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BaFin ärgert sich: Bei deutschen Banken gibt es mehr Einkommensmillionäre als bisher bekannt

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Die Veröffentlichung der Einkommensmillionäre unter den europäischen Banken vor rund einer Woche scheint bei der BaFin gar nicht gut anzukommen. Demnach haben 3530 Banker in der EU und angeschlossenen Staaten wie Norwegen in 2012 Vergütungen von mehr als 1 Mio. Euro eingestrichen. Davon stammen gerade einmal 212 aus Deutschland und 2714 aus Großbritannien. Allerdings scheinen einige der deutschen Einkommensmillionäre gar nicht erst in der Liste der Risikoträger aufzutauchen.

„Die europäische Bankenbehörde EBA hat alle Einkommensmillionäre in den Banken erfasst. Doch nicht alle diese Mitarbeiter finden sich bei deutschen Banken auf der Liste der ‚Risikoträger‘, für die besondere Vergütungsregeln gelten. Das darf nicht sein: Wer so viel verdient, ist eindeutig ein Risikoträger und muss sich unseren Vergütungsregeln unterwerfen“, sagte der Chef der Bankenaufsicht bei der BaFin Raimund Röseler in einem Interview mit der Welt.

Das Pikante daran: Nach der Instituts-Vergütungsverordnung müssen die Banken die Zahl der Risikoträger samt Höhe und Struktur ihrer Vergütungen veröffentlichen. Damit gewähren die Banken interessante Einblicke in die Vergütungssysteme ihres Spitzenpersonals. So zählte allein die Deutsche Bank 1215 Mitarbeiter, die der Offenlegungspflicht nach der Instituts-Vergütungsverordnung unterliegen.

Wenn die BaFin indes bei deutschen Banken Einkommensmillionäre finden konnte, die nicht in den Berichten veröffentlich wurden, dann heißt dies im Klartext:  Es gibt mehr Spitzenverdiener bei deutschen Banken als in den Vergütungsberichten ausgewiesen werden.

Bei dem EBA-Report kam überdies heraus, dass die Boni der Einkommensmillionäre unter den deutschen Bankern deutlich mehr als 200 Prozent des Grundgehaltes betragen, wie es die europäische Bonusdeckelung bei Zustimmung der Anteilseigner künftig erlaubt. Mithin erfordert die EU-Bonusdeckelung weitere Veränderungen an den Vergütungsstrukturen. „Ja, sie wird zu weiterem Nachbesserungsbedarf bei den Banken führen. Die Details kann ich aber noch nicht absehen“, sagte Röseler.

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