil an den Arbeitskräften auch hier relativ niedrig aus. In den USA stellt die Bank of America Merrill Lynch mit gut 1200 Charterholdern in 2012 den größten Arbeitgeber dar. Als größter CFA-Arbeitgeber im asiatisch-pazifischen Raum beschäftigt HSBC gerade einmal gut 1100 Charterholder. In Europa, Afrika und den Mittleren Osten ist die UBS mit genau 422 der größte Arbeitgeber. Dies kann bedeuten, dass sich die CFA-Absolventen immer noch von den übrigen Mitarbeitern absetzen können. Allerding kann dies auch heißen, dass bei den Großbanken kein wirklicher Bedarf an noch mehr Absolventen besteht.

7. Vielleicht sind Sie nur knapp durchgefallen

Der CFA sieht zehn Kategorien von „nicht bestanden“ vor, wobei die Kategorie zehn dem Bestehen am nächsten kommt. Falls Sie also eine solche Kategorie erreicht haben, dann sind Sie möglicherweise nur geringfügig von einem Erfolg entfernt und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie es beim nächsten Mal schaffen.

8. Auch bei einem Misserfolg kann sich die Mühe lohnen

Beim CFA geht es nicht nur darum, seiner Karriere einen kräftigen Schub zu verleihen. Bei einer Umfrage des CFA Instituts in 2013 gab die große Mehrheit der Teilnehmer (86 Prozent) vielmehr an, die Qualifikation erworben zu haben, um Fachwissen zu erwerben. Nur 61 Prozent gaben an, dass es bei ihrer Karriere geholfen habe und 51 Prozent, dass das Zertifikat ihnen Zugang zu einem Netzwerk verschafft habe. Auch wenn Sie nicht erfolgreich waren, so haben Sie doch zumindest ihr Fachwissen aufgebessert.

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