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Bleibt die Schweiz für Banker attraktiv? Selbst Auslandsbanken-Präsident Gysi verlässt das Land

Lugano scheint nicht jedem Banker zu gefallen. Hier die örtliche Kathedrale.

Lugano scheint nicht jedem Banker zu gefallen. Hier die örtliche Kathedrale.

Hohe Berge, niedrige Steuern: So präsentiert sich die Schweiz der Welt. Doch ist das Land tatsächlich für Banker interessant – zumal wenn sie aus dem Ausland kommen? Dies scheint zumindest zweifelhaft. So hat der Chef der Tessiner Privatbank Alfredo Gysi seinen Wohnort vom idyllischen Comano in der Nähe von Lugano ins brodelnde London verlegt. Dort sei das Angebot an Kunst und Musik einfach größer als in der 60.000-Einwohner-Stadt Lugano, wie Gysi gegenüber der NZZ am Sonntag betonte. Er wolle diesen Hobbies künftig mehr Zeit einräumen.

Das Pikante daran: Gysi ist nebenbei auch noch Präsident des Auslandsbankenverbandes in der Schweiz und Bankrat der Schweizer Nationalbank. Die NZZ am Sonntag weist indes süffisant darauf hin, dass der Weg von London nach Zürich weniger Zeit beanspruche als eine Reise von Lugano an die Limmat. Auch seine Ämter als Auslandsbanken-Präsident und Bankrat seien mit seinem neuen Wohnort an der Themse durchaus vereinbar.

Der promovierte Mathematiker Gysi gilt als Erfinder der Abgeltungssteuer, wonach die Steuern im Ausland wohnender Bankkunden in der Schweiz anonym besteuert und die Summe an den ausländischen Fiskus abgeliefert wird. Da die USA mit Fatca den Informationsaustausch fordern und ein entsprechendes Abkommen mit Deutschland scheiterte, steht diese Lösung für den altbekannten Streit um das Bankgeheimnis vor dem Aus.

Gysi bestreitet indes, dass sein Umzug mit Steuerfragen zusammenhänge. Er unterliege weiterhin der Schweizer Quellensteuer.

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