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Mitarbeiter von HVB und Bank Austria retten wieder einmal das Unicredit-Ergebnis

Die Hypo Vereinsbank in München.

Die Hypo Vereinsbank in München.

Wozu die Unicredit an ihrem italienischen Geschäft festhält, bleibt angesichts der aktuellen Ergebnisse eine Rätsel. So hat der Unicredit-Konzern von Januar bis September einen Vorsteuergewinn von gut 2,4 Mrd. Euro erwirtschaftet. Doch für den Geldsegen waren allein die beiden Töchter Hypo Vereinsbank in München und Bank Austria in Wien verantwortlich, wie aus dem am heutigen Dienstag (12. November) publizierten Ergebnis für das dritte Quartal hervorgeht.

So summiert sich der Vorsteuergewinn der Deutschen und Österreicher in 2013 auf bereits gut 2,9 Mrd. Euro. Mithin muss die Unicredit in Italien viel Geld verlieren. Konkret:

Vorsteuergewinn der HVB geht auf 1,6 Mrd. Euro zurück

Bei der HVB brach der Vorsteuergewinn bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf knapp 1,6 Mrd. Euro ein. Allerdings weist das Institut darauf hin, dass im Vorjahr ein positiver Sondereffekt mit knapp 400 Mio. Euro zu Buche schlug. Um diesen Effekt bereinigt, erreiche das Unternehmen fast den gleichen Vorsteuergewinn wie im Vorjahr.

Den Hauptteil trug wieder einmal das Investmentbanking mit einem Gewinn vor Steuern von 879 Mio. Euro bei, was indes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 28 Prozent bedeutet. Im Commercial Banking, zu dem auch das gesamte Filialgeschäft der HVB gehört, brach der Vorsteuergewinn sogar um 43 Prozent auf 232 Mio. Euro ein. Der Rest des Geldsegens mit gut 400 Mio. Euro kam aus dem Bereich „Sonstiges / Konsolidierung“.

Hauptverantwortlich für das im Vergleich zum Vorjahr schlechtere Ergebnis ist das niedrige Zinsniveau. So brach allein der Zinsüberschuss um 19 Prozent oder gut 500 Mio. Euro auf knapp 2,2 Mrd. Euro ein. Das leichte Plus von 5 Prozent im Handelsüberschuss von knapp 900 Mio. Euro konnte das Ergebnis nicht retten. Das Handelsergebnis verminderte sich um 20 Prozent auf gut 900 Mio. Euro. Die Absenkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank auf 0,25 Prozent verheißt somit nichts Gutes für die Münchener.

Die Mitarbeiter müssen vorsorglich schon einmal die Gürtel enger schnallen. So verminderte sich die Zahl der Beschäftigten auf Vollzeitbasis seit Jahresbeginn um rund 480 auf nur noch etwa 18.800 Mitarbeiter. Der Personalaufwand ging entsprechend um 3,8 Prozent auf knapp 1,4 Mrd. Euro zurück. Unter dem Strich ließ die HVB für jeden Angestellten durchschnittlich 73.000 Euro springen. Die größten Abstriche mussten dabei die Investmentbanker schultern, deren Bezüge um 18 Prozent auf 325 Mio. Euro zusammengestrichen wurden.

Bank Austria generiert knapp 1,4 Mrd. Euro

Das Vorsteuerergebnis der Bank Austria lag in den ersten neun Monaten des Jahres mit knapp 1,4 Mrd. Euro nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Für den Geldsegen ist hingegen fast ausschließlich das Geschäft in Zentral- und Osteuropa verantwortlich. Dabei beschäftigt die Bank Austria in Österreich knapp 10.000 und in Zentral- und Osteuropa gut 46.000 Mitarbeiter.

Bank Austria-Chef Willibald Cernko zeigte sich zwar mit dem Ergebnis zufrieden, kritisierte aber heftig das Geschäft im Alpenstaat, was nichts Gutes für die Beschäftigten im Heimatmarkt bedeutet. „Allerdings muss man schon auch sehen, dass ein Großteil unseres Gewinns aus CEE kommt, während in Österreich ein immer schwerer werdender Kostenrucksack unsere Profitabilität drückt. So beläuft sich die gesamte Kostenbelastung durch Bankenabgaben und die ungarische Finanztransaktionssteuer auf 148 Mio. Euro, wovon fast die Hälfte allein in Österreich anfällt“, sagte Cernko.

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