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Ausblick 2010 – Das Jahr des Aufbruchs

Die Finanzwirtschaft zählt seit Jahrzehnten zu den Säulen der Schweizer Wirtschaft. Das wird trotz der Debatte um eine Aufweichung des Bankgeheimnisses wohl auch so bleiben. Vor allem die Großbanken haben im Zuge der Finanzkrise hunderte Stellen in der Alpenrepublik gestrichen.

“Der Personalabbau geht zu Ende, und wenn die Umgebung nicht wirklich an der Einstellung ist, müsste die Stabilität es mitnehmen. Der finanzielle Sektor könnte sich sogar als widerstandsfähiger erweisen als der Rest der Wirtschaft”, nennt Ivan Pictet, Präsident des Lobbyverbandes Finanzplatz Genf.

Investmentbanking

“Wir rechnen mit einer Rekruting-Zunahme in den Bereichen Trading und Brokerage”, sagt Guy de Brabois, Country Manager bei Robert Walters. “Der Handel mit Zinsen, Devisen und Rohstoffen verspreche grosses Potenzial”, schreibt Morgan Stanley in einer Studie. Positiv sehen Headhunter die Perspektiven bei der UBS: “Eine Abwanderung sehen wir nicht mehr”, sagte Klaus Biermann von Biermann Partners in Zürich. “Die Stimmung ist eher sehr positiv und wir erhalten vermehrt Anfragen bezüglich Herausforderungen in der UBS. Der Glaube an Grübel ist immens.”

Hedgefonds

“Wir beobachten eine deutliche Tendenz der Hedgefonds, ihre Präsenz in der Schweiz auszubauen, vor allem im Großraum Genf”, sagte Cataldo Castagna, bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young für das Asset Management verantwortlich. In einer Zeit, in der weltweit der Druck auf die Branche zunimmt, sieht die Schweizer Regierung die Chance, die Alpenrepublik, als Heimatstätte der Vertriebenen willkommen zu heißen.

Back-Office/Zentralfunktionen

Die großen Banken werden werden den Kostendruck auf die Zentralfunktionen und das Back Office aufrechterhalten. Beispiel ING: Nach der Übernahme der Schweizer Tochtergesellschaft durch Julius Bär fürchten viele INB-Mitarbeiter um ihre Jobs. “Am Ende werden weniger als die Hälfte der ING-Mitarbeiter im Back-Office und den Zentralfunktionen übrig bleiben”, prognostiziert Headhunter Klaus Biermann – Gleichzeitig überlegen viele Schweizer Banken, Teile des Geschäfts ins Ausland zu verlagern. “Es macht zwar den Anschein, dass der Optimismus zurückkehrt, doch gibt sich niemand euphorisch, sagt Rolf Schönauer, Leiter Finanzdienstleistungen von Deloitte. Eine Deloitte-Befragung bei 48 Finanzvorständen großer Schweizer Unternehmen ergab, dass 80 Prozent der Unternehmen die nicht betriebsnotwendigen Ausgaben und 69 Prozent die Investitionen reduzieren wollen. 58 Prozent ziehen auch in Betracht, die Mitarbeiterzahl zu reduzieren, und 29 Prozent erwägen eine Verlagerung der Produktion oder von Support-Funktionen ins Ausland.

Informationstechnik

Die Einstellungsbedingungen für Informatiker bei Schweizer Banken werden sich deutlich bessern. “Die Banken müssen ihren Informatikern vertrauen, schließlich haben sie Zugriff auf sensible Kundendaten”, schreibt Expatriate-Blogger David Talerman. Bis die Unternehmen passende Kandidaten gefunden haben, vergeht deshalb viel Zeit – und Zeit ist bekanntlich kostbar.

Bankgeheimnis

“Das Problem, das mit dem Bankgeheimnis zusammenhängt, wird zweifelsohne das Privatbanking belasten”, sagt Blaise Goetschin, Generaldirektor der Genfer Kantonalbank. Eine Studie der https://www.unisg.ch/hsgweb.nsf/wwwPubhomepage/webhomepageger?opendocument Universität St. Gallen kommt zu dem Ergebnis, dass die Verantwortlichen von 30 führenden Privatbanken mit tiefgreifenden Änderungen im Privatbanking rechnen. “Es ist möglich, dass der Schweizer Private-Banking-Markt in den kommenden Jahre enger und der Offshore-Wettbewerb intensiver wird, um Kunden zu gewinnen”, schreiben die Autoren der Studie.

Bonus

Ab Januar 2010 werden die Boni von Schweizer Bankern strenger reguliert. Das gilt aber nur für Banken, die mindestens über zwei Mrd. Franken Eigenmittel verfügen. Der Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung, Thomas Sutter, bedauert, dass “das Rundschreiben der Finanzaufsicht zwischen kleinen und großen Banken unterscheidet”. Der Verband macht sich Sorgen, dass dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Mitglieder leidet. Nichtsdestotrotz müssten “die Boni, die Anfang des Jahres für das vergangene Jahr ausgezahlt werden, 2010 höher als 2009 ausfallen”, sagt Guy de Brabois, Country Manager Switzerland bei Robert Walters.

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