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Arbeitslos? Wie sich Finanzprofis dennoch geschickt auf Social Media präsentieren

Nach dem Kahlschlag im Banking sind zahllose Banker mit Arbeitslosigkeit konfrontiert. Der Goldman Sachs-Finanzvorstand Gary Cohn schätzt, dass allein in den vergangenen zwei Jahren rund 80.000 Banker weltweit ihren Job verloren haben – viele davon auch in Deutschland. Doch wie beschreiben sich arbeitslose Banker auf Social Media-Plattformen? Die Bedeutung einer geschickten Formulierung, ist kaum zu überschätzen, denn schließlich googlen Hiring-Manager und Recruiter regelmäßig Kandidaten, bevor sie sie zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

1. „Ich suche nach neuen Herausforderungen“

Überraschend viele geschasste Investmentbanker verstecken sich nicht hinter Euphemismen, sondern geben offen an, „nach neuen beruflichen Herausforderungen“ zu suchen – und zwar genau an der Stelle, wo sich normalerweise die aktuelle Berufsbeschreibung findet.

Doch stellt Ehrlichkeit wirklich den Königsweg dar? Headhunter Logan Naidu von Dartmouth Partners in London rät mit der Arbeitslosigkeit offen umzugehen und ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass man auf Jobsuche ist. Wenn sich die Leute als „offen für neue Herausforderungen“ zeigen, dann könne sogar die Chance steigen, von einem Recruiter angerufen zu werden. „Denn damit wissen sie, dass die Personen angesprochen werden möchten“, erläutert Naidu.

Andererseits kann eine solche Formulierung auch ein wenig verzweifelt klingen. Sofern Sie sich nicht als Freiberufler neu positionieren wollen, sollten Sie den Eindruck vermitteln, eine besonders gesuchte Ressource darzustellen, rät Karrierecoach Linda Jackson von 10Eighty.

2. Alte Stellenbeschreibung  und ehemaliger Arbeitgeber

Auch hierbei handelt es sich um einen Klassiker. So mancher Arbeitsloser ändert einfach seine Berufsbezeichnung und seinen Arbeitgeber nicht. Folglich sind sie scheinbar weiter z.B. im Equity Sales der Deutschen Bank beschäftigt. Erst wenn die Recruiter diese Leute kontaktieren oder z.B. in einem öffentlichen Pflichtregister für Finanzberufe wie dem der britischen Finanzaufsicht FSA nachschauen, entdecken sie den Schwindel.

Laut Karrierecoach Jackson sei auch dieses Vorgehen in Ordnung und es könne sich sogar um eine kluge Strategie handeln. Denn damit erwecken Sie den Eindruck, noch über einen Arbeitsplatz zu verfügen. Falls jemand tatsächlich nachfragen sollte, dann können Betroffene behaupten, sechs eine sechsmonatige Kündigungsfristen oder eine lange Konkurrenzausschlussklausel zu haben.

3. Alte Stellenbeschreibung ohne Angabe des Arbeitgebers

Diese Variante ist ebenfalls weit verbreitet und bringt einige Vorzüge mit. Denn indem Sie an Ihrer alten Berufsbeschreibung festhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bei einer Online-Suche gefunden werden. Indem Sie den Arbeitgeber auslassen, weisen Sie dezent darauf hin, dass Sie verfügbar sind.

Headhunter Zaki Ahmed von Financial Search unterstreicht die Vorzüge dieser Lösung. Recruiter würden üblicherweise nach Berufsbezeichnungen suchen. Fall Sie also als Berufsbezeichnung lediglich angeben, „auf der Suche nach neuen Herausforderungen“ zu sein, dann können Sie leicht übersehen werden.

4. Sie geben die Stellenbeschreibung an, nach der Sie suchen

Wieso geben Sie nicht einfach Ihre Wunschposition ein? Denn schließlich erscheinen Sie so in den einschlägigen Suchanfragen von Recruitern und Arbeitgebern. Doch Jackson warnt vor diesem Vorgehen. Damit würde man die Leute lediglich enttäuschen.

5. Sabbatical

Naidu erzählt, dass er schon auf Social Media-Profile gestoßen sei, auf denen sich arbeitslose Banker als „Beim Fischen“ beschrieben hätten. Andere schreiben wiederum von einer „Auszeit in Gardenien“. Doch die beliebteste Formulierung lautet „Sabbatical“ – dem Standard-Euphemismus für Arbeitslosigkeit schlechthin.  Allerdings suggeriert „Sabbatical“, dass Sie in ihrer Auszeit gut beschäftigt sind. Dies werde von potenziellen Arbeitgebern positiv aufgenommen.

6. Auf Arbeitslosengeld

Erstaunlicherweise gibt es sogar Leute, die angeben, von Arbeitslosengeld zu leben. Einer hat sein Berufsfeld dabei sogar als Investmentbanking bezeichnet. Über solche Aktionen kann Karrierecoach Jackson nur den Kopf schütteln. Dies sollte auf jeden Fall vermieden werden.

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