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Bei der HVB müssen die Investmentbanker den Gürtel enger schnallen

Die Hypo Vereinsbank in München.

Die Hypo Vereinsbank in München.

Bei der Hypo Vereinsbank (HVB) purzeln die Gewinne. So verringerte sich der Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,5 Prozent auf 1,222 Mrd. Euro, wie das Institut am heutigen Mittwoch (7. August) mitteilte.  Einen Strich durch die Erfolgsrechnung machte vor allem das niedrige Zinsniveau, wodurch der Zinsüberschuss gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,4 Prozent auf 1,465 Mrd. Euro einbrach. Der um 9,1 Prozent auf 650 Mio. Euro gestiegene Provisionsüberschuss konnte  das Gesamtergebnis nicht retten.

Kräftig bergab ging es auch bei den operativen Erträgen im Corporate & Investment Banking, die um 24,9 Prozent auf 1,387 Mrd. Euro nachgaben. Entsprechend verminderte sich auch der Vorsteuergewinn um ein Drittel auf 604 Mio. Euro. Im Vorjahresergebnis war jedoch ein positiver Sondereffekt von 395 Mio. Euro aus der Auflösung des Credit Value Adjustments enthalten.

Mit den schwächeren Erträgen streicht die Bank auch die Boni ihrer Investmentbanker zusammen. So heißt es im Geschäftsbericht: „Dabei lag der Personalaufwand mit 906 Mio. Euro auch wegen niedrigerer Aufwendungen für erfolgsabhängige Bonuszahlungen um 34 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert.“

Mithin ließ die HVB für ihre Investmentbanker im ersten Halbjahr nur noch 214 Mio. Euro springen, was 15,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Trotz des vergleichsweise schwachen Ergebnisses fiel die Aufwands-Ertrags-Quote mit 45,9 Prozent recht gut aus. Die Bank musste für jeden Euro Ertrag keine 46 Cent aufwenden.

Auch im Bereich Commercial Banking, in dem die HVB ihr Filialgeschäft gebündelt hat, verminderten sich die Erträge um 3,1 Prozent auf 1,233 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn der Sparte sank um 15,8 Prozent auf 218 Mio. Euro. Die Aufwands-Ertrags-Quote verschlechterte sich von 77,8 Prozent im ersten Halbjahr 2012 auf jetzt 81,6 Prozent. Im Unterschied zu den Kollegen aus dem Investmentbanking scheinen die Filialmitarbeiter relativ ungeschoren davongekommen zu sein. Denn der Personalaufwand lag mit 379 Mio. Euro nur marginal unter Vorjahresniveau.

Unterdessen kommt die Tochter der italienischen Unicredit bei Personalabbau zügig voran. Zwischen Jahresbeginn und Ende Juni verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um rund 460 auf knapp 18.800 Beschäftigte. Unter dem Strich ließ die Bank im ersten Halbjahr für jeden Mitarbeiter etwa 48.200 Euro springen,

Für das zweite Halbjahr zeigte sich HVB-Chef Theodor Weimer verhalten optimistisch: „Für das Gesamtjahr sind wir zuversichtlich, das um Sondereffekte bereinigte gute Ergebnis vor Steuern des Vorjahres wieder erreichen zu können.“

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