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Credit Suisse verkauft an Bethmann: 100 Backoffice-Mitarbeiter müssen um ihre Jobs bangen

Der Rückzug der Schweizer Großbanken aus dem Deutschlandgeschäft kommt in Fahrt. Die Credit Suisse verkauft ihr Wealth Management-Geschäft inklusive der Buchungsplattform an die Bethmann Bank in Frankfurt. Nur das Geschäft mit den reichen Kunden aus Deutschland mit einem Anlagevermögen von mehr als 1 Mio. Euro will die Credit Suisse von der Schweiz und Luxemburg aus fortführen, wie die Credit Suisse am heutigen Donnerstag (5. Dezember) mitteilte. Die Buchungsplattform in Deutschland werde eingestellt.

„Die Bethmann Bank wird rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Credit Suisse übernehmen. Diese sind überwiegend im Kunden- und Produktbereich, aber auch im Backoffice tätig“, heißt es von der Bank. Damit wachse die Mitarbeiterzahl der ABN Amro-Tochter auf 600.

Laut einem Bethmann-Sprecher handle es sich nicht um einen „Share-, sondern um einen Asset-Deal“. Die Frankfurter kaufen also nicht die Bank, sondern lediglich die Assets under Management und übernehmen die Kundenbetreuer. Von daher gebe es wenige Überschneidungen bei den Stellen. „Es geht uns um eine noch stärkere Präsenz in den lokalen Märkten“, sagte der Sprecher. Ein Personalabbau stehe nicht bevor. Schließlich habe die Credit Suisse ihr Wealth Management-Geschäft bereits umstrukturiert. „Das ist eine aufgeräumte Mannschaft, die jetzt zu uns kommt“, sagte der Bethmann-Sprecher.

Buchungsplattform der Credit Suisse überflüssig

Ein großes Fragezeichen steht indes hinter der Zukunft der verbleibenden rund 100 Mitarbeiter im deutschen Wealth Management der Credit Suisse. Denn im Private Banking sind bislang rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Bethmann übernimmt nach eigenen Angaben die Buchungsplattform indes nicht. Aus informierten Kreisen wiederum verlautete, dass es noch völlig offen sei, wie es mit den verbleibenden Mitarbeitern weitergehe.

Mit der Akquisition steigen die verwalteten Vermögen von Bethmann von rund 24 Mrd. auf 34 Mrd. Euro. Damit avanciert das Institut zum drittgrößten Private Banking-Anbieter in Deutschland. Mit der Übernahme sticht Bethmann die Münchner Privatbank Merck Finck aus, die über ihre Luxemburger Tochter indirekt dem Emir von Katar gehört. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion soll in 2014 erfolgen, sobald die üblichen Aufsichtsbehörden zugestimmt hätten.

UBS-Deutschland-Chef Axel Hörger bekräftigt angeblich Stellenabbau

Unterdessen scheint die Umstrukturierung des Deutschlandgeschäfts auch bei der UBS voranzugehen. Laut einer mit den Vorgängen vertrauten Person soll UBS-Deutschlandchef Axel Hörger vor einigen Tagen die Mitarbeiter über anstehende „Restrukturierungen in 2014“ informiert haben. Dabei sei auch ein Personalabbau angesprochen worden.

Eine UBS-Sprecherin bestätigte lediglich die seit längerem bekannten Umstrukturierungspläne. „Kostensenkungen beinhalten sowohl eine Reduzierung der Sach- als auch Personalkosten. Ein Stellenabbau steht dabei nicht im Zentrum“, hieß es von der UBS. Die Bank werde die Rationalisierung und die Straffung der Prozesse weiter vorantreiben.

Die UBS Deutschland hat laut ihrem Geschäftsbericht in 2012 einen Gewinn von knapp 13 Mio. Euro generiert. Für die Löhne und Gehälter ihrer 988 Mitarbeiter ließ das Institut im vergangenen Jahr insgesamt knapp 140 Mio. Euro springen. Damit kassierte ein Mitarbeiter durchschnittlich 141.500 Euro an Bruttogehalt und Boni.

Wo die Mitarbeiter der UBS-Deutschland arbeiten

Quelle: Geschäftsbericht 2012 der UBS Deutschland

Quelle: Geschäftsbericht 2012 der UBS Deutschland

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