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Rechtsstreitigkeiten treiben JPMorgan in die roten Zahlen: Ausgezeichnete Karriereperspektiven für Juristen

Jamie Dimon

Jamie Dimon

Die heißesten Karriereperspektiven bei führenden Investmentbanken dürften derzeit Juristen offenstehen. Denn über die Ergebnisse entscheiden eher die Kosten für Rechtsstreitigkeiten als das operative Geschäft. So musste JP Morgan-Chef Jamie Dimon am heutigen Freitag (11. Oktober) erstmals einen Verlust im dritten Quartal von 380 Mio. Dollar einräumen. Im Vorjahreszeitraum hatte der US-Finanzriese noch mit einem Reingewinn von 5,7 Mrd. Dollar glänzen können. Die Erträge verminderten sich um 8 Prozent auf 23,9 Mrd. Dollar.

Für den Absturz in die roten Zahlen waren Kosten für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von knapp 9,2 Mrd.  Dollar verantwortlich. Dass diese Summe nach Steuern auf 7,2 Mrd. Dollar zusammenschrumpfte, stellt dabei nur einen geringen Trost dar.

Entsprechend zerknirscht zeigte sich denn auch Dimon: „Während wir eigentlich eine starke Performance über die Geschäftsbereiche hinweg aufwiesen, wurde das Quartal leider von hohen Rechtskosten belastet. Wir bewerten ständig unsere rechtlichen Risiken, doch in dem hochbrisanten und unvorhersehbaren Umfeld mit ständig wachsenden Forderungen und Strafzahlungen von unterschiedlichen Behörden hielten wir es für klug, diese deutlich zu bereinigen. Obgleich wir erwarten, dass sich unsere Rechtskosten im Laufe der Zeit verringern und normalisieren, könnten sie in den kommenden Quartalen dennoch volatil ausfallen.“

Mit diesem Problem steht Dimon aber nicht allein dar. Auch bei der Deutschen Bank haben Rechtskosten in der jüngsten Vergangenheit mehrfach das Ergebnis verhagelt. Wie die Entwicklung bei dem deutschen Branchenriesen ausfällt, werden die Quartalsergebnisse zeigen, die am 29. Oktober veröffentlicht werden.

Dagegen schien es im Investmentbanking vergleichsweise rund zu laufen. Laut Dimon hat JP Morgan seine globale Spitzenposition bei den Investmentbanking-Erträgen verteidigen können. Im Aktiengeschäft legten die Umsätze sogar um 20 Prozent zu. Insgesamt gaben die Erträge im Investmentbanking im dritten Quartal allerdings um 2 Prozent auf 8,2 Mrd. Dollar nach. Der Reingewinn der Sparte wuchs indes um 12 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar.

Dennoch müssen die Mitarbeiter der Sparte ihre Gürtel enger schnallen. Der Anteil der Vergütung an den Erträgen purzelte in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 33 auf nur noch 28 Prozent. Jeder Investmentbanker strich somit durchschnittlich 166.000 Dollar ein, was 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Allerdings sind in diesen Zahlen auch diverse Commercial Banker enthalten, die rein statistisch die Durchschnittsvergütung nach unten drücken dürften.

Im Asset Management klettern die Erträge zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar; der Gewinn legte um 7 Prozent auf 476 Mio. Dollar zu.

In der Sparte scheint übrigens kräftig eingestellt zu werden. So kletterte die Mitarbeiterzahl des Asset Managements binnen Jahresfrist um 1898 Beschäftigte. Zum Vergleich: Im Corporate and Investmentbanking waren es schmale 217 Mitarbeiter.

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