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Miserables Anleihegeschäft und Rechtskosten radieren Gewinn der Deutschen Bank aus

File photo of statue  in front of the former headquarters of Deutsche Bank in Frankfurt

Das Investmentbanking der Deutschen Bank kann auch im dritten Quartal nicht zur ehemaligen Stärke zurückfinden. So erzielte die ehemalige Königssparte des deutschen Branchenprimus gerade einmal einen Vorsteuergewinn von 345 Mio. Euro, was einen Einbruch gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 73 Prozent bedeutet. Insgesamt erzielte der Konzern einen Vorsteuergewinn von winzigen 18 Mio. Euro.

In den ersten neun Monaten konnte die Bank immerhin noch einen Gewinn von 3,2 Mrd. Euro erzielen – ein Minus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Erträge lagen indes mit 25,4 Mrd. Euro nur leicht unter 2012. Vor allem die hohen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 1,2 Mrd. Euro haben das Ergebnis belastet.

Investmentbanking wird von anderen Geschäftsbereichen überflügelt

Für das Desaster im Investmentbanking ist das schwache Anleihegeschäft verantwortlich. Zwischen Juli und September generierte die Deutsche Bank in Debt Sales & Trading gerade einmal Erträge von 1,3 Mrd. Euro, was nahezu eine Halbierung binnen Jahresfrist bedeutet.

Dagegen macht sich die Hausse an den Aktienmärkten langsam im Equity Sales & Trading bemerkbar. Hier kletterten die Erträge um 29 Prozent auf 643 Mio. Euro. Die Erträge aus Origination & Advisory lagen mit 653 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau.

Dagegen konnte der deutsche Branchenprimus in den übrigen Geschäftsbereichen durchaus überzeugen. So kletterte der Vorsteuergewinn im Global Transaction Banking im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 379 Mio. Euro. Damit überflügelte die Sparte sogar die Gewinne des gesamten Investmentbankings.

Auch die Restrukturierung des Deutsche Asset & Wealth Management scheint erste Früchte zu tragen. Der Geschäftsbereich konnte seinen Gewinn auf 283 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Der Vorsteuergewinn in Private & Business Clients kletterte um rund ein Drittel auf 347 Mio. Euro.

Kosteneinsparungen drücken auf die Gehälter

Bei den Vergütungen hat die Bank in 2013 kräftig auf die Bremse gedrückt. So sank der Personalaufwand zwischen Januar und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 9,7 Mrd. Euro. Spitzenreiter bei den Kürzungen bildete das Investmentbanking. Hier ließ die Bank für ihre Mitarbeiter nur noch 4,3 Mrd. Euro springen, was 13 Prozent weniger als in 2012 waren.

In Deutsche Asset & Wealth Management purzelten die Personalausgaben jeweils um 6 Prozent auf 4,3 Mrd. bzw. 873 Mio. Euro. Lediglich im Filialgeschäft zahlte die Deutsche Bank mit 2,8 Mrd. Euro 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies dürfte an der geringen Bedeutung von Boni und dem hohen Anteil von tariflich beschäftigen Mitarbeitern in der Sparte liegen.

Bei der Zahl der Mitarbeiter zeigt sich auf den ersten Blick ein erfreuliches Bild. So erhöhte sich die Beschäftigung im dritten Quartal um gut 1500 auf rund 98.700 Mitarbeiter. Doch der Schein trügt – schließlich fangen im dritten Quartal die Hochschulabsolventen und Azubis an.

Binnen Jahresfrist hat die Bank hingegen fast 2000 Stellen verloren. Die Hauptlast mussten dabei das Investmentbanking und das Asset & Wealth Management mit einem Abbau von 780 und 650 Stelleb tragen.

Was die Bank in den ersten neun Monaten für ihre Mitarbeiter springen ließ

Investment Banking: 173.450 Euro

Global Transaction Banking: 77.066 Euro

Deutsche Asset & Wealth Management: 122.281 Euro

Private & Business Clients: 58.532

Die Beschäftigungsentwicklung bei der Deutschen Bank

Quelle: Analystenpräsentation der Deutschen Bank

Quelle: Analystenpräsentation der Deutschen Bank

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