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UBS wieder im Auge des Taifuns? Aufsicht ermittelt wegen Manipulation des Währungsmarktes

Dem Finanzplatz Schweiz steht anscheinend eine neue Affäre ins Haus. So überraschte die eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma am heutigen Freitag (4. Oktober) mit einer kurzen Meldung: „In Zusammenhang mit möglichen Manipulationen von Fremdwährungskursen führt die Finma gegenwärtig Untersuchungen bei mehreren Schweizer Finanzinstituten durch.“ Dabei koordiniere sich die Finma eng mit ausländischen Behörden, „da international eine Vielzahl von Banken potenziell betroffen ist.“ Nähere Informationen wollte die Finma allerdings nicht verraten.

Die Affäre könnte ein ähnliches Potenzial haben wie die im vergangenen Jahr aufgeflogene Libor-Manipulation. Denn an den Devisenmärkten werden täglich Währungen in Billionenhöhe gehandelt. Schon die Manipulation um einen Tick – ein Zehntel Eurocent – ließe also kräftig die Kasse klingeln. Der Devisenhandel gilt gemeinhin als Wilder Westen der Kapitalmärkte, da große Teile des Handels außerhalb regulierter Börsen unter den Banken abgewickelt werden.

Im Zuge der Libor-Manipulation musste die UBS eine Buße von 1,4 Mrd. Franken zahlen. Und auch jetzt scheint sich die UBS wieder im Auge des Taifuns zu befinden. Nach den Informationen des Branchenportals Inside-Paradeplatz soll die UBS sogar bereits zwei leitende Devisenhändler vor die Tür gesetzt haben. Demnach soll es sich um Roger Böhler handeln, der laut seinem LinkedIN Profil Head of FX Trading am UBS-Standort Stamford im US-Staat Connecticut ist, und um Niall O’Riordan, der als Managing Director eine führende Rolle im UBS-Devisenhandel in Zürich innehatte. Beide arbeiteten laut ihren LinkedIN-Profilen bereits seit 1994 bei der UBS.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, stellt dies einen herben Schlag für das Investmentbanking in der Schweiz dar. Denn die UBS betreibt von der Schweiz aus neben dem lokalen Geschäft nur noch den Devisenhandel, während das Aktien- und Anleihegeschäft von London und New York bzw. Stamford betreut wird. Laut Inside-Paradeplatz geht unterdessen unter den Zürcher Investmentbankern die Angst um. Denn es wird erwartet, das UBS-Chef Sergio Ermotti und Investmentbanking-Chef Andrea Orcel hart durchgreifen würden.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg  hatte bereits im Juni berichtet, dass die Behörden einschlägigen Verdachtsfällen nachgingen. So war aufgefallen, dass sich jeweils am letzten Freitag des Monats um 16 Uhr auffällige Kursbewegungen ereigneten. Zu dieser Zeit nehmen die Indexfondsfonds Währungsabsicherungsgeschäfte vor. Da die Berechnung 60 Sekunden bedarf, verfügen die Banken über ein einminütiges Zeitfenster, um ihren Wissensvorsprung in klingende Münze umzusetzen, so der Vorwurf.

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