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RANKING: Die unärmsten Banker der Schweiz oder wieso der CS-Chef 1812mal mehr verdient als so mancher seiner Mitarbeiter

Die Finanzkrise hat in 2009 die Schlagzeilen rund um den Globus beherrscht, was indes die Saläre der führenden Bankmanager kaum schmälerte. So hat der Eidgenössische Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse jetzt ein Ranking der bestbezahlten Manager von 27 Schweizer Großunternehmen in 2009 vorgelegt.

Von den 44 untersuchten Managern finden sich fast ausschließlich Mitarbeiter der Credit Suisse und der UBS in der obersten Hälfte. So konnte sich mit Bezügen von über 90 Mio. Franken auch CS-Chef Brady W. Dougan den ersten Platz sichern.

Die Silbermedaille geht an Novartis-Chef Daniel Wasella mit einem Salär von “nur” gut 43 Mio. Franken. Der Chef des Lebensmittelmultis Nestlé folgt mit Vergütungen von gut 11 Mio. Franken auf 26. Platz. Denn das Gehaltsniveau fällt trotz Finanzkrise in der Realwirtschaft deutlich niedriger aus als bei den Finanzdienstleistern.

Ackermann oder wieso sich Gastarbeit in Deutschland nicht lohnt

Auch im internationalen Vergleich schneiden die Spitzenbanker überaus gut ab. So herrscht bei dem Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann relative Ebbe im Portemonnaie. So muss sich der Eidgenosse, der seinen Lebensunterhalt als Gastarbeiter in Frankfurt bestreitet, mit einem Salär von gerade einmal 9,551 Mio. Euro (13,1 Mio. Franken) begnügen, womit Ackermann nur auf einem mittleren Platz im Schweizer Ranking landen würde.

Einen besonderen Augenmerk richtet der Gewerkschaftsdachverband auf die Lohnschere zwischen den Top- und den Mindestgehältern in den jeweiligen Unternehmen. So kassiert Brady W. Doughan in der Credit Suisse das 1812fache als der schlechtbezahlteste CS-Mitarbeiter. Dabei setzt Travail.Suisse immerhin ein CS-Mindestgehalt von 50.000 Franken an.

Während die durchschnittlichen Bezüge der Konzernleitungsmitglieder seit 2002 um 83 Prozent gestiegen seien, hätten die Schweizer Nominallöhne nur um 11 Prozent zugelegt. “Seit 2002 hat sich dadurch die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied um 70 Prozent geöffnet”, heißt es bei Travail.Suisse.

Hier das Ranking für die Finanzdienstleister:

1. 90,59 Mio. Franken, 1812mal: Brady W. Doughan, CEO, Credit Suisse

2. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Walter Berchtold, CEO Private Banking, Credit Suisse

3. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Paul Calello, CEO Investment Banking, Credit Suisse

4. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Romeo Cerutti, General Counsel, Credit Suisse

5. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Renato Fassbind, CFO, Credit Suisse

6. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Tobias Guldimann, CRO, Credit Suisse

7. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Karl Landert, CIO, Credit Suisse

8. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Hans-Ulrich Meister, CEO Schweiz, Credit Suisse

9. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Kai S. Nargolwala, CEO Asien-Pacifik, Credit Suisse

10. 23,515, Mio. Franken, 470mal: Robert S. Shafir, CEO Asset Management und Amerika, Credit Suisse

11. 11. 23,515 Mio. Franken, 470mal: Eric M. Varvel, CEO EMEA, Credit Suisse

12. 23,515 Mio. Franken, 470mal: D. Wilson Ervin, ex-CRO, Credit Suisse

13. 18,622 Mio. Franken, 372mal: Carsten Kengeter, Co-CEO Investment Bank, UBS

14. 17,690 Mio. Franken, 354mal: Marcel Rohner, ex-CEO, UBS

15. 17,690 Mio. Franken, 354mal: Walter H. Stürzinger, ex-COO, UBS

16. 17,690 Mio. Franken, 354mal: Jerker Johansson, ex-CEO Investment Bank, UBS

17. 17,690 Mio. Franken, 354mal: Rory Tapner, ex-CEO Asien Pazifik, UBS

18. 17,690 Mio. Franken, 354mal: Marten Hoekstra, ex-CEO Wealth Management Amerika, UBS

19. 17,690 Mio. Franken, 354mal: Weil Raoul, ex-CEO Global Wealth Management, UBS

20. 16,689 Mio. Franken, 334mal: Robert McCann, CEO Wealth Management Amerika, UBS

21. 16,133 Mio. Franken, 323mal: Oswald J. Grübel, CEO, UBS

22. 12,860 Mio. Franken, 247mal: James J. Schiro, CEO, Zurich

23. 11,185 Mio. Franken, 224mal: Urs Rohner, VR-Vizepräsident und ex-COO, Credit Suisse

23. 6,507 Mio. Franken, 130mal: Hans-Ulrich Doerig, VR-Präsident, Credit Suisse

24. 5,275 Mio. Franken, 105mal: Walter B. Kielholz, Verwaltungsrat, Credit Suisse

Kommentare (3)

Comments
  1. Da kommen einem ja Mitleidstränen. Ackermann verdient deutlich weniger als seine heimischen Kollegen und die deutschen Industriebosse sind allesamt arme Schlucker. Wann kommt endlich in Deutschland eine Bonustax??? Da kann man doch mal von den bösen Briten lernen…

  2. Ich finde es unverständlich, warum diese Manager so viel Verdienen müssen!!! Ich selber Arbeite auch bei der Credit Suisse, aber mein Jahreslohn ist nur 110000 franken ohne Bonus..!!! Ich hoffe, dass ich auch noch zum Bonus komme mind. 20% vom Jahreslohn erhalte!!!… Das ist einfach unfair!!!! Ist meine Meinung…

  3. Kann mir mal jemand bitte erklären, wie Herr Hamann auf die exorbitante Summe von 90 Millionen Franken kommt? Soweit ich weiß, hat der Vorstand der CS im Jahr 2009 auf das Gehalt zeitweise verzichtet. Somit konnte der Ceo im Jahr 2010 eine Jahressalär von 15 Millionen Franken beziehen und hatte zusätzliche Optionen auf höchtens 35 Millionen via Aktien (angenommen die Aktienkurse verlaufen optimal, was unwahrscheinlich ist). Wie kommen sie nun also auf die Summe von 90 Millionen? Und warum verdienen ihrer Meinung nach nur Mitarbeiter CS so gut? Die genannte Zahlen hören sich für mich sehr populistisch und emotional an. Außerdem kann ich ihnen gerne erklären, warum Herr Dougan 1812 mal soviel verdient wie manche seiner Mitarbeiter.

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