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Millionenpoker: Commerzbank scheitert vorerst mit Abberufung von Sieber und Klösges

Stalking fixed income bankers

Was es bedeutet, wenn der Staat 17 Prozent der Stimmrechte hält, lässt sich derzeit bei der Commerzbank beobachten. So scheiterte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller am heutigen Montag (14. Oktober) im Kontrollgremium mit der Abberufung der beiden Vorstände Ulrich Sieber und Jochen Klösges. Die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit konnte Müller nicht erreichen, wie aus Aufsichtsratskreisen verlautete.

Commerzbank-Chef Martin Blessing will mit der Verkleinerung des Vorstands um zwei auf sieben Mitglieder ein Zeichen setzen, denn schließlich sollen bei dem Unternehmen in den kommenden Jahren über 5000 Stellen wegfallen. Die Wahl fiel dabei auf die beiden Vorstände Sieber und Klösges, weil beide für die interne Bad Bank „Non core assets“ verantwortlich sind.

Dass Dumme daran: Sieber ist ganz nebenbei auch Personalvorstand der Commerzbank. Die Mitarbeiterseite im Aufsichtsrat hatte im Vorfeld der Abstimmung bereits signalisiert, die Entscheidung nicht mittragen zu wollen.

Ein Aufhebungsvertrag mit Sieber und Klösges scheiterte bislang an den weit auseinanderliegenden Vorstellungen über fällige Entschädigungen. Der Bund als Teileigentümer will lediglich eine Entschädigung von bis zu 1 Mio. Euro mittragen. Auch nach der Bundestagswahl ist Noch-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble von dieser Position bislang nicht abgerückt.

Die Verträge beider Vorstandsmitglieder laufen indes noch bis 2017. Laut der „Welt“ begnügen sich Sieber und Klösges mittlerweile mit einer Summe von „nur“ 2,8 Mio. Euro. In den Arbeitsverträgen sind indes Abfindungen von zwei Jahresgehältern vorgesehen. Laut dem Vergütungsbericht haben Sieber und Klösges indes in 2012 1,259 und 1,226 Mio. Euro eingestrichen, womit ihnen 2,518 bzw. 2,452 Mio. Euro zustehen würden.

Rein rechtlich kann der Aufsichtsrat in vier Wochen erneut über die Abberufung befinden. Dann würde eine einfache Mehrheit reichen und Müller könnte überdies sein doppeltes Stimmrecht als Aufsichtsratsvorsitzender geltend machen. Doch auch ein solcher Entscheid wäre trickreich. Denn eigentlich dürfen Vorstandsmitglieder auf diese Weise nur abberufen werden, wenn sie sich etwas zu Schulden kommen ließen. Davon war bislang keine Rede. Es bleibt also weiterhin spannend bei der Commerzbank.

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