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Gute Nacht: Schweizer Banken rechnen mit starken Einbußen beim Gehalt

Sieht so die Zukunft des Schweizer Private Bankings aus?

Sieht so die Zukunft des Schweizer Private Bankings aus?

„Success through innovation“ betitelte die Wirtschaftsberatung KPMG ihre neue Studie zum Private Bankin in der Schweiz. Doch der optimistische Titel täuscht, denn spätestens bei den Ausführungen zur Gehaltsentwicklung dürfte so manchen Mitarbeiter der Branche das nackte Grauen erfassen. So prophezeien 91 Prozent der befragten Banken, dass die Gehälter bis zum Jahr 2022 (!) fallen werden.

18 Prozent rechnen mit Einbußen von bis zu 5 Prozent, 32 Prozent mit einem Minus von 5 bis 15 Prozent, 36 mit Abschlägen von 15 bis 25 Prozent und 5 Prozent mit einem Einbruch von über 25 Prozent. Lediglich 9 Prozent der befragen prognostizieren einen Anstieg der Gehälter.

Quelle: KPMG Schweiz

Quelle: KPMG Schweiz

Laut KPMG sei bei den meisten Banken die Mitarbeiterzahl weitgehend gleich geblieben. Lediglich im Frontoffice habe es einen gewissen Abbau gegeben und die Gehälter seien gefallen. Die sinkenden Vergütungen führt KPMG vor allem auf die steigende Kostenbasis im Zuge der wachsenden Regulierung zurück, die eine große Herausforderung für die gesamte Branche darstellt.

KPMG geht sogar davon aus, dass eine Privatbank in Zukunft mindestens Assets under Management von 10 Mrd. Franken verwalten muss. Dabei haben an der Umfrage allein sieben Institute teilgenommen mit Kundenvermögen von unter 5 Mrd. Franken. Von daher besteht noch erheblicher Wachstums- bzw. Konsolidierungsbedarf.

Darüber hinaus würden die Kundenbeziehungen heutzutage und in Zukunft deutlich besser dokumentiert als in der Vergangenheit. Dies habe auch zur Folge, dass der Client Relationship Manager seine privilegierte Stellung nicht länger für Gehaltsaufbesserungen nutzen könne.

Die Wirtschaftsberater erwarten, dass sich auch die Vergütungsmodelle empfindlich ändern werden. So würden bei der Bemessung Kriterien wie Kundenzufriedenheit, Portfolioperformance sowie die Einhaltung der regulatorischen Vorschriften eine wachsende Rolle spielen.

„Die Banken müssen neue kundenzentrierte Key Performance Indicators in ihre Vergütungsmodelle einführen, wenn sie ihre Dienstleistungen wirklich rund um den Kunden anordnen wollen“, heißt es in der KPMG-Studie. Um dies zu ermöglichen, müssten entsprechende Datenbanken aufgebaut werden.

KPMG empfiehlt den Banken verstärkt unternehmerisch denkende und IT affine Mitarbeiter einzustellen, die die Wachstumschancen ergreifen und den starken Trend hin zu mobiler und digitaler Kommunikation in der Wealth Management-Branche nutzen.

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