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Wie Berenberg das Londoner Investmentbanking aufmischen will

Berenberg in London

Berenberg in London

Während bei vielen Investmentbanken in London der Rotstift regiert, baut die Hamburger Privatbank ihre Aktivitäten in der britischen Hauptstadt systematisch aus. Zu Jahresbeginn hat Berenberg angekündigt, zehn neue Mitarbeiter für ihr Equity-Research-Geschäft anzuheuern. Doch diese Zahl hat die feine Hamburger Adresse bereits im Oktober übertroffen. „Wir haben so viele eingestellt; es waren mehr als wir geplant hatten“, erzählt Laura Janssens Co-Head Equity Research bei Berenberg im Gespräch mit eFinancialCarees.de in der Londoner Niederlassung in der Threadneedle Street.

Insgesamt heuerte die Bank in London allein 2013 fast 40 neue Mitarbeiter an. An der Themse betreibt die Bank das Research- und Sales-Geschäft, während sich der Handelssaal am Hauptsitz in Hamburg befindet. Insgesamt deckt Berenberg etwa 500 europäische Aktien ab.

Auch einen Fixed Income Sales-Manager hat Berenberg kürzlich in London angestellt. Alexandru Toroican stieß von Mitsubishi UJF Trust Intl zu Berenberg. Weitere sollen folgen. Bereits vor einigen Tagen hat das Institut angekündigt, das Private Banking in London bis Ende 2014 von 10 auf 15 Mitarbeiter aufzustocken. Insgesamt arbeiten für Berenberg an der Themse rund 180 Mitarbeiter. „Weitere fünf werden in den kommenden paar Wochen hinzukommen“, ergänzt Janssens. Darüber hinaus erwägt Berenberg eine Vertriebsniederlassung in San Francisco zu gründen. Dies wäre nach New York und Boston der dritte Standort in den Vereinigten Staaten.

Janssens betont, dass die Strategie der Privatbank Berenberg langfristiger orientiert sei als bei börsennotierten Häusern. Die beiden Hauptgesellschafter sind die von Berenberg Familie mit 30,4 Prozent und eine Beteiligungsgesellschaft mit 25,4 Prozent, die sich zum Teil im Besitz des Investmentbanking-Chefs Hendrik Riehmer befindet.

2100 Bewerbungen auf fünf Stellen

Berenberg begnügt sich indes nicht damit, Senior Banker anzuheuern. Vielmehr stellen die Hamburger auch immer mehr Nachwuchsbanker für den Standort London ein. So hat das Unternehmen im laufenden Jahr erstmals ein Sommerpraktikums-Programm angeboten. Das Ziel einer solchen Veranstaltung besteht darin, kompetenten Nachwuchs zu erhalten.

Laut Janssens würden bei Großbanken viele Desks ungern Praktikanten annehmen. „Doch hier werden sie als ein richtiges Asset begriffen –  die Mitarbeiter sind sehr daran interessiert, dass ein Praktikant für sie arbeitet“, sagt Janssens. Die Bank könne den Berufseinsteigern auch einiges bieten.

So offeriert das Unternehmen bereits im dritten Jahr ein ECM-Traineeprogramm in London. Dies startete mit fünf Trainees im ersten Jahr, mit sieben im zweiten und mit zehn im laufenden Jahr. „In 2014 werden es wahrscheinlich mehr werden“, erzählt Janssens. Die wachsende Anzahl des Senior Personals in Equity Research und Sales müsse von Analysten unterstützt werden.

Laut Janssens dauere das Traineeprogramm bei Berenberg 15 Monate. Abweichend von den angelsächsischen Investmentbanken, wo die Nachwuchsbanker sofort einem bestimmten Desk zugeteilt werden,  gibt es bei Berenberg eine Rotation. Ein Trainee lerne also nicht nur das Equity Research kennen, sondern auch Sales, ECM, Fixed Income und das Trading in Hamburg. Über mangelnden Zuspruch kann sich Berenberg nicht beklagen. Laut Janssens sind seinerzeit 2100 Bewerbungen auf fünf Traineestellen eingegangen. Bewerbungen auf Praktika und Einstiegsstellen seien ab dem Januar möglich.

Bei Berenberg ist für Headhunter wenig zu holen

Obgleich sich Berenberg in London klar auf Wachstumskurs befindet, gibt es bei der Privatbank für Headhunter wenig zu holen. Denn das Unternehmen setzt auf Direktansprache. Aus diesem Grund hat die Talent Acquistion Managerin Alexandra Luxford umfassende Kontakte zum einschlägigen Fachpersonal in Sales und Research in London und anderswo aufgebaut. Luxford hat vor Berenberg als Front Office Recruterin für JP Morgan, Barclays und BNP Paribas gearbeitet. Headhunter kämen lediglich für Back- und Middleoffice-Positionen wie etwa Compliance-Spezialisten zum Zuge, wo sie über nicht so viel Knowhow verfüge. „Wir stellen die meisten Leute direkt ein. Wir haben viel Geld damit gespart, keine Headhunter zu nutzen und wir sind mit diesem Modell erfolgreicher, Talente zu identifizieren.“

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