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GASTBEITRAG: Mit welchen Praktika der Einstieg ins Frankfurter Investmentbanking gelingt

Sabrina Tamm ist Headhunterin in Frankfurt

Sabrina Tamm ist Headhunterin in Frankfurt

Sabrina Tamm betätigt sich in Frankfurt als Headhunterin. Als Gründerin von Financial Talents sucht sie vor allem nach Personal für den Bereich Merger & Acquisitions. Für eFinancialCareers.de hat die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Investmentbankerin ihre Datenbank danach durchforscht, welche Praktika die M&A-Investmentbanker in Frankfurt vor ihrem Einstieg absolviert haben. Die Ergebnisse belegen, von welch entscheidender Bedeutung Praktika für den Karrierestart sind:

Für Studenten, die ihre Karriere bei einer internationalen Investmentbank beginnen wollen, gibt es zunächst eine gute Nachricht: Der Kampf um die Einstiegsprogramme fällt heute leichter, da die Konkurrenz kleiner geworden ist.

Diese Situation bedeutet jedoch nicht wirklich, dass Banken in ihren Einstellungskriterien flexibler geworden sind. Neben Studium (wirklich guter Abschluss in kurzer Zeit) stellen relevante Praktika das wichtigste Auswahlkriterium dar. Als „relevant“ verstehen die Graduate-Recruiter ein Praktikum in einer Investmentabteilung eines direkten Mitbewerbers. Bewirbt sich ein Graduate im M&A, ist zum Beispiel ein Praktikum in einem Capital Markets Team für den potenziellen Arbeitgeber interessant, aber nicht im engen Sinne relevant.

Je nach Bank kann „relevant” aber noch enger gefasst werden. Manche Banken erwarten, dass Kandidaten bereits im eigenen Haus ein Praktikum absolviert haben und dabei positiv in Erinnerung geblieben sind. Wenn Banken die Wahl haben, bevorzugen sie im Einstellungsprozess regelmäßig ehemalige eigene Praktikanten. Besonders einigen internationalen Banken wird nachgesagt, dass ein Angebot nur bekommt, wer dort vorher ein Praktikum gemacht hat. Offiziell bestätigt dies jedoch keiner.

Warum eigene, ehemalige Praktikanten bevorzugt werden, ist einfach. Ein Insider erläuterte mir: „Wenn wir die Analystenjahrgänge betrachten, stellen wir in den Annual Reviews fest, dass die Gruppe der ehemaligen Praktikanten klar mit besseren Noten abschneidet. Neben der besseren Leistung halten die ehemaligen Praktikanten auch länger durch und kündigen nicht in den ersten Jahren.“

Dies lässt sich auch nachvollziehen. Im M&A kochen Praktikanten keinen Kaffee. Vielmehr müssen sie sehr intensiv mitarbeiten,  was sie auf den späteren Job gut vorbereitet. Praktikanten werden in die Erstellung von Präsentationen involviert und lernen erste Bewertungstechniken. Das können sie dann im Analyst Training direkt ausbauen und sind schneller „up and running“. Auch die im Investmentbanking langen Arbeitszeiten gelten schon für Praktikanten. Wer nach einigen Wochen feststellt, dass ihm das Pensum nicht liegt, bewirbt sich in einer anderen Branche.

Jede Investmentbank ermutigt Graduates, die kein Praktikum gemacht haben, sich trotzdem zu bewerben. Ein offizielles Ausschlusskriterium stellt ein Praktikum bei anderen Finanzdienstleistern gewiss nicht dar. Aber wenn in einem Jahr viel gute und interessierte Studenten Praktika absolviert haben, dann kann es durchaus vorkommen, dass alle Einstiegspositionen mit diesen tatsächlich besetzt werden.

Wie viele Praktikanten pro Jahr in einem Investment Banking-Team arbeiten, variiert von Bank zu Bank. Die Plätze sind knapp und die Auswahlkriterien gewohnt hoch. Dann folgt für die Studenten viel Arbeit bei begrenztem Lohn. Ein lohnendes Investment: Im Schnitt erhalten in Frankfurt rund 30 Prozent ein Jobangebot.

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